Die Kreuzlinger Parteien setzen auf die offiziellen Kandidaten

Dass Gruppierungen im Kampf um das Schulpräsidium die Kandidatur von René Zweifel ins Spiel bringen, nehmen die Spitzen der Ortsparteien zur Kenntnis. Sie halten den Ball aber flach.

Martina Eggenberger Lenz
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Ist er am Ende der lachende Dritte? Ex-Schulpräsident René Zweifel hat immer noch Unterstützer. (Bild: Andrea Stalder, 30.1.2018)

Ist er am Ende der lachende Dritte? Ex-Schulpräsident René Zweifel hat immer noch Unterstützer. (Bild: Andrea Stalder, 30.1.2018)

  • Seraina Perini (FDP) und Markus Baiker (parteilos) sind die offiziellen Kandidaten im Rennen um das Kreuzlinger Schulpräsidium.
  • Am Donnerstag haben anonyme Inserenten in den «Kreuzlinger Nachrichten» dazu aufgerufen, am 25. November den im Sommer zurückgetretenen René Zweifel wieder zu wählen.
  • René Zweifel gibt sich bedeckt. Er sagt lediglich, er werde sich zu gegebener Zeit in der Öffentlichkeit äussern.

Die Spitzen der Kreuzlinger Parteien hatten es fast schon erwartet. «Ja, es hat schon länger rumort», sagt FDP-Co-Präsidentin Barbara Jäggi zum am Donnerstag in den «Kreuzlinger Nachrichten» erschienenen Inserat zur Unterstützung von Ex-Schulpräsident René Zweifel. Und auch Stephan Marty von der CVP erklärt: «Ich habe im Vorfeld etwas munkeln gehört.» Die Parteispitzen wollen die «wilde» Kandidatur aktuell lediglich zur Kenntnis nehmen. Zumal sie eigentlich gar keine ist, weil René Zweifel sich nicht explizit dazu bekennt.

Perini und Baiker dürfen zu den Hearings

«René Zweifel ist kein offizieller Kandidat. Er hat sich nicht aufstellen lassen», meint Barbara Jäggi. Die FDP werde am 27. Oktober Seraina Perini und Markus Baiker bei einer ausserordentlichen Parteiversammlung zu Gast haben und sich danach eine Wahlempfehlung überlegen. Dabei betrachte man beide als neutrale Kandidaten, zumal Perini ihre Kandidatur von sich aus und nicht in Absprache mit der FDP lanciert habe. Gleich will die SVP vorgehen. Fabian Neuweiler bestätigt, dass die beiden offiziellen Kandidaten am 30. Oktober zum Hearing kommen. Schon am nächsten Dienstag ist das Duo bei der SP zu Gast. «Das sind zwei gute, valable Kandidaten. Ich gehe davon aus, dass die SP sich zu einem der beiden bekennen wird», betont Cyrill Huber. Dass die SP auch mit René Zweifel in Kontakt tritt, schliesst er aus. «Er hat nie den Willen für eine Kandidatur geäussert.» Die SP wolle nach vorne schauen und hoffe, dass es Perini und Baiker gelinge, das Vertrauen der Wähler zu gewinnen.

Freie Liste distanziert sich von den Inseraten

CVP-Präsident Marty äussert immerhin ein gewisses Verständnis für die Aktion für Zweifel. «Ich kann die Denkweise nachvollziehen und es ist auch René Zweifels Recht, sich eine Kandidatur zu überlegen. Der Wähler soll entscheiden.» Der CVP-Vorstand habe bereits Markus Baiker vorgeladen, Seraina Perini stelle sich ebenfalls vor. «Das sind zwei valable offizielle Kandidaten», sagt Marty. Es sei der Wunsch der Partei, dass die Behörde rasch wieder voll besetzt werde.

Sogar die Freie Liste, deren Sprecher Jost Rüegg sich als Zweifel-Unterstützer outete, will am 7. November nur Perini und Baiker anhören. «René Zweifel steht offiziell nicht zur Verfügung», stellt Daniel Moos fest. Er habe jedoch vollstes Verständnis für den Unmut in der Bevölkerung. Dieser sei das Ergebnis der Hilflosigkeit, die sich aus der fehlenden Kontrollinstanz gegenüber der Schulbehörde ergebe.

«Die Affäre ist nicht ausgestanden. Wir alle wollen, dass eine Untersuchung durchgeführt wird»,

sagt Moos. Von dieser haben die Parteienvertreter nichts mehr gehört. «Es wäre schön, wenn wir ab und zu über den Zwischenstand informiert würden. Ich sehe die Schulbehörde hier in der Bringschuld», sagt auch Fabian Neuweiler. Die Frage ist, wie gross die anonyme Gruppe der Zweifel-Unterstützer ist und wie die Behörde im Falle einer Wahl ihres Ex-Präsidenten reagieren würde. Der SVP-Co-Präsident spricht es aus: «Dann bliebe dieser ja nur der Gesamtrücktritt. Und das wiederum wäre nicht zum Wohl der Schule.»

Rein rechtlich wäre eine Wahl von René Zweifel übrigens völlig unproblematisch. Philipp Kübler, der Leiter des Rechtsdienstes des Departementes für Erziehung und Kultur, zitiert die Kantonsverfassung, in der es heisst: «Jeder Stimm- und Wahlberechtigte ist in die Behörden wählbar.» Daran ändert auch Zweifels Rücktritt diesen Sommer nichts.