Die grösste Orgel im Kanton Thurgau steht in Arbon und soll bald wieder tönen wie nach dem Bau 1924

Die klangliche Rückführung des Instrumentes mit über 4000 Pfeifen kostet rund 120'000 Franken. Die Initiatoren des Projektes haben bereits 60 Prozent des Geldes zusammen. Sie suchen weiter nach Geldgebern - seit kurzem auch auf einer Crowdfunding-Plattform.

Markus Schoch
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Simon Menges vor der Orgel in der evangelischen Kirche Arbon. (Bild: Natascha Arsic)

Simon Menges vor der Orgel in der evangelischen Kirche Arbon. (Bild: Natascha Arsic)

Das Projekt ist auf guten Wegen, aber noch nicht am Ziel. Bereits rund 72'000 Franken haben Einzelpersonen und Firmen gespendet, damit die 1924 erbaute Orgel der evangelischen Kirchgemeinde Arbon - die grösste im Kanton Thurgau - zumindest teilweise wieder ihr orchestrales Klangbild erhält, das sie einst hatte.

Über die Jahre und Jahrzehnte ging es verloren, weil es nicht mehr dem Zeitgeist entsprach. Die Kirchgemeinde liess zwischen 1950 und 1980 viele Pfeifen abschneiden und stellte sie um. Heute tönt die Orgel in der Kirche auf dem Bergli eher kalt und nüchtern.

Der Zeitpunkt ist günstig

Die Musikkommission der Kirchgemeinde sammelt jetzt in Zusammenarbeit mit weiteren Personen Geld, um das Rad der Zeit musikalisch zurück zu drehen. Der Zeitpunkt ist günstig. Denn die Kirchgemeinde lässt die Orgel im nächsten Jahr umfassend revidieren und erneuern. Die Kirchbürger haben dafür im Mai mit grossem Mehr einen Kredit in der Höhe von 430'000 Franken gesprochen.

Die klangliche Rückführung von acht Registern würde nochmals 120'000 Franken kosten. Die zusätzliche Investition soll durch Dritte finanziert werden. Die Initianten suchen seit kurzem auch auf der Crowdfunding-Plattform «Lokalhelden» nach Geldgebern.

www.lokalhelden.ch/bodenseeorgel

Bis Ende September wollen sie dort 30'000 Franken sammeln - aber sicher 6000 Franken, um mindestens ein Register in seinen früheren Zustand zurückführen zu können.

«Es ist fantastisch»

Sie hätten sich hohe Ziele gesetzt, ist sich Organist Simon Menges bewusst. Doch es sei möglich, diese Ziele zu erreichen, wie die bisherigen Erfahrungen zeigen würden. Die Finanzierung der Neu-Intonierung der Orgel sei bereits zu 60 Prozent gesichert. «Das ist fantastisch, und wir hätten das nie zu träumen gewagt.»