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Die «Läufer»-Crew beehrt das Kino in Weinfelden

Regisseur Hannes Baumgartner, Hauptdarsteller Max Hubacher und Produzent Stefan Eichenberger besuchten am Samstag das Cinema Liberty. Nach der Filmvorführung erzählten sie von der Produktionsarbeit.
Werner Lenzin
Produzent Stefan Eichenberger, Schauspieler Max Hubacher und Regisseur Hannes Baumgartner im Cinema Liberty. (Bild: Werner Lenzin)

Produzent Stefan Eichenberger, Schauspieler Max Hubacher und Regisseur Hannes Baumgartner im Cinema Liberty. (Bild: Werner Lenzin)

Der Thurgauer Mischa Ebener gewann 1998 als Unbekannter in der Waffenlaufszene den Frauenfelder Militärwettmarsch. Wer ist dieser Mann, der die Strecke zwischen Frauenfeld und Wil damals am schnellsten zurücklegte und nachts in Bern junge Frauen angreift, eine von ihnen tötet? Eine filmische Antwort liefert der Film «Der Läufer», in dem Ebener als Jonas Widmer dargestellt und von Max Hubacher gespielt wird.

«Es war eine der intensivsten Arbeiten bisher. Sowohl aus körperlicher als auch psychischer Sicht. Ich musste meine Moral ablegen; mir immer wieder sagen, dass ich nicht so bin»

sagt der Hauptdarsteller. Hubacher war am Samstag bei der Vorführung des Films ebenso im Liberty Cinema zu Gast, wie auch Produzent Stefan Eichenberger und Regisseur Hannes Baumgartner.

Wahre Geschichte als Ursprung

Der Film erzählt Mischa Ebeners Geschichte. Er und sein Bruder Philipp wurden als Kinder von ihrem Vater in der verdunkelten Wohnung in einer Kleinstadt im Kanton St. Gallen eingesperrt. Polizei und Fürsorge befreien die beiden Knaben. Sie wachsen bei Adoptiveltern im Thurgau in besten Verhältnissen auf. Später arbeitet Ebener in Bern als Koch und plant mit seiner Freundin Simone zusammenzuziehen. Seine psychischen Probleme einer traumatisierten Kindheit und der Suizid seines geliebten Bruders lassen den jungen Mann nicht los.

Er versucht, diese mit Laufsport zu verdrängen; sein Ziel ist die Teilnahme als Marathonläufer an den Olympischen Spielen. Beides gelingt ihm nicht. Am 1. August 2002 tötet er eine 20-jährige Frau in Niederwangen bei Bern und verletzt eine andere in Bümpliz mit dem Messer schwer. Nach seiner Verhaftung 20 Tage später können ihm 29 Delikte nachgewiesen werden. Im November des gleichen Jahres nimmt er sich in der Gefängniszelle das Leben. Das Verfahren gegen ihn wurde aufgehoben, die Akten für immer geschlossen.

Der Produzent will die Zuschauer sensibilisieren

Gemäss Regisseur Hannes Baumgartner versucht der Film herauszufinden, wie es zur Gewalt kommt und welches deren Mechanismen sind. Für Produzent Stefan Eichenberger steht fest, ein Mensch kommt nicht gut oder schlecht auf die Welt:

«Jonas war ein Mensch, der unter seinen Umständen litt. Wir wollen die Zuschauer sensibilisieren, dass Gewalt frühzeitig erkannt wird.»

Für Zuschauerin Marianne Grünewald lässt der Schluss des Filmes vieles offen. Jonas rennt davon, es wird dunkel und das Geschehen findet ein abruptes Ende. Die Diskussion nach der Kinovorführung im Liberty Cinema habe sie sehr geschätzt und «Max Hubacher ist ein genialer Schauspieler, den ich schon vom <Der Verdingbub> her kenne», sagt sie. Max Iseli interviewt nach der Filmvorführung die drei anwesenden der Film-Crew. Auch aus dem Publikum werden Fragen gestellt.

Der Film läuft nach der Vorstellung im Kopf weiter

Der Film – packend gedreht und mit tollen schauspielerischen Leistungen – lässt Fragen offen, animiert den Zuschauer aber, weiter über die Mechanismen der Gewalt zu reden. Sie sollen darüber nachdenken, wie Gewalt frühzeitig erkannt und verhindert werden kann.

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