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Zwischen Genie und Wahnsinn: HC Thurgau verliert in Kloten 3:4

Nach drei Siegen in Serie kassierte der HC Thurgau am Freitagabend auswärts gegen Kloten wieder einmal eine Niederlage. Auch deshalb, weil die Leuen aus dem Käfig der Disziplin ausbrechen.
Matthias Hafen aus Kloten
Verteidiger Joel Scheidegger legte mit seinem Schlagschuss in der 33. Minute den Grundstein für die zwischenzeitliche 3:2-Führung des HC Thurgau. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 21. September 2019)

Verteidiger Joel Scheidegger legte mit seinem Schlagschuss in der 33. Minute den Grundstein für die zwischenzeitliche 3:2-Führung des HC Thurgau. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 21. September 2019)

Im Käfig der Disziplin schaffte der HC Thurgau zuletzt zwei 1:0-Siege gegen La Chaux-de-Fonds. Und auch am Freitagabend in Kloten bewegten sich die Leuen zunächst in diesem Käfig, hielten den nominell stärkeren Gegner mit viel Systemtreue in Zaum. Nach Adam Rundqvists 1:0 in der 17. Minute sprach sogar einiges dafür, dass der HCT ein weiteres Mal mit einem Minisieg nach Hause reisen kann. Sowieso, nachdem der einmal mehr starke Nicola Aeberhard im HCT-Tor in der letzten Minute des Startdrittels sein Team gleich zweimal vor dem drohenden Ausgleich rettete.

Doch Löwen sind Wildtiere. Und das drückt auch bei den Thurgauer Leuen immer mal wieder durch. Irgendwann wurde ihnen in Kloten der Käfig der Disziplin zu eng. Der Drang nach einem Ausbruch stieg. Und als Ramon Knellwolf für die Zürcher in der 22. Minute den Ausgleich erzielte, war das so, als stiesse jemand das Eisentor des Löwenkäfigs auf. Jetzt wurden die Leuen wild. Und das kam vor allem den Klotenern zu Gute. Denn als der HCT kurz nach dem Ausgleich in Überzahl spielen konnte, er die erneute Führung wie ein saftiges Stück Fleisch vor Augen hatte, gingen im Rücken von Simon Seiler und Melvin Merola die beiden Klotener Steve Kellenberger und Eric Faille vergessen. Das Duo im Blau lief auf den bedauernswerten Aeberhard zu und versenkte den Puck in Unterzahl zur 2:1-Führung für das Heimteam.

Hobi und Scheidegger verblüffen mit Slapshots

Doch Löwen im Jagdtrieb sind zielstrebig. Und so kämpften sich die Thurgauer trotz dieses Rückschlags in die Partie zurück. Jetzt war der Moment, wo zwischen Genie und Wahnsinn alles möglich schien. Bei Spielmitte nutzte Dominic Hobi die dritte Klotener Strafe innert kurzer Zeit zum 2:2-Ausgleich aus. Seinen satten Weitschuss liess Klotens Goalie Nyffeler passieren. Und als wäre das nach zwei 1:0-Siegen nicht schon Wahnsinn genug, fiel 88 Sekunden später das 3:2 für den HC Thurgau. Kellen Jones glitt vor Nyffeler im genau richtigen Moment aus und lenkte so einen Schlagschuss von Verteidiger Joel Scheidegger glücklich oder genial – je nach Betrachtungsweise – ins Netz. Die Partie, die fast verloren schien, war wieder gedreht. Jetzt wäre der Zeitpunkt gewesen, um die wild gewordenen Leuen wieder einzufangen und in den Käfig der Disziplin zu stecken. Doch das schafften die beiden Profi-Dompteure Stephan Mair und Beni Winkler an der Bande nicht rechtzeitig.

Im zweiten Boxplay etwas gar unbeholfen

Es lief die 38. Minute und die erst zweite Strafe gegen den HCT, als die Gäste dreimal die Möglichkeit hatten, den Puck problemlos aus dem eigenen Drittel zu bugsieren. Stattdessen schossen sie sich die schwarze Hartgummischeibe gegenseitig an den Rücken und legten damit den Teppich aus für Klotens 3:3-Ausgleich kurz vor der zweiten Pause. Damit war jeglicher Vorteil weg fürs Schlussdrittel. Zwar fingen sich die Leuen wieder, mussten aber in der 55. Minute das 3:4 durch Knellwolf hinnehmen. Es war nach drei Siegen in Folge und einer erneut weitgehend starken Leistung in Kloten die Strafe dafür, dass sie für kurze Zeit das Weite suchten und nicht mehr im Käfig der Disziplin verharren mochten.

Kloten – Thurgau 4:3 (0:1, 3:2, 1:0)

Swiss-Arena – 4747 Zuschauer – SR Potocan/Hürlimann, Betschart/Bichsel.
Tore: 17. Rundqvist (Merola) 0:1. 22. Knellwolf (Faille) 1:1. 25. Steve Kellenberger (Faille/Ausschluss Grossniklaus!) 2:1. 31. Hobi (Seiler/Ausschluss Grossniklaus) 2:2. 33. Kellen Jones (Scheidegger) 2:3. 38. Lemm (Grossniklaus, Forget/Ausschluss Moser) 3:3. 55. Knellwolf (Faille) 4:3.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kloten, 3-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Kloten: Nyffeler; Back, Kindschi; Grossniklaus, Ganz; Stämpfli, Steiner; Obrist, Sutter, Steve Kellenberger; Lehmann, Faille, Knellwolf; Marchon, Forget, Sturny; Staiger, Füglister, Lemm; Halberstadt, Krakauskas.
Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Janik Loosli, Connor Jones, Kellen Jones; Hobi, Rundqvist, Merola; Niedermaier, Brändli, Michael Loosli; Moser, Hollenstein, Frei; Lars Kellenberger.
Bemerkungen: Kloten ohne Figren, Brunner (beide verletzt), Wetli (krank), Mettler, Kälin, Gian Janett und Luis Janett (alle überzählig). Thurgau ohne Schwendener, Altorfer, Moosmann (alle verletzt), Schmuckli, Dufner (beide Rapperswil-Jona/NLA), Steinauer, Zanzi, Huber und Schnetzer (alle überzählig/Farmteam), dafür erstmals in dieser Saison mit Fechtig (zurück von Verletzung) und Ersatzgoalie Chmel (Pikes Oberthurgau/1. Liga, B-Lizenz). – Thurgau ab 57:58 ohne Goalie, dafür mit sechstem Feldspieler. – 58:29 Time-out Thurgau.

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