Die Kirche in Oberhofen wird 500 Jahre alt

An der Versammlung der evangelischen Kirchgemeinde wählten die Mitglieder zwei neue Vorsteherinnen. Trotz eines satten Rechnungsüberschusses gibt es dennoch Sorgen.

Judith Schuck
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Ursula Leimer gibt nach sieben Jahren als Kirchenpflegerin ihren Posten an Tanja Gähler ab. (Bild: Judith Schuck)

Ursula Leimer gibt nach sieben Jahren als Kirchenpflegerin ihren Posten an Tanja Gähler ab. (Bild: Judith Schuck)

Die Kirche in Oberhofen feiert 2019 ihr 500-Jahr-Jubiläum. Über das Jahr verteilt stehen einige Anlässe auf dem Programm. Die Hauptfeier findet am 6. September mit einer Musiknacht und am 8. September mit einem Gottesdienst im mittelalterlichen Stil statt: «Zum 500-jährigen Bestehen werden wir so viel Mittelalter wie möglich in die Feierlichkeiten einfliessen lassen», erklärt die Kirchenpräsidentin Marianne Schleusser. Auch die Speisen werden entsprechend angepasst. Für das Fest hat die Kirchgemeinde 17000 Franken budgetiert, denn es soll Essen und Trinken für alle geben sowie Spiele und Attraktionen, wie die Besteigung des Kirchturms.

Orgelsanierung versus E-Piano

Bei einem Rechnungsüberschuss von knapp 25000 Franken im 2018 sollen 20000 Franken für die Sanierung der Orgel auf die Seite gelegt werden. Sowohl die Orgel in Illighausen als auch die in Oberhofen seien sanierungsbedürftig. «Wir könnten uns überlegen, auf E-Piano umzusteigen», schlug sie eine günstigere Variante vor, doch für grössere Anlässe wäre doch zumindest in einer der beiden Kirchen eine Orgel schön. Darüber werde aber erst im nächsten Jahr abgestimmt.

Fassade unter Heimatschutz

Für das Jubiläumsjahr liess Daniel Tschannen vom Ressort Bau und Unterhalt die Aussenwand der Kirche richten. «Da die Fassade unter Heimatschutz steht, bekommen wir hier von Kanton und Gemeinde je rund 2800 Franken zurückerstattet», freute er sich. Trotz der guten Rechnung im Jahr 2018 schaut Schleusser nicht ganz so positiv in die Zukunft: Obwohl die Bevölkerung wachse, «hatten wir im laufenden Jahr bereits sieben Austritte aus der Gemeinde. Das bereitet mir ein bisschen Bauchschmerzen.» Gegenüber den Anwesenden Gemeindemitgliedern hob Pfarrer Timo Garthe jedoch hervor, dass die Gemeinde trotz ihrer Vielfalt und grosser Unterschiede bei den einzelnen Mitgliedern sehr gut miteinander verbunden sei. Garthe wird sein 70-Prozent-Pensum in Lengwil-Oberhofen beibehalten und weiterhin 15 Prozent als Angestellter der Landeskirche im Empfangs- und Verfahrenszentrum in Kreuzlingen arbeiten.

Am richtigen Ort

Schliesslich gab es Neuerungen beim Personal. Die 30 Stimmberechtigten wählten Nathalie Poletti neu in die Kirchenvorsteherschaft, welche Gudrun Werner ersetzen wird. Nachdem Ursula Leimer ihre Tätigkeit als Kirchenpflegerin nach sieben Jahren niederlegen möchte, stellte sich Tanja Gähler zur Verfügung. Sie wurde einstimmig gewählt. Zahlen seien ihre Leidenschaft, erläuterte die Buchhalterin ihre Motivation für das Amt. Als Kirchenpflegerin, zu deren Hauptaufgabe das Rechnungswesen gehört, «fühle ich mich am richtigen Ort.»

Lengwiler bauen ihre Kirche aus Lego nach

Zum 500-Jahr-Jubiläum ihres Gotteshauses liessen sich die Verantwortlichen der evangelischen Kirchgemeinde eine ganz besondere Aktion einfallen. Kinder und Erwachsene gestalteten aus 250 Kilo Bauklötzen ein ganzes Dorf.
Hana Mauder Wick