Die Liebe kam erst im Thurgau: Kreuzlingerin Ida Meister erzählt aus ihrem Leben

Im Kreuzlinger «Erzählcafé» des ökumenischen Vorbereitungsteams berichtet die 77-jährige Ida Meister aus ihrem Leben.

Manuela Olgiati
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Hanni Knüsel interviewt Ida Meister.

Hanni Knüsel interviewt Ida Meister.

(Bild: Manuela Olgiati)

«Ich bin eine Toggenburgerin», sagt Ida Meister. Die 77-jährige Bäuerin ist bei Kirchberg aufgewachsen. Einen Wirt, einen Bauern oder einen Thurgauer wollte sie nie heiraten, hat sich Ida Meister in jungen Jahren geschworen. Es kam anders. Mit 21 Jahren heiratete sie den Thurgauer Emil Meister, den Landwirt, der das Restaurant Fuchsloch führte. Kreuzlingen wurde ihre Heimat und das Ehepaar hat zusammen vier Kinder. 2014 ist Ida Meisters Mann an einer Krankheit gestorben.

Das Paar verbindet eine Liebesgeschichte, die sie durch viel Arbeit begleitete. Bei einigen Unglücksfällen blieb die Familie heil: Einmal als die Scheune lichterloh brannte, ein anderes Mal landete durch einen Unfall ein Auto im Wohnzimmer. Der Fahrer starb. Die Familie stand noch mehr zusammen.

Unter dem Titel «Kreuzlinger Erzählcafé – Geschichten, die das Leben schrieb», hat am Dienstagnachmittag das ökumenische Vorbereitungsteam eingeladen. Der Saal des evangelischen Kirchgemeindehauses ist voll besetzt. Viele Besucher kennen Ida Meister. «Wir kennen uns aus dem Trachtenchor», sagt Besucherin Marianne Brunner aus Landschlacht. Ihr Mann Heiri Brunner kennt Familie Meister aus der Zeit der Donatoren. Hanni Knüsel moderiert und geht subtil auf Ida Meister ein. Es ist die Lebensgeschichte einer starken Frau.

Eine Heugabel zum zehnten Geburtstag

Ida Meister hat sechs Geschwister. In Kirchberg gab es separaten Schulunterricht für Katholiken und Reformierte. Bis sie konfirmiert wurde, arbeitete sie zu Hause auf dem eigenen Bauernhof. Sie machte ein bäuerliches Haushaltlehrjahr. Die Eltern waren Selbstversorger, es gab viel Arbeit. «An das Geschenk zum zehnten Geburtstag erinnere ich mich genau», sagt Meister. Enttäuscht war sie über eine Heugabel. Eine, die einer ihrer Brüder auch zum Geburtstag geschenkt erhielt.

Später machte Ida Meister die landwirtschaftliche Ausbildung an der Winterschule im Custerhof im Kanton St. Gallen. Die Zeit danach – als Mitarbeiterin in einem Kinderheim in Rheineck – belastete Ida Meister sehr. Zudem plagte sie das Heimweh.

Doch nun kam die Thurgauer Hoch-Zeit. Ida Meister zog nach Kreuzlingen und fand eine Anstellung für ein Jahr bei Familie Thomi in der Seeburg, dem heutigen Seemuseum in Kreuzlingen. Meister erinnert sich:

«Ich bekam ein schäbiges Zimmer voller toter Mücken.»

Später arbeitete sie auf dem Hof ihrer besten Freundin Ursula Wohlfender am Krebsbachweg. Die Liebesgeschichte mit Emil Meister ist mit den Donatoren verknüpft. Hoch zu Ross ritten die Herren, darunter Ida Meisters Emil an der Seeburg vorbei. Verliebt hat sich Ida nicht sofort, doch der Thurgauer hat ihr gefallen. Die drei Söhne Werner, Daniel und Markus und die Tochter Sonja sind Ida Meisters Stolz, auch die Enkelkinder bereiten ihr Freude.

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