Die Kandidaten sind Raperswiler Dorfgespräch

Für das Gemeindepräsidium interessieren sich Gaby J. Müller und Mario Hofer. Während er seit acht Jahren Mitglied des Gemeinderats ist, kann sie Erfahrung in Führung und Verbandsarbeit aufweisen.

Nicole D’Orazio
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Ortstafel von Raperswilen auf dem Seerücken. (Bild: Donato Caspari)

Ortstafel von Raperswilen auf dem Seerücken. (Bild: Donato Caspari)

Ihre Nachbarn und die Landfrauen haben sie motiviert, als Gemeindepräsidentin von Raperswilen zu kandidieren. Der erste Wahlgang findet am 10. Februar statt. «Ich habe mir das gut überlegt und fände es eine sehr spannende Herausforderung», sagt Gaby J. Müller. «Es gefällt mir hier und ich würde mich gerne für die Gemeinde engagieren.» Sie lebt mit ihrem Partner und ihren Pferden in Fischbach.

Gaby J. Müller (Bild: PD)

Gaby J. Müller (Bild: PD)

«Die Leute aus dem Weiler haben mich schon länger darauf angesprochen, doch im Gemeinderat mitzuwirken.» Die Landfrauen hätten dann gemeint, sie würde doch prima ins Präsidium passen.

«Das hat mich natürlich sehr gefreut. Ich verfüge über viel Erfahrung in der Verbandspolitik und führe ein eigenes Unternehmen mit 18 Mitarbeitern»,

meint die 55-Jährige. Sie traue sich das Amt daher auch ohne politische Erfahrung zu. «Ich verfüge auch über das nötige Fingerspitzengefühl», sagt sie und lacht.

Die Städterin hat es aufs Land gezogen

Müller ist Juristin und Steuerexpertin und besitzt eine entsprechende Praxis in Zürich. «Ich bin mitten in der Stadt aufgewachsen. Wegen der Pferde hat es mich jedoch immer mehr aufs Land hinaus gezogen», erzählt sie. Vor vier Jahren sei sie mit ihrem Partner nach Fischbach gezügelt. Gaby J. Müller – das J steht für Judith – hat mehrere Jahre dem Vorstand des Schweizerischen Verbands für Pferdesport angehört. Sie ist zudem Mitglied des Business Professional Women in Zürich, welche sie auch drei Jahre präsidiert hat. Im BBZ Arenenberg ist sie zudem Dozentin für landwirtschaftliches Recht.

«Da ich durch meine Engagements nicht immer im Büro bin, ist die Stellvertretung schon jetzt organisiert und der Betrieb läuft auch ohne mich. Ich könnte mir die 30 Prozent für das Gemeindepräsidium deswegen gut einrichten», sagt Müller.

Die Familie ist ihr sehr wichtig

Einer Partei gehört die Fischbacherin nicht an. Sie sei gut bürgerlich eingestellt, beschreibt sie sich. «Die Familie ist mir ganz wichtig.» Diese gehöre deswegen zu ihren Anliegen wie eine gute Schule, genug Kinder und daher auch ein gesundes Wachstum der Gemeinde. «In Raperswilen läuft es gut», findet Müller. «Das soll so bleiben.»

Dass Mario Hofer ebenfalls als Gemeindepräsident kandidiert, findet Müller gut: «Für die Gemeinde ist das optimal. So können die Leute wählen.» Wahlkampf will sie nicht betreiben. «Ich mag nur schon das Wort nicht», findet sie. Sie sei eine stille Schafferin und suche das Gespräch mit den Stimmbürgern. «Das Buschtelefon hat sowieso schon gut funktioniert.»

Hofer gefällt die Arbeit in der Exekutive

Mario Hofer gehört seit acht Jahren dem Gemeinderat von Raperswilen an und führt das Ressort Soziales. Nun wagt er den nächsten Schritt und kandidiert als Gemeindepräsident und Nachfolger von Willi Hartmann, der auf Ende der Legislatur zurücktritt. «Die Arbeit in der Exekutive ist sehr interessant», erklärt er seine Motivation. «Zudem wollte ich unseren Stimmbürgern eine Auswahl ermöglichen.» Er sei darauf angesprochen worden und hat sich viele Gedanken gemacht.

Mario Hofer. (Bild: PD)

Mario Hofer. (Bild: PD)

Von seinem Ressort hatte er zu Beginn nicht viel Ahnung, erzählt Hofer und schmunzelt. Er ist Landwirt und betreibt Rindermast und Ackerbau.

«Im Sozialen hat sich in den letzten acht Jahren sehr viel getan. Ich habe es sehr spannend gefunden, mich mit einer für mich neuen Thematik zu beschäftigen und mich einzuarbeiten. Das ist mir gut gelungen.»

Beim Präsidium würde er sich den neuen Themen und Herausforderungen, zum Beispiel dem Bauamt sowie der Führung der Gemeinde, gerne stellen. «Das 30-Prozentpensum könnte ich mir einrichten», sagt der 49-Jährige. Einer seiner drei Söhne würde auf dem Hof stärker mit anpacken.

Wasserleitung beschäftigt den Gemeinderat

Die Gemeinde läuft gut und soll so bleiben, wie sie ist. Hofer würde zuerst kleine Änderungen angehen. «Ein grosses Projekt, das den Gemeinderat beschäftigen wird, ist die Wasserleitung in Helsighausen.»

Einer Partei gehört Hofer nicht an. «Ich würde mich aber der bürgerlichen Ecke zuordnen», sagt er. Er ist nicht verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Bis zum Wahltermin will er keine grosse Kampagne fahren. «Die meisten Leute in unserer Gemeinde kennen mich», ist er überzeugt. «Und meine Kandidatur hat auch schon die Runde gemacht und ist anscheinend Dorfgespräch.»