Die Linke setzt sich durch: Der Kreuzlinger Gemeinderat macht den Weg frei für Genossenschaftswohnen

Der Baurechtsvertrag für das Projekt an der Rieslingstrasse ist seit Donnerstagabend unter Dach und Fach.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Parzelle mit Spielplatz an der Rieslingstrasse.

Die Parzelle mit Spielplatz an der Rieslingstrasse.

Bild: Reto Martin

Ein bisschen mussten die Verfechter des genossenschaftlichen Wohnbauprojekts bangen. Aufgrund von Äusserungen im Vorfeld der Gemeinderatssitzung waren sie davon ausgegangen, dass es knapp werden würde. Die SVP hat ein grundsätzliches Problem mit der Subventionierung von Wohnbau mit Steuergeldern. Die Grossfraktion FDP/EVP/CVP kündigte an, dass sie gespalten sei.

Die Gegner störten sich primär an zwei Punkten: Die Mietzinsen sind anfangs fast auf Marktpreisniveau und bewegen sich erst nach zehn Jahren nach unten. Zudem ist die Finanzierung noch nicht gesichert.

Gibt es bereits genug bezahlbaren Wohnraum?

Fabian Neuweiler, SVP, befürchtete, die Stadt wäre dann «moralisch verpflichtet», einzu­springen. Und Thomas Pleuler, CVP, stellte die Frage in den Raum, ob es denn nicht genug bezahlbare und freie Wohnungen gebe. Urs Wolfender von der Freien Liste merkte an, dass beim Projekt die für Genossenschaftwohnen typischen Gemeinschaftsräume fehlen würden. Verteidigt wurde das Projekt natürlich von der SP, die seit jeher an der Entwicklung beteiligt war. Charis Kuntzemüller betont:

«Das ist ein Anfang. Dieses Projekt macht den Weg frei für weitere Projekte.»
Visualisierung des Projekts.

Visualisierung des Projekts.

Bild: PD

«Wir haben schon für Unnützeres mehr Geld ausgegeben», stellte René Knöpfli, FDP, fest. Dank Abweichlern wie ihm kam der Vertrag am Ende mit 19 Ja zu 15 Nein bei einer Enthaltung durch.

Diskussionslos genehmigt wurde die Totalrevision des Reglementes der Geschäftsprüfungskommission. Zuvor hatte der Rat mit 23 Ja zu 14 Nein das städtische Budget 2021 nach mehrstündiger Debatte angenommen.