Die ehemalige Post in Erlen dient heute als neuer Jugendraum

Die Offene Jugendarbeit hat ihr neues Domizil bezogen. Die Erler Jugendlichen finden im Zentrum des Dorfes ideale Gestaltungsmöglichkeiten vor. Auch Gemeindepräsident Roman Brülisauer ist zufrieden.

Hannelore Bruderer
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27 Jugendliche wollten sich einen ersten Eindruck vom neuen Raum verschaffen. (Bild: Hannelore Bruderer)

27 Jugendliche wollten sich einen ersten Eindruck vom neuen Raum verschaffen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Es sieht aus, als sei die Post gerade erst ausgezogen. Da sind die Schalter, die Telefonkabine, die Postfächer. Und dennoch: Bevor die Jugendlichen die neuen OJA-Räume überhaupt bezogen haben, fühlen sie sich vibrierend belebt an. «Wir wollten das Interieur bewusst beibehalten und umnutzen», sagt Heidi Ott, Sozialarbeiterin und Leiterin der OJA (Offene Jugendarbeit).

So sind die Telefonkabine zur Garderobe und die Postfächer zu Aufbewahrungsorten für Süssigkeiten, Schreib- und Verbandsmaterial geworden. Sogar abschliessbare Fächer für Wertgegenstände gibt es. Durch den früheren Expressschalter gleich hinter der Bar kann die OJA-Leiterin auch einen Blick vor den Eingang werfen.

Räumlich getrennt, Zusammenarbeit bleibt

Heidi Otts Büro, das sich vorher in der Schule befand, ist in der ehemaligen Schalterhalle beim Eingang zur OJA untergebracht. Neu seien sie räumlich getrennt, der Austausch zwischen ihr und Schulsozialarbeiterin Celina von Moos finde im bisherigen Rahmen weiter statt, bekräftigt Ott.

Der Raum hinter dem Schalter ist das neue Musikzimmer. Von dort gelangt man ins Spielzimmer mit Küche und Bar, im Untergeschoss befinden sich ein Ruheraum und die sanitären Anlagen. «Die Jugend ist unsere Zukunft und ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft», begründet Gemeindepräsident Roman Brülisauer den Entscheid, die Offene Jugendarbeit von der Peripherie ins Zentrum zu holen.

Instandstellung und Anpassung nötig

Da viele Jugendliche das Angebot nutzen, wurde es in den Zivilschutzräumen unter dem Werkhof eng. Zudem hätten Investitionen zur Erneuerung von Installationen gemacht werden müssen, damit sie den aktuellen Vorschriften entsprechen.

Stattdessen investiert die Gemeinde in die leeren Räume im Gemeindehaus. Rund 20 000 Franken beträgt das Budget für die Instandstellung und Anpassung der bereits bestehenden Einrichtung.

Graffitikurs sorgt für farbige Wände

Noch wirken die Wände etwas kahl. Das wird sich in den nächsten Monaten jedoch ändern. «Schülerinnen und Schüler, die im Wahlfach den Graffitikurs belegen, werden nach den Sommerferien die Wände neu gestalten», sagt Heidi Ott.

Für Knaben bietet die OJA bereits Ende Monat eine spannende Abwechslung. «Kampfspiele» nennt sich das Angebot, geleitet von dem dafür ausgebildeten Jugendarbeiter Diego Alessi. An drei Nachmittagen dürfen die Knaben ihre Energie rauslassen und lernen gleichzeitig, respekt- und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

Die Öffentlichkeit wird im kommenden Juni einen Einblick in die neuen Räume erhalten. Dann ist ein Tag der offenen Tür geplant.