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Tägerwiler wollen die Gemeindeversammlung beibehalten

Die neue Gemeindeordnung beschäftigt das Dorf. Die Tägerwiler Stimmberechtigten haben den Entwurf mit einigen Änderungen genehmigt. Der Antrag «Alles an die Urne» bleibt hingegen chancenlos.
Nicole D’Orazio
Blick in die Gemeindeversammlung am Montagabend. (Bild: Nicole D'Orazio)

Blick in die Gemeindeversammlung am Montagabend. (Bild: Nicole D'Orazio)

Das hat Markus Thalmann noch nie gesehen. 354 Stimmbürger sind am Montagabend in die Bürgerhalle an die Gemeindeversammlung gekommen. «So viele wie noch nie in meiner Amtszeit», sagt der Gemeindepräsident. Es ist ein wichtiger Abend für das Dorf. Es geht um die neue Gemeindeordnung.

Miriam Löffel bringt ihre Argumente vor. (Bild: Nicole D'Orazio)

Miriam Löffel bringt ihre Argumente vor. (Bild: Nicole D'Orazio)

Miriam Löffel und Hans Riethmann haben die «Tägerwiler Stimme» ins Leben gerufen, Unterschriften gesammelt und einen Antrag gestellt. Sie wollen alle Geschäfte an die Urne bringen. Eine Versammlung gäbe es nicht mehr, nur noch Informationsabende.

«Viele können nicht an die Versammlung kommen. Sie müssen arbeiten, sind krank oder haben andere Gründe. Deren Stimmrecht verfällt», erklärt Löffel. «Bei einer Abstimmung an der Urne nehmen durchschnittlich 43 Prozent der Stimmberechtigten teil. An einer Gemeindeversammlung ist jeweils nur ein kleiner Anteil anwesend.» Eine Urnenabstimmung wäre fairer.

Die Tägerwiler hängen an der Versammlung

«15 Prozent der Stimmberechtigten sind heute hier. Das ist ein Zeichen für gelebte Demokratie», meint Ueli Trösch. Die 85 Prozent, die nicht anwesend seien, hätten Vertrauen, dass die Versammlung alles richtig mache. «Wer sich interessiert, muss herkommen.» Hier könne man zuhören, diskutieren und Anträge stellen. «Dafür muss man halt aus dem Haus. Ich will das nicht aufgeben.»

Christian Schwarz pflichtet ihm bei: «Ich will demjenigen mit der gegenteiligen Meinung zuhören. Und an der Urne wird auch oft zu emotional abgestimmt.» Elfie Ehrat meint, dass sie immer einen Weg finde, an der Versammlung teilzunehmen. Für Bruno Schlauri passt es nicht in sein demokratisches Verständnis, wenn man nur noch an der Urne abstimmen könnte. «An die Informationsabende kommen zu wenige Leute. Das reicht nicht. Es braucht die Diskussion.»

Der Antrag von Miriam Löffel wird schliesslich in geheimer Abstimmung mit 235 Nein- zu 115 Ja-Stimmen abgelehnt.

Einige Geschäfte kommen sowieso an die Urne

Die neue Gemeindeordnung wird mit einigen Änderungen klar angenommen. Geschäfte ab zwei Millionen Franken kommen künftig an die Urne sowie zum Beispiel neue jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 200'000 Franken. Das Gleiche gilt für Initiativen, die als ausgearbeiteter Entwurf eingereicht werden müssen.

Einzelne Geschäfte können künftig an die Urne gebracht werden, wenn ein Drittel der Versammlung dies verlangt. Einbürgerungen kommen künftig nicht mehr vor die Versammlung, sondern es gibt eine öffentliche Ausschreibung.

Die Ortsparteien kommen hingegen nicht mit ihrem Antrag durch, die Finanzbefugnis des Gemeinderats über budgetierte Ausgaben bis zu 500'000 Franken auf 200'000 Franken zu senken. «Das hätte viel mehr Kreditbegehren zur Folge als heute», sagt Thalmann und erhält Recht.

Budget 2019 rechnet mit einem Defizit

Das Budget 2019 wird einstimmig angenommen. Es rechnet mit einem Verlust von 406000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 35 Prozentpunkten. «Wir sind gut unterwegs», sagt Gemeinderat Thomas Gerwig. Die Sanierung des Fussballplatzes sei im Budget geblieben. Über diese soll im Frühling an der Urne abgestimmt werden. «Bei einer Zustimmung können wir so gleich loslegen», erklärt Gerwig.

Die Umzonung der Liegenschaft Zollhaus genehmigen die Stimmbürger. Diese wird von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Wohn- und Arbeitszone übergehen.

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