Thurgaus erste Hürde ist eine Wand

Das Cup-Heimspiel heute um 20.15 Uhr gegen Titelverteidiger Zug ist der erste Ernstkampf für den HC Thurgau in der Eishockeysaison 2019/20. Trainer Stephan Mair sieht sein Team in mehreren Bereichen verstärkt. Das ist gut so. Denn seit dem vergangenen, erfolgreichen Winter sind auch die eigenen Ansprüche gestiegen.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Franco Collenberg (vorne) und der HC Thurgau steigen mit höheren Ansprüchen an sich selbst in die neue Saison. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. August 2019)

Franco Collenberg (vorne) und der HC Thurgau steigen mit höheren Ansprüchen an sich selbst in die neue Saison. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. August 2019)

Mit dem Cup-Spiel gegen den EV Zug steigt der HC Thurgau in die Eishockeysaison 2019/20. Der Gegner aus der National League erreichte im vergangenen Frühjahr nicht nur den Playoff-Final gegen den späteren Meister SC Bern. Die ambitionierten Zentralschweizer sind auch Titelhalter im Cup. So stehen die Thurgauer heute um 20.15 Uhr in der heimischen Güttingersreuti vor einer Hürde, die mehr eine Wand ist.

Dennoch gibt es für den HCT gute Gründe, selbstbewusst in den ersten Ernstkampf der neuen Saison zu steigen. So sagt Trainer Stephan Mair etwa, dass die Neuzuzüge seinem Swiss-League-Kader in bestimmten Bereichen mehr Tiefe gegeben hätten. «Niki Altorfer bringt uns mehr Qualität und ­Intensität, was den Druck aufs gegnerische Tor betrifft», so der 52-jährige Südtiroler. «Mit ­Dominic Hobi haben wir eine Verstärkung für das physische Spiel.» Der Österreicher Bernhard Fechtig sei ein Verteidiger mit grosser Mobilität auf dem Eis und viel Potenzial. Allerdings müsse er sich noch an die Eiszeit gewöhnen, die er beim HCT in weit grösserem Ausmass bekommt als bisher. Ganz generell herrscht innerhalb des Teams auf mehreren Positionen Konkurrenzkampf. Bezüglich der Ausländer freut sich Mair, dass die kanadischen Zwillinge Connor und Kellen Jones so fit angereist waren. «Sie bringen enorm grosse Intensität aufs Eis und passen charakterlich hervorragend zu uns in die Kabine.»

Wie weit kann Mair das Team noch entwickeln?

Ebenso wichtig wie die Transfers empfindet Headcoach Mair die Tatsache, dass er erstmals mit einem Kern von 14, 15 Spielern aus der Vorsaison in den neuen Winter steigen kann. «Jetzt stellt sich auch die Frage: Wie weit bin ich imstande, die Mannschaft noch weiterzuentwickeln?», sagt Mair, der in seine vierte Saison als Cheftrainer des HCT steigt.

Es seien Tendenzen da, dass Spieler die Teilerfolge aus der vergangenen Saison, primär den Halbfinaleinzug im Playoff gegen Ajoie, falsch interpretierten und meinten, dass jetzt ­vieles von alleine gehe. «Dabei müssen wir beim HC Thurgau auch in dieser Saison von ­Anfang an kämpfen, damit die Rechnung für uns aufgeht», appelliert Mair. «Wir kommen nur über Kampf, Einsatz und Intensität zum Erfolg. Wir müssen auch den Teil bis zu den Viertelfinals wieder erarbeiten, bevor wir vom Playoff-Halbfinal sprechen können.»

Der Cup spielt beim HC Thurgau nicht die Hauptrolle

Die grosse Herausforderung für Mair ist, in diesem Winter zu ­beweisen, dass die vergangene Saison kein Zufallsprodukt war. «Wir wollen deshalb schon in der Qualifikation mehr Konstanz anstreben», sagt Mair. Und so steht beim HC Thurgau – Cup hin oder her – vor allem der Meisterschaftsstart am Freitag gegen Kloten im Fokus. Auch wenn der Club in der mittlerweile sechsten Austragung nur allzu gerne einmal die erste Cup-Runde überstehen würde.

EHC Frauenfeld empfängt am Mittwoch den HC Davos

Unter anderem mit dem Duell zwischen dem Titelverteidiger EV Zug und dem Swiss-League-Club Thurgau startet der Swiss Ice Hockey Cup am Dienstag in seine sechste Austragung. Die Partie in der Weinfelder Güttingersreuti wird live auf dem Sender Teleclub Zoom im Free-TV übertragen. Tags darauf steht ein zweiter Thurgauer Verein im Cup-Einsatz. Der Erstligist EHC Frauenfeld empfängt am Mittwoch um 20 Uhr den HC Davos. Die Partie gegen den Traditionsverein aus dem Landwassertal dürfte für die viertklassigen Frauenfelder in erster Linie mehr ein Eishockeyfest im Sinne von «David gegen Goliath» werden denn eine Begegnung auf Augenhöhe. Ähnlich wird es allerdings auch in der heutigen Partie zwischen Thurgau und Zug sein. «Man kommt eine Runde weiter oder scheidet aus – einen schlechten Tag kann man sich im Cup nicht erlauben», sagt Zugs Captain Raphael Diaz in der ­«Zuger Zeitung». Und weiter: «Wir sind extrem ehrgeizig und wollen den Titel wieder.» (red)