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Die Kreuzlinger Reformierten haben keinen Plan B

Die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde bekräftigt die Wichtigkeit der Sanierung des Kirchgemeindehauses. Der Abstimmung am 19. Mai schaut sie mit gemischten Gefühlen entgegen.
Nicole D'Orazio
Sie stehen für die Sanierung des evangelischen Kirchgemeindehauses in Kreuzlingen ein: Präsident Thomas Leuch, Kirchenpflegerin Marianne Pfändler und Vizepräsidentin Pascale Wallroth. (Bild: Nicole D'Orazio)

Sie stehen für die Sanierung des evangelischen Kirchgemeindehauses in Kreuzlingen ein: Präsident Thomas Leuch, Kirchenpflegerin Marianne Pfändler und Vizepräsidentin Pascale Wallroth. (Bild: Nicole D'Orazio)

«Es ist völlig offen, wie es ausgeht.» Thomas Leuch, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen kann die Abstimmung am 19. Mai über die Sanierung des Kirchgemeindehauses, die 8,5 Millionen Franken kostet, nicht abschätzen. «Nach den Informationsabenden habe ich viele Reaktionen erhalten. Positive wie negative.» Mit Vizepräsidentin Pascale Wallroth sowie Kirchenpflegerin Marianne Pfändler hat er gestern zu einer Medieninfo eingeladen. «Wir möchten einiges richtig stellen. Es kursieren Behauptungen.»

Gegen das Sanierungsprojekt haben sich Gegner formiert (unsere Zeitung berichtete). Sie finden, dass die Kosten massiv zu hoch seien. Die Kirchbürger sollten die Sanierung ablehnen, danach solle neu geplant werden, sagen die Gegner.

Gebäude ist ein Oldtimer, kein Porsche Cayenne

«Die Gegner sprechen beim Projekt immer von einem Porsche Cayenne. So ein Auto gab es Anfang der 1960er-Jahre, als das Kirchgemeindehaus gebaut wurde, noch nicht. Der Vergleich hinkt», sagt Leuch. Das Gebäude sei ein Oldtimer. Es brauche spezielle Pflege und Reparaturen.

«Von weitem mag das Haus gut aussehen. Doch von nahem sieht man die Mängel. Wie bei einem kranken Baum.»

Leuch spricht von einer tickenden Zeitbombe. «Das Dach ist undicht, die Elektronik veraltet und vieles nicht mehr zeitgemäss. Wir wissen nie, was als Nächstes kommt.» Der von den Gegnern propagierte Marschhalt sei heute schlicht zu spät, findet er. «Wir haben 2017 von der Versammlung den Auftrag erhalten, das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs auszuarbeiten. Damals hätte man intervenieren müssen.»

Zudem seien sich Fachleute einig, dass die Sanierung gut geplant sei. Viel billiger ginge es nicht. Und die vorliegende Variante sei die billigste von allen eingereichten.

Ein Saal ohne Fluchtweg ist nicht mehr tragbar

«Natürlich haben die hohen Kosten die Kirchbürger erschreckt. Uns auch. Das schleckt keine Geiss weg. Doch die Sanierung ist auch wegen der Erfüllung des Baugesetzes nötig», bekräftigt Leuch. Ein Saal ohne Fluchtweg zum Beispiel sei heute ­einfach nicht mehr tragbar.

Bezüglich der nötigen Steuerfuss­erhöhung merkt er noch an, dass man in Kreuzlingen verwöhnt sei. «Im Vergleich ist unser Steuerfuss tief. Er wird für eine begrenzte Zeit auf ein übliches Niveau angehoben.»

«Wir investieren hier auch für die kommenden Generationen»

sagt Pascale Wallroth. «Ein attraktives Gebäude zieht sicher auch die Jüngeren an, sowie neue Mitarbeiter.» – «Genau das ist unsere Chance. Heute vermieten wir nur wenige Räume. Nach der Sanierung kann das Gebäude besser genutzt werden, auch von Aussenstehenden», ergänzt Marianne Pfändler. «Wir hoffen, dass dies die Kirchbürger genauso sehen», sagt Wallroth. Denn einen Plan B gibt es nicht.

Zwei Kandidaten für die Kirchenbehörde

Am 19. Mai wählen die evangelischen Kirchbürger auch zwei neue Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft. Es bewerben sich Anke Rieche und Ronald Neely. Rieche, Jahrgang 1967, lebt seit zehn Jahren in Kreuzlingen. «Da meine Kinder grösser sind, habe ich mehr Freiheiten und suche eine sinnvolle Aufgabe», sagt sie. Sie wolle sich in der Kirchgemeinde einbringen und arbeite gerne mit Menschen zusammen.

Die zwei Kandidaten für die Kirchenbehörde: Anke Rieche und Ronald Neely. (Bild: Nicole D'Orazio)

Die zwei Kandidaten für die Kirchenbehörde: Anke Rieche und Ronald Neely. (Bild: Nicole D'Orazio)

Das gilt auch für Ronald Neely (Jahrgang 1945). Er ist pensionierter Sozialdiakon und seit vier Jahren als Freiwilliger für das Open Place der Kirchgemeinde tätig. Der gebürtige US-Amerikaner kam über das Tösstal und Arosa nach Kreuzlingen, wo es ihm sehr gut gefällt.

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