Die Meisterschaft im Zeitfahren ist ein Heimspiel für Michael Albasini und Co.

Am 26. Juni findet in Weinfelden die Schweizer Meisterschaft im Zeitfahren statt, am 30. Juni im Hinterthurgau die Strassenmeisterschaft. Die Einheimischen gehören zu den grossen Favoriten.

Urs Nobel
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Bei der Besichtigung der Strecke - hier kurz nach dem Start in Weinfelden - fährt auch Radprofi Michael Albasini (gelber Dress) mit. (Bild: Mario Testa)

Bei der Besichtigung der Strecke - hier kurz nach dem Start in Weinfelden - fährt auch Radprofi Michael Albasini (gelber Dress) mit. (Bild: Mario Testa)

Nach der Tour d Suisse ist vor der Schweizermeisterschaft. Und die ist dort am Schönsten, wo man zu Hause ist. Für ein halbes Dutzend Schweizer Strassenrennfahrer wird dieses Szenario Realität, führen doch der RV Bürglen-Märwil und der VC Fischingen Ende Juni gemeinsam die nationalen Titelkämpfe durch. Der RV Bürglen-Märwil das Zeitfahren in Weinfelden am 26. Juni, der VC Fischingen das Strassenrennen rund um Fischingen am 30. Juni.

In beiden Vereinen befinden sich Fahrer, die in ihrem Heimatkanton besonders motiviert in die Pedalen treten: Reto Hollenstein, Stefan Küng, Patrick Schelling, Stefan Bissegger, Jonathan Bögli und Routinier Michael Albasini, der die Strassen des Thurgaus wohl wie kein Zweiter kennt. Albasini ist Mitglied des Veloclubs Bürglen-Märwil und der Hoffnungsträger seines Vereins.

Besichtigung mit Rennvelo und E-Bike

Am Mittwoch trafen sich beim Lidl-Logistikgebäude in Weinfelden Sponsoren und Organisatoren, um mit Albasini die Zeitfahrstrecke abzufahren. Der 15 km lange Parcours führt hauptsächlich abseits des Transitverkehrs durch. Ab Weinfelden geht es der Kantonsstrasse entlang nach Rothenhausen und von dort weiter südlich bis auf den höchsten Punkt der Strecke, um via Landsträsschen nach Oberbussnang und Bussnang einzuschwenken. Im geraden Zug geht es weiter nach Amlikon, um von dort nach einer letzten Kehre zurück Richtung Ziel einzubiegen.

Michael Albasini, sind Sie sich der hohen Erwartungen ihres Vereins bewusst?

Radprofi Michael Albasini.(Bild: Mario Testa)

Radprofi Michael Albasini.
(Bild: Mario Testa)

Hoffen darf man immer. Es ist nur nicht sehr realistisch, dass ich mich im Zeitfahren durchsetze – trotz Heimvorteils. Da stehen mit den beiden Stefans (Küng und Bissegger, Red.) zwei andere Thurgauer bereit, den Titel zu gewinnen. Im Strassenrennen im Hinterthurgau sind dann aber auch meine eigenen Erwartungen in mich höher.

Wie interessant ist es für einen gestandenen Profi, Schweizer Meister zu werden?

Dieses Ziel strebe ich an, keine Frage. Früher gab es noch Rennställe, die froh waren, wenn ihr Fahrer kein anderes Trikot als jenes des Arbeitgebers überstreifte. Das hat sich unterdessen geändert. Zum Beispiel fahre ich ein Velo des Herstellers Scott mit Sitz in der Schweiz. Und dieser wäre sicher nicht abgeneigt, einen Marken-Repräsentanten mit einem Schweizer Meistertitel in seinen Reihen zu haben.

Sie fahren seit 16 Jahren vergeblich dem Schweizer Meistertitel hinterher. Wie sehr hoffen Sie noch auf diesen Triumph?

Es wäre wirklich mal an der Zeit. Schweizer Meisterschaften waren bisher nicht so mein Ding. Um so schöner wäre es, wenn mir der Titelgewinn ausgerechnet in der Heimat gelänge. Wir werden sehen, in welchem Zustand ich von der Tour de Suisse zurückkehre An der nötigen Motivation wird es mir nicht fehlen.

Sie haben die Zeitfahrstrecke abgefahren und können sie einordnen. Was halten Sie von der Strecke rund um Weinfelden?

Zum einen verspüre ich eine persönliche Faszination. Wir fahren über Strassen, auf denen ich früher regelmässig trainiert habe. Ich kenne jeden Meter dieser Strecke. Beim Parcours handelt es sich um eine klassische Zeitfahrstrecke, mit schönen Geraden, in denen man alles aus sich herausholen kann. Und die Zuschauer können die Rennen aus bester Position mitverfolgen.