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Die frische Luft auf der Seelinie ist nun noch frischer

An den Bahnhöfen von Schaffhausen bis Romanshorn herrscht neuerdings Rauchverbot. Ein Besuch an einzelnen Haltestellen.
Hannah Engeler
In Triboltingen trennt die Bodenmarkierung den Raucher- vom teilweise überdachten Nichtraucherbereich. (Bilder: Hannah Engeler)

In Triboltingen trennt die Bodenmarkierung den Raucher- vom teilweise überdachten Nichtraucherbereich. (Bilder: Hannah Engeler)

Donnerstagmorgen neun Uhr am Kreuzlinger Hauptbahnhof. Eine junge Frau wühlt hektisch in ihrer Handtasche. Doch anstelle einer Zigarette zieht sie einen Apfel aus ihrem Beutel und beisst genussvoll hinein. Trotz zweier Aschenbecherstelen steht keine einzige rauchende Person auf dem Perron.

Am Kreuzlinger Bahnhof stechen die Plakate der SBB ins Auge.

Am Kreuzlinger Bahnhof stechen die Plakate der SBB ins Auge.

Alleinig die vielen Zigarettenstummel, die auf dem Bahnsteig liegen, zeugen davon, dass sich wohl noch nicht alle des Rauchverbots bewusst sind. Und dies, obwohl in Kreuzlingen gleich mehrere Plakate der SBB auf die neu «rauchfreien» Bahnhöfe hinweisen. Dass ein älterer Herr neben einer Gruppe junger Mütter mit ihren Kindern ein Bier konsumiert scheint auch niemanden zu stören. Die SBB-Kundschaft zeigt sich tolerant.

Zigaretten sind nicht die einzige Verschmutzung

20 Minuten später an der Haltestelle Triboltingen. Die beiden Aschenbecherstelen stehen einsam an den Zugängen zum Perron. Die glänzenden Metallkasten sehen so gut wie unbenutzt aus. Einzig ein Spinnennetz zeugt davon, dass die Stelen nicht erst vor wenigen Stunden platziert wurden. Weder auf dem Bahnsteig noch zwischen den Gleisen lassen sich fertig gerauchte Zigaretten finden.

Die Stele in Triboltingen scheint fast unbenutzt.

Die Stele in Triboltingen scheint fast unbenutzt.

Ein neon-oranges Feuerzeug und drei Kothaufen sind die einzigen Verschmutzungsfaktoren an der Haltestelle. Der Abfalleimer, welcher bis anhin auch als Aschenbecher funktionierte, steht nun knapp einen Meter von der Markierung entfernt, welche den Nichtraucherbereich ankündigt. Drei Zigarettenstummel befinden sich trotzdem noch darin. Dies könnte wohl daran liegen, dass der neue Aschenbecher kein Dach hat.

Zigarettenstummel an der Haltestelle Kurzrickenbach Seepark.

Zigarettenstummel an der Haltestelle Kurzrickenbach Seepark.

Um zehn Uhr befinden sich vier Passagiere unterschiedlichen Alters an der Haltestelle Kurzrickenbach Seepark. Geraucht wird nicht. Trotzdem beweisen etliche Zigarettenstummel entlang des Perrons, dass auch hier weiterhin fleissig Zigaretten angezündet werden. Zudem liegen rund zehn leere Plastikflaschen und mehrere Aludosen zwischen den Gleisen und auf der Plattform. Somit sind es anscheinend nicht nur die Raucher, die zur Verschmutzung von Bahnhöfen beitragen.

Unterschiedliche Definition von Toleranz

Auch in Altnau herrscht auf den Perrons Rauchverbot. Die beiden Aschenbecherstelen sind jeweils bei den Aufgängen platziert, keine davon ist überdacht. Das Dach des Bahnhofshäuschens schützt die wartenden Passagiere nur im rauchfreien Bereich.

Gabriele Frauendorfer, die auf den Zug Richtung Romanshorn wartet, findet das Vorhaben der SBB ein wenig extrem. «Vor allem an solchen Haltestellen wie hier in Altnau sind wir ja sowieso draussen», sagt sie. Würde jemand neben ihr auf dem Bahnsteig eine Zigarette anzünden, würde sie nicht einschreiten. «Heutzutage sollten wir ja eigentlich tolerant genug sein», meint Frauendorfer.

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