Die Kirche muss über eine Erdsonde nachdenken

An der Versammlung von Katholisch Romanshorn folgte eine knappe Mehrheit dem Antrag von Daniel Bischof.

Markus Bösch
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Die katholische Kirche Romanshorn.

Die katholische Kirche Romanshorn.

Reto Martin

Der Antrag von Daniel Bischof zuhanden der katholischen Kirchgemeindeversammlung von Romanshorn versprach eine längere Diskussion: «Für die Grundlast der Wärmeerzeugung in der Kirche wird eine Erdsondenheizung geprüft, ergänzt durch eine Gasheizung für die Spitzenlast. Im Sommer oder Anfang 2021 wird ein ausgearbeitetes Projekt zur Abstimmung gebracht.» Gründe dafür seien die tieferen Unterhaltskosten und ähnliche Projekte, wie beispielsweise in Sulgen. Weitere Kirchbürger zeigten mit den gemeindeeigenen Schöpfungsrichtlinien auf, dass es «jetzt Taten braucht, dass es gilt, die CO2-Problematik einzubeziehen und dass in diesem Sinn Gott zu dienen heisst, auch seine Schöpfung zu bewahren».

Konkret habe man auch mit bereits getätigten Projekten – Erdsonde fürs Pfarreiheim – gute Erfahrungen gemacht und schliesslich würden die fossilen Energiepreise künftig steigen. Demgegenüber argumentierte Präsident Thomas Walliser Keel, der die Budgetversammlung leitete,   ablehnend: «Zwei Heizsysteme sind komplizierter und eine Erdsondenheizung für so grosse Gebäude ist nicht optimal.» Wenn es in Zukunft bessere Lösungen gebe, sei eine solche Heizung jetzt zu teuer. Für die Gasheizung rechnet die Vorsteherschaft mit etwa 240000 Franken, für die Erdsondenheizung mit etwa 260000 Franken Investitionskosten. «Im Übrigen haben wir in diesem Zusammenhang im Vorfeld auch weitere Heizungsoptionen mit Pellets und Seewärme angeschaut.» Mit 28 Ja zu 21 Nein und 5 Enthaltungen sprach sich die Versammlung für den Antrag und damit eine vertiefte Prüfung aus. Im Budget sind dafür 50000 Franken Projektkosten enthalten.

Fast überall gab es Reduktionen

Die Budgetzahlen der Kirchgemeinde Romanshorn-Salmsach-Uttwil für das Jahr 2020 bewegen sich im Rahmen der vergangenen Jahre: Der Ertrag ist mit 2,249 Mio. Franken etwa 40000 höher, der Aufwand mit 2,29 Mio. Franken etwa 115000 Franken höher. Einstimmig sagten die Kirchbürger Ja zum Budget, das mit einem Aufwandüberschuss von 40840 Franken rechnet, verbunden mit einem Steuerfuss von 22 Prozent.

Daniel Anthenien als Umweltbeauftragter informierte dann über die gelungene Rezertifizierung für das Label des «Grünen Güggels»: «Der Experte hat unser Engagement gelobt. Wir sind ein elfköpfiges Team aus verschiedenen Fachrichtungen. Und wir sind auf einem guten Weg. Das zeigt der Bericht von 2015-2018: So ist es unserer Pfarrei gelungen, in fast allen Bereichen Reduktionen zu erreichen, beispielsweise beim Strom ist es ein Minus von 23 Prozent, beim Papier 47 Prozent und beim CO2 12 Prozent.»

Geehrt wurden Pia Zweili und Judith Himmelberger für ihr jahrzehntelanges Wirken als Katechetinnen, verabschiedet wurden Jrene Meli aus der Vorsteherschaft und Markus Keel als Mesmer. Diese Stelle wird – in einem zweijährigen Versuch – neu organisiert: Franco Villa übernimmt ein 50-Prozent-Pensum, die Hilfsmesmer werden vermehrt einbezogen und Umgebungsarbeiten ausgelagert.