Die Gemeinde Hohentannen erzielt Gewinn von rund 600'000 Franken: «Bei einem Budget von 2,4 Millionen Franken ist das viel»

Statt budgetiertem Verlust gibt es einen satten Gewinn, der rund ein Viertel des Budgets beträgt. Gemeindepräsident Lukas Hoffmann erklärt die Gründe.

Georg Stelzner
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Lukas Hoffmann, Gemeindepräsident von Hohentannen, stellt die Rechnung 2019 vor.

Lukas Hoffmann, Gemeindepräsident von Hohentannen, stellt die Rechnung 2019 vor.

Bild: Andrea Stalder

Es gibt auch in Zeiten von Corona noch erfreuliche Nachrichten. Eine solche hat Gemeindepräsident Lukas Hoffmann für die Einwohner von Hohentannen: Die Erfolgsrechnung der politischen Gemeinde schliesst um 707'431 Franken besser ab als budgetiert. Statt des erwarteten Verlusts von 94'700 Franken resultiert ein Gewinn in Höhe von 612'731 Franken. Hoffmann sagt:

«Bei einem Budget von gut 2,4 Millionen Franken ist das sehr viel.»

Gründe für den positiven Abschluss gibt es neben dem bewussten Umgang mit den Ressourcen und dem kostenbewussten Handeln mehrere. Zum einen konnte ein Mehrertrag an Steuern verbucht werden, zum andern wirkte sich die Begleichung von Steuerausständen positiv aus. Vor allem die erklecklichen Grundstückgewinnsteuern habe man nicht erwarten können, erklärt Hoffmann: «Nicht alltägliche Handänderungen gaben den Ausschlag für den hohen Ertrag.»

Zweckverband, Gemeindeordnung und ein Vorkaufsrecht

Die Traktandenliste der kommenden Gemeindeversammlung führt ausser der Jahresrechnung drei weitere Geschäfte auf, über welche die Stimmbürger zu befinden haben.

Der Gemeinderat Hohentannen stellt den Antrag, den 1976 gegründeten Wasserversorgungszweckverband Felsenholz aufzulösen. Die heutigen Aufgaben des Zweckverbandes beschränken sich auf die Beschaffung und Speicherung von Trink-, Brauch- und Löschwasser. Der Gemeinderat argumentiert, dass die beteiligten Gemeinden (Hohentannen, Sulgen und Erlen) für die Wasserverteilung und Wasserversorgung inzwischen selbst verantwortlich seien.

Die aus dem Jahr 1999 stammende Gemeindeordnung stimmt nicht mehr in allen Bereichen mit der aktuellen Gesetzgebung überein und muss angepasst werden. Der Gemeinderat möchte zudem seine Finanzkompetenz auf maximal 50'000 Franken für im Budget nicht vorgesehene, einmalige Ausgaben erhöhen. Derzeit
endet die Befugnis bei 30'000 Franken, was den Handlungsspielraum extrem einschränkt.

Den Kauf der Liegenschaft 1042 in Heldswil, für welche die Gemeinde Hohentannen ein Vorkaufsrecht hat, empfiehlt der Gemeinderat zur Ablehnung. Ein Erwerb wäre nur sinnvoll, wenn dem Gebäude eine strategische Bedeutung zukäme, was jedoch nicht mehr der Fall sei. Die einstige Idee, die Gemeindeverwaltung in Heldswil unterzubringen, ist heute obsolet. (st)

Der Gemeinderat beantragt, den Gewinn zur Gänze dem Eigenkapital zuzuführen, das sich damit auf 1,9 Millionen Franken erhöhen würde. Damit wäre nach Einschätzung Hoffmanns wieder eine solide Basis vorhanden. Dass Hohentannen in Zukunft voraussichtlich weniger Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich bekommen wird, beunruhigt Hoffmann nicht. Im Gegenteil. Er sagt:

«Wir wollen eine selbstständige und selbstbewusste Gemeinde sein.»

Hinweis
Die Gemeindeversammlung findet am Mittwoch, 12. August, ab 20 Uhr in der Hirscheschür in Hohentannen statt.