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Die Grande Dame der Schlossfestspiele Hagenwil und zahlreicher weiterer Produktionen hat die Bühne für immer verlassen

Doris Haudenschild starb im Alter von 74 Jahren. Der Schauspielerei hat die Gossauerin ihr Leben gewidmet.
Rita Kohn
Porträt der Schauspielerin Doris Haudenschild aus dem Jahr 2015. (Bild: Benjamin Manser)

Porträt der Schauspielerin Doris Haudenschild aus dem Jahr 2015. (Bild: Benjamin Manser)

Ihre Umarmung war zuletzt so zart, wie das Flattern von Schmetterlingsflügeln. Obwohl die Grande Dame sich jahrelang gegen die heimtückische Krankheit wehrte, haben sie zum Schluss ihre Kräfte verlassen. Doris Haudenschild starb mit dem Kopf voller Ideen für den kommenden Theater-Sommer. Noch einmal wollte sie zu ihrer wahren Grösse auflaufen und in den beiden Stücken «Arsen und Spitzenhäubchen» und «Aschenputtel» glänzen. Doch es sollte nicht sein.

Die Schauspielerei war das Leben der Gossauerin. «Ja, für die Bühne muss man verzichten», sagte sie 2015, als sie ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum und gleichzeitig ihren 70. Geburtstag feiern konnte. Verzichtet hat sie auf die eigene Familie. Sie, die mit Kindern so gut umgehen konnte, hatte nie eigene Kinder. «Es ist, wie es ist», sagte sie mit 70 Jahren und betonte, dass sie es niemals bereut hat, ihr Leben ganz der Bühne zu widmen.

Sängerin und Darstellerin

Bis zuletzt waren es die ausdrucksstarke Mimik, die wunderbare Wandlungsfähigkeit und die mitreissende Spielfreude, die Doris Haudenschild zu einer der schillerndsten Figuren der Hagenwiler Schlossfestspiele und der verschiedenen Theaterprojekte von Regisseur Florian Rexer machte. Er war es auch, der die Schauspielerin vor ein paar Jahren von ihrer Sorge, für die Bühne zu alt zu werden, befreit hatte.

Bis zu ihrer Pensionierung hatte Doris Haudenschild in zwei Sparten geglänzt. Zum einen als Chorsängerin bei grossen Konzerten in Kirchen, zum anderen als Mitglied des Ensembles am Stadttheater St. Gallen, wo die Gossauerin nach ihrem Gesangsstudium eine Anstellung fand und in verschiedenen Opern, Operetten, Musicals und Theaterstücken zu sehen war.

Begegnung mit Florian Rexer war ein Glücksfall

Den Sprung zur Solistin auf der Bühne hat Doris Haudenschild nie gemacht. Sie genoss ihre Aufgabe und das Wechselspiel von Chor und Theater. Der Theaterbühne ist Doris Haudenschild denn bis zum Ende treu geblieben, auch wenn sie das Stadttheater gegen die Bühne im Schlosshof von Hagenwil getauscht hat.

Ein Glücksfall sei es gewesen, dass sie mit Florian Rexer ins Gespräch gekommen sei, sagte die Schauspielerin einst. Ein Glücksfall, der sich auf das Publikum ebenso auswirkte, wie auf das Ensemble der Schlossfestspiele und der Dinnerevents. Denn auch hier war Doris Haudenschild eine der ganz grossen Darstellerinnen. Das Jubiläums-Gruseldinner im Schloss Hagenwil war einer ihrer letzten grossen Auftritte in der Region.

Erzählerin, Schauspielerin, Freundin

Florian Rexer erkannte das Potenzial der Gossauerin und band sie bald fest in seine Produktionen ein. Doris Haudenschild wurde Erzählerin im Kinderstück, Schauspielerin im Erwachsenenstück und Freundin des ganzen Ensembles. Sie arbeitete gewissenhaft mit, hatte ein offenes Ohr für die Menschen um sich und zeigte einen feinen Humor, wenn es mal irgendwo nicht ganz rund lief. Einst sagte sie:

«Wir sind eben eine kleine Familie».

Auf die Jubiläumssaison der Schlossfestspiele Hagenwil freute sich Doris Haudenschild besonders. Die Rolle im Stück «Arsen und Spitzenhäubchen» gehörte zu den Aufgaben, denen sich die Gossauerin mit grossem Engagement stellen wollte. Schon kurz nach der Dernière im letzten Jahr – als die neue Saison bereits aufgegleist wurde – verriet sie, dass es ihr eine besondere Ehre sei, in einem solch bekannten Stück auf der Bühne zu stehen.

Es sollte jedoch nicht so sein, obwohl die Grande Dame der Schlossfestspiele noch kurz vor ihrem Tod davon überzeugt war, es nochmals zu schaffen und das Spitalbett mit der Bühne zu tauschen.

Nicht nur das Ensemble ist traurig

Dass Doris Haudenschild nun nicht mehr zum charmanten Morden kommt, macht nicht nur das Ensemble der Schlossfestspiele traurig. Auch viele Gäste der Produktionen von Florian Rexer werden die besondere Grande Dame vermissen. Sie hat den jeweiligen Stücken einen besonderen Charakter verliehen. Ihre Ausstrahlung wird noch lange nachwirken, auch wenn sie selber nicht mehr anwesend ist.

Traurig ist der Regisseur Florian Rexer, der bis zuletzt für Doris Haudenschild die Rolle frei hielt. Er hat sich mit einer liebevollen Anzeige und warmen Worten von seiner Grande Dame verabschiedet. Die Familie und Freunde der Verstorbenen werden sich Anfang Juni im Schloss Hagenwil zur Gedenkfeier treffen und Doris Haudenschild ehren.

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