Die Gemeinde Berg will mehr Platz für die Verwaltung

Der Berger Gemeinderat will das alte Gemeindehaus sanieren und darin zusätzliche Büros schaffen. Dazu hat er nun eine Baukommission eingesetzt.

Mario Testa
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Gemeindepräsident Thomas Bitschnau vor dem Gemeindehaus. Das alte Gebäude links muss erneuert werden.

Gemeindepräsident Thomas Bitschnau vor dem Gemeindehaus. Das alte Gebäude links muss erneuert werden.

Bild: Mario Testa
(Berg, 28. Juli 2020)

Das alte Gemeindehaus steht leer. Die 1933 erbaute Villa des Patrons der Strickerei in Berg beherbergt nach dem Auszug der letzten Bewohnerin nur noch den Jugendtreff. Aber ansonsten genügt das Gebäude nicht mehr den heutigen Ansprüchen. «Es ist schlecht isoliert, die sanitären Anlagen sind marode und die Küche und die Elektroleitungen sind uralt», sagt Gemeindepräsident Thomas Bitschnau.

«Das Haus ist so einfach nicht zu vermieten oder nutzbar für unsere eigenen Verwaltung.»

An der Gemeindeversammlung im Januar haben die Stimmberechtigten einen Kredit über 50'000 Franken für ein Vorprojekt zur Sanierung des Gebäudes bewilligt. Nun hat der Gemeinderat die Baukommission gegründet, welche sich mit dem Umbau beschäftigen wird.

Vorprojekt ausarbeiten unter Zeitdruck

Nebst drei Mitgliedern des Gemeinderats und dem Gemeindeschreiber nehmen noch ein Liegenschaftsexperte und ein Architekt in der Kommission Einsitz. «Unsere Aufgabe ist die Begleitung des Vorprojekts und der Entscheid für eine Variante. Dann müssen wir das Detailkonzept ausarbeiten und den Kreditantrag für den Umbau formulieren», sagt Bitschnau, der die Kommission präsidiert. «Aus all diesen Arbeiten ergibt sich dann der Detailvorschlag zuhanden des Gemeinderats.»

Im Rahmen des Vorprojekts habe die Kommission bereits eine der drei Varianten verworfen. «Wir möchten das Gebäude dahingehend umbauen, dass wir es als Erweiterung der Gemeindeverwaltung nützen können», sagt Thomas Bitschnau.

«Gerade in der Coronazeit haben wir gemerkt, dass wir viel zu wenig Platz haben. Die Mitarbeiter arbeiten in sehr engen Büros.»

Deshalb hoffe er, das Stimmvolk gebe dem Ansinnen des Gemeinderats zum Schluss grünes Licht, das alte Gemeindehaus für interne Zwecke zu nutzen.

Kein Lift im ganzen Gebäude

Im Rahmen des Umbaus des alten Gemeindehauses könne auch einiges korrigiert werden, was beim Anbau vor 27 Jahren nicht optimal gelöst wurde. «Als öffentliches Gebäude müssen wir barrierefrei sein, haben aber gar keinen Lift. Den müssen wir einbauen. Zudem wird der Glasbau zwischen Alt- und Neubau im Sommer viel zu heiss, auch dieses Manko könnten wir gut korrigieren.» Auch ein weiteres Sitzungszimmer, das auch von Vereinen genutzt werden könnte, prüft die Kommission.

Vor 27 Jahren wurde der Anbau des Gemeindehauses realisiert. Im Zwischenraum zwischen dem neuen und alten Gebäude mit der Glasdecke wird es im Sommer sehr heiss.

Vor 27 Jahren wurde der Anbau des Gemeindehauses realisiert. Im Zwischenraum zwischen dem neuen und alten Gebäude mit der Glasdecke wird es im Sommer sehr heiss.

Bild: Mario Testa
(Berg, 28. Juli 2020)

Thomas Bitschnau hofft, den Kreditantrag für den Umbau an der nächsten Gemeindeversammlung im Januar 2021 vorlegen zu können. «Das wird eng. Wir müssten bis im November fertig sein mit dem Bauprojekt, um es rechtzeitig in die Botschaft aufzunehmen.»

Neue Kommission

Kirchen dürfen mitreden über den Friedhof

Der Gemeinderat von Berg hat eine vierköpfige, ständige Friedhofkommission eingesetzt. Der Friedhof liegt in der Verantwortung der politischen Gemeinde, der Gemeindepräsident ist Friedhofsverwalter. «Wir sind für Unterhalt und Instandhaltung zuständig. Aber es gibt halt Dinge, die besonders den Pfarrern auffallen», sagt Thomas Bitschnau. «Bislang kamen sie mit ihren Anliegen schon zum jeweiligen Gemeindevertreter, wir hatten immer ein offenes Ohr.» Dank der ständigen Friedhofskommission werden diese Abläufe nun strukturiert. «Die Kommission wird ein- oder zweimal pro Jahr eine Sitzung abhalten und dann diese Fragen und Anregungen der Kirchen direkt erörtern können und Lösungen erarbeiten», sagt Bitschnau. In der Kommission nehmen je zwei Vertreter der Gemeinde und je eine der Katholischen und der Evangelischen Kirchgemeinde Einsitz.