Roggwiler sagen «Ja» zum Kauf des «Ochsen»

Die Stimmberechtigten bewilligen 480 000 Franken für das Gasthaus. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der Saalbaugenossenschaft. Die Gemeinde macht sich nun über die Nutzung des Gebäudes Gedanken. Sie will sich aber nicht dazu verpflichten, dieses definitiv als Restaurant weiterzuführen.

Christof Lampart
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Das Restaurant Ochsen könnte nach dem Willen der Stimmbürger bald der Gemeinde gehören.

Das Restaurant Ochsen könnte nach dem Willen der Stimmbürger bald der Gemeinde gehören.

Andrea Stalder (28. Februar 2019)

An der Rechnungsgemeinde 2019 der Gemeinde Roggwil, welche in der Mehrzweckhalle in Freidorf vor 162 Stimmberechtigten und unter strengen Hygienevorschriften stattfand, wurde das Kaufgeschäft Ochsen zwar eingehend diskutiert – wirklich umstritten war es aber, wie es sich schnell zeigte, nicht. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil der Roggwiler Gemeindepräsident Gallus Hasler zusicherte, alle Interessierten bei der Bedürfnisabklärung fürs Ochsen-Areal mit einzubeziehen und dabei «Schritt für Schritt» vorgehen und kommunizieren zu wollen.

Gemeinderat ist den Bürgern zu langsam

Allerdings wird dies schneller passieren müssen, als vom Gemeinderat ursprünglich beabsichtigt. Die Exekutive hatte vorgeschlagen, nach dem Kaufentscheid nun erst den Verkaufsentscheid der Saalbaugenossenschaft Ochsen anfangs November abzuwarten. Danach, so die Idee des Gemeinderates, wolle man sich an die Arbeit begeben und auf die Budgetgemeinde 2021 hin ein Konzept präsentieren. Dies ging einigen Votanten jedoch zu wenig schnell. Sie forderten, dass der Gemeinderat die Bedürfnisabklärung sofort an die Hand nehmen solle, zumal ja mit einer Zustimmung der Saalbaugenossenschaft zu rechnen sei.

Der Souverän hiess einen entsprechenden Antrag deutlich gut. Der Präsident der Saalbaugenossenschaft, Willi Bischofberger, gab zu verstehen, dass er den Kauf befürworte:

«Ich unterstütze es, dass die Gemeinde den Ochsen kauft. Aber ich bin der Meinung, dass es ein Restaurant bleiben soll, wo Vereine sich treffen und Versammlungen abhalten können. Wir haben sonst im Dorf nichts mehr.»

Über den Kaufpreis für den «Ochsen» – 480 000 Franken – gab es keinerlei Diskussion. Gallus Hasler betonte, dass die Gemeinde zwar für alle möglichen (Zwischen-)Nutzungsszenarien des «Ochsens» als Restaurant, Gemeindehaus, Geschäftshaus, Dorfplatz offen sei, sich jedoch gegen eine Verpflichtung zur Weiterführung eines Restaurants ausspreche.

Sollte es dazu kommen, dass weiterhin ein Restaurant geführt werde, habe sicher niemand etwas dagegen. Über die etwaige Nutzung werde man sich ab sofort Gedanken machen und auch Parteien, Interessensgruppen und Private einladen, in einer Planungsgruppe mitzumachen. Dieser Gruppe gehören auch Ortsplaner und die kantonale Denkmalpflege an.

Jahresrechnung wird einstimmig angenommen

Die anderen traktandierten Geschäfte an diesem Abend waren verhältnismässig schnell abgehakt. Die überaus positive Jahresrechnung aus der ein Mehrertrag von knapp 1,052 Millionen Franken resultiert, wurde von der Versammlung einstimmig gutgeheissen. Ebenso wurden der neue Zonenplan und das Baureglement genehmigt.