SICHERHEIT
Die Kreuzlinger Bodensee-Arena muss in den Brandschutz investieren: Bis zur Erfüllung neuer Vorschriften gilt eine maximale Kapazität von 300 Personen

Die Feuerschutzkontrolle hat ergeben, dass die Halle mehr Türen und breitere Fluchtwege braucht. Erste bereits in die Wege geleitete Massnahmen für 270'000 Franken werden aber noch nicht reichen. Ein Gesamtkonzept wird nötig.

Urs Brüschweiler
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Die Bodensee-Arena in Kreuzlingen.

Die Bodensee-Arena in Kreuzlingen.

Bild: Donato Caspari, (25.11.2019)

Sicherheit kostet Geld: An der Egelseeturnhalle musste 2019 eine neue Fluchttreppe für knapp 1,5 Millionen Franken angebaut werden. Die Dreispitzhalle brauchte ebenfalls einen zusätzlichen Notausgang: Kostenpunkt 400'000 Franken. Und jetzt trifft es die Bodensee-Arena. Eine reguläre Feuerschutzkontrolle habe ergeben, dass das Konzept nicht in vollem Umfang den neuen gesetzlichen Bestimmungen entspreche, heisst es in einer Mitteilung des Verwaltungsrates der Bodensee-Arena.

Ein erster Schritt, um den Betrieb sicherzustellen

Von einer Hiobsbotschaft möchte Verwaltungsratspräsident Matthias Mölleney zwar nicht sprechen. Dennoch ist klar: Die Folgen sind einigermassen dramatisch. In einem ersten Schritt sind nun Massnahmen geplant, welche sicherstellen, dass die Halle überhaupt weiterbetrieben werden kann. Dazu gehörten die Verbreiterung der Fluchtwege und die Nachrüstung der Türen mit den modernsten Notfall-Schliesssystemen. 270'000 Franken sind dafür vorgesehen und im Budget der Bodensee-Arena für dieses Jahr bereits eingeplant.

Statt 3000 Zuschauer nur ein Zehntel davon

Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident Bodensee-Arena AG

Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident
Bodensee-Arena AG

Bild: Reto Martin (3.5.2018)

Allerdings ist dann bei weitem noch nicht alles gut. Nach dem Ende dieser Arbeiten – Mölleney hofft, dass diese spätestens im August abgeschlossen sind – gilt eine maximale Kapazität von 300 Personen in der Halle.

Für die maximale Auslastung der Arena bei Grossveranstaltungen – sie fasst derzeit über 3000 Personen – sind weitere Massnahmen und «deutlich grössere Investitionen notwendig». Es sei zu früh, um Zahlen zu nennen, sagt Mölleney.

«Aber allein die Kosten für die Umsetzung der Brandschutzvorschriften werden wohl eine Million Franken übersteigen.»

Mehr Garderoben und mehr Lagerfläche

Die Arbeiten an einem entsprechenden Konzept liefen bereits. Die Erfüllung der aktuellen Brandschutzvorschriften will man jedoch im Zusammenhang mit der schon länger nötigen Erweiterung der Garderobenkapazitäten und der Schaffung zusätzlicher Lagerfläche angehen. «Die entsprechende Planung läuft in enger Abstimmung zwischen der Bodensee-Arena AG und Experten der Stadt Kreuzlingen», heisst es in der Mitteilung. Konkret wird es so sein, dass die Stadt Kreuzlingen als alleinige Eigentümerin der Halle die Kosten wird übernehmen müssen. Bedeutet, der Gemeinderat wird sich in naher Zukunft mit einem Kreditbegehren und der Zukunft der Bodensee-Arena auseinandersetzen.

Grossanlässe nur mit Sonderbewilligung und Auflagen

Klar ist dabei, dass die Zeit drängt. Solange während der Coronaphase ohnehin keine Grossveranstaltungen möglich sind, ist eine maximale Kapazität von 300 Personen noch kein Problem. «Unser Veranstaltungskalender für 2021 ist praktisch leer», sagt Mölleney. Aber es gebe zahlreiche Anfragen für die Folgezeit. Und mit dieser Limite aufgrund des Brandschutzes wären grössere Events nur mit einer Sonderbewilligung und entsprechenden Auflagen möglich, erklärt der Verwaltungsratspräsident.