Der Bischofszeller Kulturverein Literaria bietet dem Coronavirus die Stirn und organisiert ein Freiluftkonzert

Erstmals seit März veranstaltet die Literaria wieder einen Anlass. Auf der Rathausbühne geben am 29. August Dominik Plangger und Fabrizio Consoli ein Konzert unter dem Motto «Sera Italiana».

Georg Stelzner
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Im Trikot der Squadra Azzurra auf der Treppe des Bischofszeller Rathauses: Martin Herzog, Präsident des Kulturvereins Literaria, mit dem Plakat für die «Sera Italiana».

Im Trikot der Squadra Azzurra auf der Treppe des Bischofszeller Rathauses: Martin Herzog, Präsident des Kulturvereins Literaria, mit dem Plakat für die «Sera Italiana».

Bild: Andrea Stalder (Bischofszell, 13. August 2020)

Bedingungen, wie sie von der Politik derzeit diktiert werden, sind geeignet, Veranstaltern kultureller Anlässe schlaflose Nächte zu bereiten. Zu den Leidtragenden gehört der Bischofszeller Kulturverein Literaria.

Sein Jahresprogramm steht auf tönernen Füssen: Die Verträge sind längst fixiert, und dennoch ist alles in der Schwebe. Kurz vor dem Lockdown gastierte noch Manuel Stahlberger in der Rosenstadt, doch dann war Sendepause. So fiel auch das Konzert von Anna Rossinelli im Mai der Coronapandemie zum Opfer.

Bedürfnis nach Live-Events

Nun wagt die Literaria ein Comeback, eine Rückkehr aus dem virtuellen Raum, den sie auf ihrer Website eingerichtet hat, in die reale Welt. Der Vorstand habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betont Martin Herzog.

Es gebe in dieser Frage ein Für und Wider. Das Abwägen sei entsprechend schwierig und letztlich ein Bauchentscheid gewesen. «Wir sind der Meinung, dass die Leute endlich wieder Kultur live geniessen wollen», argumentiert der Vereinspräsident.

Nur mit Auflagen durchführbar

Den Auftakt macht das unter dem Motto «Sera Italiana» stehende Doppelkonzert von Dominik Plangger und Fabrizio Consoli am letzten Samstagabend im August. Der Vorstand sei zur Überzeugung gelangt, dass es trotz Coronavirus und den damit verbundenen Vorkehrungen möglich sein sollte, dem Publikum einen stimmungsvollen Anlass zu bieten.

«Wir werden die Auflagen des Kantons aber punktgenau umsetzen», erklärt Herzog. Das bedeutet, dass das Konzert mit einer Frontal- bestuhlung und den vorgeschriebenen Abständen stattfindet und die nummerierten Plätze nicht gewechselt werden dürfen. Ausserdem ist eine Präsenzliste zu führen.

Zur Kulinarik: Die Abgabe italienischer Spezialitäten ist wegen der momentanen Einschränkungen unmöglich. «Als Ersatz werden wir Wurst und Brot anbieten», sagt der Vereinspräsident. Immerhin!

Vom Schloss zum Rathaus

Eine andere Änderung, die aber nichts mit der Pandemie zu tun hat, betrifft den Schauplatz des Veranstaltung. Die zwei Cantautori werden nicht wie ursprünglich geplant im Schlosshof, sondern auf der Rathausbühne in der Marktgasse auftreten.

«Die Baustelle vor dem Schloss hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», begründet Herzog den Standortwechsel. Somit könnte es zu einem Revival der «Gassenklänge» kommen. Bei schlechter Witterung muss der Anlass allerdings abgesagt werden. Es ist ratsam, die Tagespresse und die Website www.literaria.ch zu beachten.

Vorverkauf läuft

Unter der Voraussetzung, dass sich die Coronapandemie nicht weiter zuspitzt, treten Dominik Plangger (ca. 18.30 Uhr) und Fabrizio Consoli (ca. 20.30 Uhr) am Samstag, 29. August, auf der Rathausbühne auf; Einlass zur Bühne ab 17.30 Uhr. Ticketverkauf: Bücher zum Turm, Marktgasse 2, in Bischofszell; E-Mail an info@literaria.ch. Die Jahresversammlung des Kulturvereins Literaria soll - unter Einhaltung aller Vorgaben - am Freitag, 4. September, 19 Uhr, im Restaurant Eisenbahn stattfinden. Dazu sind nur angemeldete Mitglieder zugelassen. (st)