Kommentar

Die Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen ist gespalten

Der erste Wahlgang im Rennen ums Präsidium endet unentschieden. 

Martina Eggenberger Lenz
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Martina Eggenberger Lenz, Redaktorin Kreuzlingen.

Martina Eggenberger Lenz,
Redaktorin Kreuzlingen.

(Bild: Andrea Stalder)

Der Entscheid über die Führung der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen ist vertagt. Beide Kandidaten haben im ersten Wahlgang gleich viele Unterstützer gefunden. Die eine Hälfte will mit Susanne Dschulnigg einen klaren Neuanfang. Die andere Hälfte der Stimmberechtigten unterstützt nach wie vor den viel kritisierten bisherigen Präsidenten Thomas Leuch.

Dass die beiden Kandidaten am 19. April noch einmal antreten, ist aus demokratischer Sicht ideal. Die Angreiferin hat vorerst auf einen verhaltenen Wahlkampf gesetzt, der amtierende Präsident hat auf einen solchen gänzlich verzichtet. Beide könnten ihre Anstrengungen in diesem Bereich intensivieren und versuchen, weitere Stimmen auf ihre Seite zu ziehen. Mit offenen Folgen.

Konservative und fortschrittliche Stimmen einen

Egal, wie das Match am Ende ausgeht: Die erste Aufgabe des neuen Primus inter Pares wird sein, die Vorsteherschaft zu einen und einen gemeinsamen Weg für die konservativen und die fortschrittlichen Stimmen im Gremium zu finden. Immerhin sitzt mit Walter Studer neu der grösste Behördenkritiker mit im Boot.

Doch damit nicht genug. Wie das Wahlresultat zeigt, ist auch die Kirchgemeinde in wichtigen Fragen gespalten. Wie offen soll die Kirche sein? Wie weiter mit dem Kirchgemeindehaus? Welcher Führungsstil bringt die Gemeinde weiter? Die Kirchbürger haben nun gut einen Monat Zeit, sich noch einmal zu überlegen, wem sie diese Aufgabe eher zutrauen.

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