Die Diskussion fällt aus: Der Entscheid über die Erweiterung des Altnauer Schulhauses fällt an der Urne

Die Primarschule Altnau plant einen Erweiterungsbau wegen steigender Schülerzahlen. Am 17. Mai entscheiden die Stimmbürger über einen Planungskredit von 180'000 Franken.

Martina Eggenberger Lenz
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Auf der südlichen Rückseite des Schulhauses ist der Anbau geplant.

Auf der südlichen Rückseite des Schulhauses ist der Anbau geplant.

(Bild: Martina Eggenberger Lenz)

In Altnau passiert in den nächsten Jahren das, was sich schon lange abgezeichnet hat: Der Schulraum reicht definitiv nicht mehr aus. Ab Sommer 2023 braucht die Primarschule zwei neue Klassenzimmer und zusätzlichen Platz. Bis dann soll die stetig wachsende Schülerzahl von heute 200 auf über 220 Kinder angewachsen sein.

Eigentlich wollte die Behörde den Planungskredit von 180'000 Franken an der Gemeindeversammlung im Mai vorlegen. Wegen Corona fällt die Veranstaltung ins Wasser. Schulpräsident Harry Lüthi-Gantenbein begründet das so:

Harry Lüthi-GantenbeinPräsident Primarschule Altnau

Harry Lüthi-Gantenbein
Präsident Primarschule Altnau

(Bild: Nana Do Carmo)
«Bis November warten konnten wir wegen des Zeitdrucks nicht. Also haben wir uns für eine Urnenabstimmung entschieden.»

Behörde hat verschiedene Varianten geprüft

Dass die Diskussion über das Vorhaben gezwungenermassen ausfalle, sei schon sehr speziell, meint Gantenbein. Bei einem so grossen Projekt wäre es ihm lieber gewesen, die Meinung der Stimmbürger abzuholen. Er hofft, dass die vor kurzem versandte Botschaft dem Volk detailliert genug ist und dieses der Sache zustimmen kann.

Die Behörde hat in Zusammenarbeit mit Architekt Ueli Wepfer mehrere Varianten geprüft. Das Einrichten von zusätzlichem Schulraum in den bestehenden Gebäuden wurde rasch verworfen, weil der Platz zu knapp ist. Ein Aufbau auf den ersten Erweiterungsbau ans alte, geschützte Schulhaus sei diskutiert und verworfen worden. Aus denkmalpflegerischer Sicht sei das aussichtslos.

Angeschaut wurde auch ein Ersatzbau für die alte Turnhalle mit zusätzlichen Schulräumen. Doch bei dieser Lösung wären die Gesamtkosten mit gegen 8 Millionen Franken zu hoch gewesen. Entschieden hat man sich daher für einen Plan, der schon seit den 90er-Jahren in der Schublade liegt: die Erweiterung am aktuellsten Bau Richtung Süden.

Schon bei dessen Planung wurde an das Szenario gedacht. Nun soll auf der Rückseite des Schulhauses ein einfacher Kubus entstehen. Im Erdgeschoss sind ein Mehrzweckraum sowie ein Büro für die schulische Sozialarbeit und WC-Anlagen vorgesehen. Im Obergeschoss hätte es Platz für zwei Klassenzimmer und Gruppenräume.

Der Bau wird gemäss Schätzung rund 2,5 Millionen Franken kosten und mit dem bestehenden Haus verbunden sein. Dank dem Einbau eines Lifts wird die Primarschule Altnau endlich auch behindertengerecht.

In drei Jahren müssen Schüler einziehen können

Harry Lüthi-Gantenbein betont, dass die angepeilte Variante vor dem Steuerzahler verantwortet werden könne und gleichzeitig ein bisschen Reserve beinhalte.

«Notfalls kann man aus dem Mehrzweckraum, den wir zum Beispiel gerne für Musikunterricht nutzen würden, auch noch zwei Schulzimmer machen.»

Der Zeitplan sieht vor, dass nach erfolgter Zustimmung zum Planungskredit ein Projektwettbewerb im Einladungsverfahren eingeleitet wird. Noch dieses Jahr soll der beste Vorschlag gekürt werden. Den definitiven Baukredit will die Behörde im November 2021 vorlegen. Der Baubeginn könnte dann im Herbst 2022 erfolgen und im Sommer 2023 sollen die Schüler einziehen. Der Schulpräsident betont:

«Es ist uns bewusst, dass das Ziel sportlich ist. Aber wir schaffen das.»

Nebst der Kreditvorlage kommt am 17. Mai auch die Rechnung 2019 der Primarschule zur Abstimmung. Diese schliesst mit einem satten Mehrertrag. Der Ertragsüberschuss beläuft sich auf knapp 589000 Franken. Er wird verwendet für ausserplanmässige Abschreibungen, eine Einlage in den Erneuerungsfonds und die Vorfinanzierung der Schulraumerweiterung.

Budget übertroffen

Ein erfreuliches Rechnungsergebnis legt auch die politische Gemeinde vor. 560'000 Franken besser als budgetiert, lautet das Resultat. In praktisch allen Funktionsgruppen sind Minderaufwände zu verzeichnen. Der Gemeinderat schlägt vor, den Erneuerungs­fonds Krone zu äufnen und den Minusbetrag in der Spezialfinanzierung des Kommunikationsnetzes abzutragen. Einen hohen Ertragsüberschuss verzeichnet auch die Sekundarschulgemeinde. Das Plus 2019 beträgt 674000 Franken. Das meiste wird als Rechnungsabgrenzung für den Finanzausgleich verbucht.

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