Wasserball-Playoff
Pfeifkonzert und Schläge unter Wasser: Die Emotionen nehmen im Final zwischen dem SC Kreuzlingen und Lugano überhand

Im Playoff-Final der NLA-Wasserballer verliert Kreuzlingen das zweite Spiel 7:8, Gegner Lugano derweil den Anstand. Die Best-of-five-Serie geht am Dienstag im Tessin weiter.

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Die Kulisse im Kreuzlinger Freibad Hörnli stand für ein grossartiges Finalspiel. Doch die zweite Begegnung mit Lugano endete chaotisch.

Die Kulisse im Kreuzlinger Freibad Hörnli stand für ein grossartiges Finalspiel. Doch die zweite Begegnung mit Lugano endete chaotisch.

Mario Gaccioli

Nach Kreuzlingens überraschendem Auswärtssieg zum Finalauftakt in Lugano war es am Samstag im Hörnli angerichtet für das zweite Duell dieser Best-of-five-Serie. Es wurde ein neues Kapitel in dieser hochemotionalen Affiche geschrieben, ein sehr unschönes.

Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (1:1) legte der SCK zu und lag zur Halbzeit 5:2 in Front. Danach verpasste es das Heimteam wie schon im ersten Finalspiel im Tessin, den Sack frühzeitig zuzumachen. Lugano, mit der zweiten Niederlage vor Augen, spielte nach dem Seitenwechsel noch härter und profitierte von einem Schiedsrichterduo, dem das Spiel komplett entglitt. Allen voran Pablo Carballo wurde von den Luganesi auf oft brutale Art aus dem Spiel genommen. Schnell verkürzte Lugano auf 4:5 und glich zu Beginn des letzten Viertels aus. Jetzt verloren die Gäste komplett die Nerven. Nach einem Rencontre mit Robin Pleyer stieg Pablo Bortone aus dem Wasser, schmiss die Spielerkappe in Richtung des Kampfgerichts und trat auf das Zelt ein, unter dem sich die Ersatzbank befand. Logischerweise wurde das mit einer roten Karte geahndet, was die Tessiner nur noch mehr in Aufruhr brachte.

Unter Wasser gezogen und mit den Fäusten traktiert

Nachdem sich Bortone nach Minuten doch noch in die Kabine begab, packte Teamkollege Goran Fiorentini den Kreuzlinger Joel Herzog an der Kappe, zog ihn unter Wasser und trommelte mit den Fäusten auf ihn ein. Die Schiedsrichter, komplett überfordert mit der Situation, zeigten beiden Spielern die rote Karte. Das Spiel war eines Finals längst nicht mehr würdig. Beim Stand von 7:7 zog der Kreuzlinger Pascal Frei alleine auf das Tor der Tessiner und wurde von einem Verteidiger offensichtlich am Bein zurückgezogen. Ein Penaltypfiff blieb zur Verwunderung aller aus. Dafür entschieden die Schiedsrichter im direkten Gegenangriff auf Penalty für Lugano – und somit die Partie.

Anstatt sich zum Händeschütteln und zur Wahl des besten Spielers am Beckenrand aufzustellen, begab sich Lugano nach dem 8:7-Sieg in die Kabine. Als wäre das nicht schon unsportlich genug, legten sich die Gäste auch noch mit dem Publikum an, was dieses mit einem Pfeifkonzert erwiderte. Für die dritte Begegnung der Best-of-five-Serie am Dienstag in Lugano ist bereits jetzt viel Zunder drin.

Kreuzlingen – Lugano 7:8 (1:1, 4:1, 1:3, 1:3)

Hörnli – SR Castrilli/Wocik.
Kreuzlingen: Jelovina; Albers (2), Petrovic, N. Dudler, Geiser, M. Herzog, J. Herzog (1), Y. Herzog, G. Rickenbach, Frei (1), Pleyer (2), Carballo (1), F. Rickenbach.
Lugano: Tramacera; Stevanovic, Alfano, Pagani (2), Graziani (2), Savazzi, Radivojevic, G. Fiorentini (1), Ravetta, Bortone (2), D. Fiorentini, Deserti (1), Maksimovic.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Y. Dudler (verletzt) Gjulaj und Buob (beide überzählig). Lugano ohne Zanola (gesperrt). – Rote Karte gegen Bortone, G. Fiorentini (beide Lugano) und J. Herzog (Kreuzlingen).

3. Runde. Dienstag, 20.30 Uhr: Lugano – Kreuzlingen.

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