Die Gemeinde Egnach kann Schulhaustrakt auf dem Gristenbühl trotz Kritik abbrechen

Es gingen bei der öffentlichen Auflage der Pläne keine Einsprachen ein. Im Vorfeld war Kritik am Vorgehen des Gemeinderates laut geworden.

Markus Schoch
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Zuletzt diente das Schulhaus der Gemeindeverwaltung als Büro-Provisorium.

Zuletzt diente das Schulhaus der Gemeindeverwaltung als Büro-Provisorium.

Bild: Reto Martin (5.10.2018)

Die Tage des neueren der beiden Schulhäuser auf dem Gristenbühl sind definitiv gezählt. Gegen das Abbruchgesuch, das bis Mitte Mai öffentlich auflag, sind keine Einsprachen eingegangen. Das Gebäude aus den 1960er-Jahren kann jetzt dem Erdboden gleichgemacht werden. Im aktuellen Budget der Gemeinde ist dafür ein Betrag von 162'000 Franken eingestellt. Wann die Bagger auffahren, ist noch nicht bekannt. Voraussichtlich wird es Herbst, teilt die Gemeinde auf Anfrage mit.

Der Schulhaustrakt steht leer, seit die Volksschulgemeinde vor bald vier Jahren das neue Schulhaus im Zentrum von Neukirch in Betrieb genommen hat. Zuletzt diente es der Gemeinde als Büro-Provisorium während der Sanierung des Gemeindehauses. Ihr gehört die gesamte Liegenschaft inklusive des alten, denkmalgeschützten Schulhauses seit 2016.

In schlechtem Zustand

Die Pläne zum Abbruch des Schulhauses waren nicht unumstritten. Ein Leserbriefschreiber warf dem Gemeinderat Ende April vor, überstürzt zu handeln. Die Behörde wies in ihrer Entgegnung Anfang Mai die Kritik zurück. Seit 2017 habe sie immer wieder öffentlich darauf hingewiesen, dass sie den Schulhaustrakt abreissen wolle, da eine Sanierung aus Kostengründen unverhältnismässig wäre.

Das Gebäude befinde sich in einem schlechten baulichen Zustand. Eine Vermietung komme nicht in Frage, da sich die Räume niemand leisten könnte, wenn die Gemeinde auf ihre Rechnung kommen sollte.

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