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«Die Leute vermissen das Café unheimlich»: Der Romanshorner Confiseur Urs Köppel hat sein Geschäft nach dem Konkurs des Vorgängers zurückgekauft

Die Konditorei Köppel wurde Anfang Jahr von Urs Köppels Nachfolger an die Wand gefahren. Köppel hat sich vom Schock erholt und rettet sein Geschäft. Nun sucht er abermals einen Nachfolger.
Annina Flaig
Ein Bild aus früheren Zeiten: Urs Köppel hatte in seinem Betrieb immer wieder Lehrlinge ausgebildet. (Bild: Donato Caspari)

Ein Bild aus früheren Zeiten: Urs Köppel hatte in seinem Betrieb immer wieder Lehrlinge ausgebildet. (Bild: Donato Caspari)

In Gedanken ist er immer wieder hier: in der Backstube. In seiner Konditorei an der Bahnhofstrasse. Urs Köppel kann nicht loslassen. Wie auch? Sein Lebenswerk wurde im Februar dieses Jahres von seinem Nachfolger an die Wand gefahren und ging Konkurs. Dies gerade mal 18 Monate nach dem Verkauf. Die Meldung kam überraschend und hat in Romanshorn Erstaunen und Betroffenheit ausgelöst. Denn das Traditionsgeschäft war ein beliebter Treffpunkt. Doch nun ist es geschlossen.

Immer wieder Fragen aus der Bevölkerung

Köppel wird immer wieder angesprochen, beim Spazierengehen, Einkaufen oder – wie diesen Montag – beim Arzt. «Wie geht es weiter mit der Konditorei?», wird er gefragt. Manchmal zieht er die Augenbrauen hoch. Manchmal zuckt er die Schultern. Er weiss es nicht. Während vier Monaten hat er kaum geschlafen. Seine Frau Bernadette und er hätten sich bis heute nicht gänzlich vom Schock erholt. «Was passiert ist, macht mir immer noch zu schaffen», sagt er. Seiner Frau und ihm gehe es aber wieder deutlich besser als noch vor einem halben Jahr. Die beiden halten am Ziel fest:

«Wir wünschen uns jemanden, der unseren Betrieb weiterführt.»

Es gehe ihnen nicht nur um den guten Ruf, sondern auch um Romanshorn. «Die Leute vermissen das Café unheimlich», sagen sie. Deshalb haben Bernadette und Urs Köppel ihr Inventar zurückgekauft. Dies, nachdem das Konkursverfahren kürzlich abgeschlossen worden war. «Es hat uns x-tausend Franken gekostet.» Mehr will Köppel dazu nicht sagen. Stattdessen schöpft er neuen Mut. Bereits hat er ein Inserat geschaltet. «Confiserie-Konditorei-Café zu verkaufen», steht darauf zu lesen.

(Screenshot: Facebook)

(Screenshot: Facebook)

«Zuletzt fehlte es am Engagement»

Das Ehepaar will mit Hilfe eines Maklers einen Pächter oder im Idealfall einen Käufer für die ganze Liegenschaft finden. Auf Facebook wurde das Inserat bereits über 200 Mal geteilt. «Ich hoffe, dass ihr jemanden findet, der das Geschäft mit Liebe und Passion führt, so wie ihr das all die Jahre getan habt», hat jemand dazu geschrieben. Doch genau das ist das Problem. Zwar gebe es sporadisch Interessenten. «Zuletzt fehlte es aber am Engagement», hat Köppel festgestellt.

So sei die erste Frage junger, durchaus gut ausgebildeter Interessenten denn auch selten diejenige nach der Höhe des Kaufpreises oder des zu erwartenden Umsatzes. «Sie fragen mich immer, wie viele Stunden wir in der Backstube gestanden hätten, ob Ferien drinliegen würden oder ob wir gelegentlich aushelfen könnten.» Der 65-Jährige schüttelt den Kopf: «So geht das nicht.» Es brauche ein motiviertes Berufsehepaar, das keine Stunden zählt. «Wenn man auch nur halb so viel arbeitet, wie wir fast 30 Jahre lang gearbeitet haben, kann man sehr gut von diesem Geschäft leben und sogar ab und zu verreisen.»

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