Die Idee für das Pflegeheim Sattelbogen in Bischofszell kam beim Abendessen im Berner Oberland

Mit einem Jubiläumsfest feierte der Sattelbogen am Samstag sein 30-jähriges Bestehen. Dabei setzten die Organisatoren auf Unterhaltung im Appenzeller Stil.

Monika Wick
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Beim Jubiläumsfest herrschten Appenzeller Töne vor. (Bild: Monika Wick)

Beim Jubiläumsfest herrschten Appenzeller Töne vor. (Bild: Monika Wick)

Bischofszell liegt im Appenzellerland: Das stimmt zwar nicht, aber am Samstag hätten Ortsunkundige das durchaus annehmen können. Im Garten des Sattelbogens entlockt das aus Josef Rempfler, Benjamin Rempfler und Walter Neff bestehende «Appenzeller Echo» den Instrumenten traditionelle Klänge. In der Luft liegt der Duft von Original Appenzeller Siedwürsten, Chäshörnli und Apfelmus, die von fleissigen Mitarbeitern in Edelweisshemden serviert werden. Und dann ist da noch Franziska Koller, Leiterin Aktivierung des Sattelbogens, die alle mit urchigstem Appenzeller-Dialekt begrüsst.

Grund für das Fest ist das 30-jährige Bestehen des Sattelbogens. «Ich will nicht lange reden, weil wir ja dann am 50. Geburtstag des Sattelbogens eine grosse Ansprache hören werden», sagt Carlo S. Hirschhorn lachend.

Hansruedi Schoop sagt als ehemaliger Gemeindeammann: «Der Sattelbogen ist das nachhaltigste Werk der Tätigkeit des Gemeinderats»

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Dennoch wirft der Vorsitzende der Geschäftsleitung einen Blick zurück und erzählt, dass die Werkkommission der Technischen Betriebe Bischofszell vor knapp vierzig Jahren ins Berner Oberland reiste. «Beim Nachtessen hatten sie die Idee in Bischofszell ein Pflegeheim zu bauen, solange es vom Kanton noch Geld dafür gebe», erklärt er.

Bis Baubeginn vergehen etliche Jahre

Bis zum Baubeginn vergingen laut Carlo S. Hirschhorn noch etliche Jahre. «Anfang Juni 1989 hat man das Regionale Alters- und Pflegeheim Sattelbogen mit einem grossen Fest eröffnet», sagt er. In den vergangenen zehn Jahren realisierte der Sattelbogen noch zwei Neubauten und bietet heute 92 Bewohnern ein Zuhause. Um ihr Wohlbefinden und ihre Pflege kümmern sich rund 140 Mitarbeiter in 90 Vollzeitstellen. Zum 30-Jahr-Jubiläum konnte die erste von sechs Sanierungsetappen abgeschlossen werden.

«Das Fest ist schön. Und ich geniesse ich die Gesellschaft von Sohn und Enkel,» sagt Margrit Widmer (78)  Bewohnerin Sattelbogen

«Das Fest ist schön. Und ich geniesse ich die Gesellschaft von Sohn und Enkel,» sagt Margrit Widmer (78)
Bewohnerin Sattelbogen

Besonders erfreut über die Erfolgsgeschichte des Sattelbogens zeigen sich auch Walter Bollier, Präsident Verein Sattelbogen, und der damalige Gemeindeammann Hansruedi Schoop. Die beiden Männer befinden sich unter den Gästen und gehören zu den Gründungsmitgliedern. «Den ‹Verein zur Förderung von Pflegewohnstätten› haben wir noch am gleichen Abend im Berner Oberland gegründet», erinnern sie sich.

Innerhalb von einem Jahr hätten sie 1400 Mitglieder werben können. «Der damalige Mitgliederbeitrag von zwanzig Franken wurde aus nostalgischen Gründen bis heute beibehalten», sagt Walter Bollier.