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Streit um das Geläut der Kreuzlinger Stadtkirche: Am Zug ist nun die Kirchgemeinde

Die Parteien sind an einen Tisch gesessen. Das Reduzieren des nächtlichen Viertelstundenschlages ist nicht so einfach, wie man dachte. Aber es ist möglich.
Urs Brüschweiler
Nicht alle Nachbarn haben Freude, wenn die Glocken der Stadtkirche schlagen. (Bild: Reto Martin)

Nicht alle Nachbarn haben Freude, wenn die Glocken der Stadtkirche schlagen. (Bild: Reto Martin)

Die Parteien haben miteinander geredet. Der Weg zu einem Kompromiss ist vorgezeichnet, er muss nun noch beschritten werden. Am Dienstag hatten sich die ehemaligen Beschwerdeführer und Initianten einer aktuellen Unterschriftensammlung, der Präsident der evangelischen Kirchgemeinde und Stadtrat Ernst Zülle zu einer Sitzung getroffen. Mit am Tisch sass auch eine Vertreterin der kantonalen Denkmalpflege. Denn der Disput um den nächtlichen Glockenschlag der evangelischen Stadtkirche (unsere Zeitung berichtete) hat auch eine bauliche Komponente.

Das Schlagwerk stammt von 1898

Wie Stadtrat Ernst Zülle berichtet, liege seit kurzem der Expertenbericht der Turmuhrenfabrik Rüetschi aus Marthalen vor. «Sie haben eine Empfehlung gemacht, wie man das nächtliche Viertelstundengeläut weglassen kann.» Bei dem Schlagwerk, das aus dem Jahre 1898 stammt, sei das tatsächlich nicht so einfach, sagt Zülle. «Es ist möglich, hat aber seinen Preis.» Rund 10000 Franken würde der Eingriff in die komplexe und alte Mechanik kosten. Insofern habe er Verständnis für das bislang zurückhaltende Vorgehen der evangelischen Kirchgemeinde. Diese stelle sich auf den Standpunkt, dass wenn schon eine Anpassung am Geläut gemacht werde, dann diese nicht nach kurzer Zeit schon wieder über den Haufen geworfen werden dürfe.

Die Kirchversammlung im Januar wird entscheiden

Der Konsens aus der Sitzung sei nun, dass zuerst die Vorsteherschaft und wohl im Januar die Kirchgemeindeversammlung darüber zu befinden habe, ob die Änderung vorgenommen wird. Zülle sagt klar: «Wenn die Kirche Nein sagt, müssten die Glockengegner eine Lärmklage einreichen.» Dann würden die Gerichte entscheiden, ob die Stadtkirche zu laut ist. Ein Szenario, welches die Stadt eigentlich gerne verhindern möchte.

Isolationen sind schwierig zu realisieren

Zülle hofft denn auch auf ein gewisses Entgegenkommen beider Seiten. «Auf den Glockenschlag in der Nacht könnte man wohl verzichten, aber es darf dann nicht Stück für Stück weitergehen mit den Einschränkungen. Die Kirche muss nicht stumm sein.» Am als metallisch kritisierten Klang und der Lautstärke der Glocke wird man im Übrigen nicht so einfach etwas ändern können. Wie die Vertreterin der kantonalen Denkmalpflege klargestellt habe, seien etwa Isolationen im geschützten Kirchturm nur schwierig zu realisieren. Die Bauverwaltung prüfe zudem auch noch, ob ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben werde. Damit man juristisch mehr Sicherheit habe, von welchen objektiven Lautstärken man rede.

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