Die drei Kandidaten für die Kreuzlinger Schulbehörde liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Der zweite Wahlgang wird die Entscheidung bringen. Das Rennen ist offen, auch wenn aktuell Andreas Schreiber, FDP, die Nase vorn hat.

Martina Eggenberger Lenz
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Ist nach dem ersten Wahlgang in Spitzenposition: Andreas Schreiber.

Ist nach dem ersten Wahlgang in Spitzenposition: Andreas Schreiber.

Bild: Andrea Stalder

Die drei Kandidaten, die um den freien Sitz in der Kreuzlinger Primarschulbehörde buhlen, kämpfen auf Augenhöhe. Das zeigt das Abstimmungsresultat vom Sonntag deutlich. Andreas Schreiber, FDP, darf aus der Pole-Position (1106 Stimmen) dem zweiten Wahlgang entgegen blicken (unsere Zeitung berichtet). Doch Martin Lorenz, FL, liegt nur gerade 122 Stimmen hinter ihm zurück. Und auch die an dritter Stelle platzierte parteilose Mechthild Täschler ist mit 185 Stimmen Differenz zu Lorenz alles andere als abgeschlagen.

Da verwundert es nicht, dass alle drei zufrieden sind mit ihrem Ergebnis. Andreas Schreiber schreibt seinen Erfolg dem Engagement in den Vereinen und für den Sport zu. Er sagt aber auch, ganz Sportsmann:

«Ein 1:0 zur Pause bedeutet noch keine drei Punkte.»
Martin Lorenz, Freie Liste.

Martin Lorenz, Freie Liste.

Bild: Andrea Stalder

Martin Lorenz sagt, er habe viele sehr positive Feedbacks auf seine Auftritte bei den Podien erhalten. Es werde jedoch schwierig, die 120 Stimmen aufzuholen. Mechthild Täschler meint, ihr sei wohl entgegengekommen, dass sie aus eigenem Antrieb ihre Kandidatur vorangetrieben habe. Vielleicht habe sie auch noch von einem Frauenbonus profitieren können. «Viele haben mich gewählt, obwohl sie mich gar nicht kennen. Ich bin als eingebürgerte Deutsche naturgemäss bei den Nicht-Wählern viel besser vernetzt.»

Hohe Wahlbeteiligung dank Eidgenössischen Vorlagen

Die Ausgangslage ist offen. Das liegt nicht nur daran, dass alle drei Kandidaten vom Stimmvolk als valabel beurteilt werden, sondern auch an der hohen Wahlbeteiligung am Sonntag. Diese ist sicherlich durch die umstrittenen eidgenössischen Vorlagen in die Höhe von 41 Prozent getrieben worden. Zum Vergleich: Beim ersten Wahlgang für die Neubesetzung des Schulpräsidiums mit der Kampfwahl Seraina Perini gegen Markus Baiker lag sie bei 45 Prozent.

Mechthild Täschler, parteilos.

Mechthild Täschler, parteilos.

Bild: Andrea Stalder

Die Frage ist folglich, wer am 29. November noch einmal gleich viele oder sogar noch mehr Wähler mobilisieren kann. Eine Möglichkeit für eine neue Dynamik wäre eine Verpolitisierung der Wahl. Schreiber und Lorenz sind einer Partei beziehungsweise Gruppierung zuzuordnen. Sie haben sich aber nicht die Mühe gemacht, oder es ist ihnen nicht gelungen, andere Parteien offiziell auf ihre Seite zu ziehen. Der Kandidat der Freien Liste zieht solche Überlegungen in Betracht. Auf der Hand würde eine Unterstützung seitens der Grünen oder der SP liegen.

Bei der FDP drängt sich eine Kooperation mit den Fraktionspartnern EVP und CVP auf. Auch die SVP wäre potenziell eine naheliegende Unterstützerin. Mechthild Täschler wird als Parteilose bei solchen taktischen Spielen weniger ausrichten können, auch wenn sie von ihrer Gesinnung her für links-grün ebenfalls wählbar wäre.

Wer geht am 29. November an die Urne?

Genau diese Klientel wird wahrscheinlich auch am 29. November zur Urne gehen, weil dann über die Konzernverantwortungsinitiative und die Kriegsgeschäfte-Initiative entschieden wird. Die zweite Möglichkeit ist eine Intensivierung des Wahlkampfs. Da hat Andreas Schreiber mit der FDP im Rücken die besten Karten. Martin Lorenz sagt, er glaube nicht, dass es viel bringen wird, mit der Wahlkampfkelle grösser anzurühren. Und Mechthild Täschler hat als Unabhängige keinen Sponsor für Inserate oder Flyer. Antreten werden auf jeden Fall alle drei.