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Die Glocken bleiben nachts zur Viertelstunde stumm

Von 22 bis 7 Uhr gibt es keinen Viertelstunden-Schlag mehr. Das haben die katholischen Kirchbürger in Kreuzlingen entschieden.
Nicole D'Orazio
Die katholische Kirche St.Ulrich in Kreuzlingen. Nachts werden die Glocken zur Viertelstunde nicht mehr läuten. (Bild Reto Martin)

Die katholische Kirche St.Ulrich in Kreuzlingen. Nachts werden die Glocken zur Viertelstunde nicht mehr läuten. (Bild Reto Martin)

Nachts bleiben die Glocken der Kirchen St. Stefan und St. Ulrich in Kreuzlingen zum Viertelstunden-Schlag derzeit stumm. Und das Angelusläuten ist von 6 auf 7 Uhr verschoben worden. Noch bis Ende Jahr dauert die Testphase, die als Reaktion auf Lärmklagen gegen das nächtliche Glockengeläut eingeführt wurde. «Wir wollen die Kirchbürger entscheiden lassen, wie es danach weiter gehen soll», sagt Präsident Beat Krähenmann an der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen am Montagabend.

Zuerst wurden als Experten Pfarradministrator Jan Walentek, Anwalt Dominik Hasler und Klangexperte Roman Surber zum Thema befragt. «Aus kirchlicher Sicht kann man nicht gänzlich auf das Glockengeläut verzichten», meint Walentek. «Denn es ruft zum Gebet und Gottesdienst auf.» In der Nacht habe es jedoch keine liturgische Bedeutung, ausser es findet nachts ein Gottesdienst statt wie zum Beispiel an Weihnachten. Beim Angelusläuten komme es nicht darauf an, ob dieses um 6 oder 7 Uhr erklingt.

Rechtsstreitigkeiten könnten Tausende Franken kosten

Hasler erklärt, dass das Bundesgerichtsurteil im Fall Wädenswil nicht einfach auf Kreuzlingen übernommen werden kann. «Unsere Messungen sind höher als in Wädenswil, und bei uns kann man die Gemeindeautonomie auch nicht geltend machen», erklärt der Jurist. Bei erneuten Klagen könnten Rechtsstreitigkeiten zwei bis fünf Jahre dauern und zwischen 5000 und 80000 Franken kosten, je nach Instanz und Aufwand. Surber erklärt, dass man die Glocken nicht einfach dämpfen kann, weil sie dann anders klingen.

In der Diskussion spalten sich die 96 Stimmbürger in zwei Lager: in diejenigen, die den Viertelstunden-Schlag vermissen und jene, die ihn nicht wieder einführen wollen. «Wenn ich wissen will, wie viel Uhr es ist, dann schaue ich auf den Wecker und brauche den Glockenschlag nicht», meint ein Votant. «Für mich bedeutet der Glockenschlag Heimat», entgegnet ein anderer. «Wenn man nahe einer Kirche wohnt, sollte man wissen, was einen erwartet», findet eine Stimmbürgerin. Es könne doch nicht sein, dass man wegen des Glockenschlags bis vor das Bundesgericht gehe, meint ein Stimmbürger abschliessend. «Wir sollten auf alle Mitbürger Rücksicht nehmen und verzichten.» Dafür erntet er Applaus.

Die Abstimmung verläuft klar: Nur 15 Anwesende wollen den Viertelstunden-Schlag nachts wieder einführen, die Mehrheit ist dagegen. Und das Angelusläuten bleibt bei 7 Uhr. 40 Stimmbürger sind dafür, 31 wollen es wieder um 6 Uhr. 16 Personen enthalten sich.

Ein Architekturwettbewerb und diverse Sanierungen stehen an

In der Basilika St. Ulrich in Kreuzlingen muss die Chordecke saniert werden, weil sich der Verputz löst. Die Arbeiten sollen von Mitte Juni bis Ende September durchgeführt werden. Die Versammlung stimmte dem Kredit von 140000 Franken einstimmig zu. Bei der Kirche St. Stefan werden ab August der Kirch- und der Parkplatz saniert, informierte Kirchenpfleger Simon Tobler. Auch beim Priesterhaus Bernrain sei man bezüglich der Sanierung einen Schritt weiter. «Die Vorsteherschaft hat ein Gesamtkonzept verabschiedet. Ende Juni wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, zum dem einige Büros eingeladen werden», sagte Tobler. Im Herbst wolle man das Siegerprojekt vorstellen. Im ersten Halbjahr 2019 komme es zur Urnenabstimmung über den Kredit. Zur Gesamterneuerungswahl im Herbst stellen sich alle Behördenmitglieder wieder zur Wahl, sagte Krähenmann. Und die Rechnung 2017 schliesst mit einem Gewinn von rund 26000 Franken.

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