Die katholische Kirchgemeinde Romanshorn hilft Menschen in Not und gibt ihnen ein Dach über dem Kopf

Seit zehn Monaten versieht Andreas Pfiffner die neue Stelle für den kirchlichen Sozialdienst in der katholischen Pfarrei St.Johannes. Überraschend viele Menschen haben seither Hilfe bei ihm gesucht.

Markus Bösch
Drucken
Teilen
Andreas Piffner im Eingangsbereich zum Pfarreiheim.

Andreas Piffner im Eingangsbereich zum Pfarreiheim.

(Bild: Markus Bösch)

Anfangs ging es vor allem darum, die lokalen und kantonalen Fachstellen und Institutionen kennenzulernen, sich zu vernetzen: «Ich bin rasch auf offene Ohren und auch Arme gestossen – bei allen Leuten und Fachstellen, mit denen ich zu tun hatte und habe. Ich werde als ergänzende Stelle wahrgenommen», sagt Andreas Pfiffner. Im Februar hat er die neu geschaffene 80-Prozent-Stelle als diakonisch-sozialer Mitarbeiter übernommen und ist mit dem Aufbau des kirchlichen Sozialdienstes betraut worden. Es ist dies ein Angebot der katholischen Pfarrei St.Johannes.

Zeit haben

Der 38-jährige diplomierte Sozialpädagoge war bis anhin in verschiedenen Bereichen tätig, als Jugendarbeiter in der Pfarrei Heiligkreuz der Stadt St.Gallen, beim kantonalen Migrationsamt St.Gallen im Integrationsbereich sowie in der Rückkehrberatung und in der Gemeinde Uzwil als Sozialberater, auch zuständig für Beistandsschaften. Er lebt mit seiner Partnerin im appenzellischen Büriswilen. Es seien bereits überraschend viele Menschen zu ihm gekommen – bis jetzt etwa 35 – zumeist weitergeleitet vom Sozialamt und der Perspektive Thurgau.

Einige hätten sich auch direkt an ihn gewandt. «Dabei sind verschiedene Themen und Probleme zur Sprache gekommen», sagt Pfiffner. Beispielsweise hätten Arbeitslose Hilfe und Unterstützung im Bewerbungsprozess gesucht. «Hier konnte ich bei Formulierungen und auch mittels technischem Support helfen.» Menschen, die auf ein betreutes Wohn-Angebot angewiesen sind, habe er bei der Suche nach geeignetem Wohnraum unterstützt und begleitet. «Ebenso konnte ich bei Sucht- und Erziehungsproblemen oder finanziellen Problemen helfen.» Und es gebe noch diejenigen, die einfach froh seien, wenn sie ihre Sorgen bei einer neutralen Person deponieren könnten, sagt Pfiffner.

Drei Schwerpunkte

Beratungen machen momentan einen grossen Anteil seiner Arbeit aus. Ein zweiter Schwerpunkt besteht aus der Projektarbeit: Dazu gehört die sogenannte «schriibBar», eine Unterstützung bei privaten, administrativen Aufgaben. Sie findet jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, von 13.30 bis 16 Uhr, im Johannestreff an der Hafenstrasse 48a statt. Und im Moment ist er beteiligt an einem kantonalen runden Tisch zum Thema Notunterkünfte, getragen von den beiden Landeskirchen und der Caritas. In Weinfelden soll daraus eine Notschlafstelle entstehen, uin Romanshorn gibt es seit diesem September eine Notwohnung bei der katholischen Kirche.

Als dritten Schwerpunkt sieht Pfiffner die Freiwiligenarbeit innerhalb der Pfarrei. «Da bin ich in der bereits bestehenden Begleitgruppe St.Johannes.» Neben den bereits Engagierten soll mit der Zeit ein Pool mit neuen freiwillig tätigen Menschen geschaffen werden. «Vielleicht lässt sich sogar der eine oder die andere aus meiner Beratungstätigkeit oder den bereits bestehenden Projekten dafür gewinnen».