Die Bunker des Festungsgürtels Kreuzlingen faszinieren noch immer

800 Besucher besichtigten am Samstag im Rahmen von offenen Türen die drei Einrichtungen im Raum Lengwiler Weiher.

Werner Lenzin
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Michael Elsener beantwortet vor dem Lengwiler Bahndammbunker die Fragen der Besucherinnen und Besucher.

Michael Elsener beantwortet vor dem Lengwiler Bahndammbunker die Fragen der Besucherinnen und Besucher.

Bild: Werner Lenzin

Lange Schlangen von Besuchern bilden sich vor dem Eingang zum Lengwiler Bahndammbunker. Geduldig und gespannt wartet Klein und Gross, die meisten mit einer Gesichtsmaske, unter den schattenspendenden Fichten auf die nächste Führung im Bunkerinnern.

Michael Elsener vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen erläutert die einstige Funktion des Bunkers. Unter den Wartenden steht auch der Frauenfelder Beat Sutter: «Ich habe meine letzten Diensttage als Schütze bei der Infanterie hier in Lengwil absolviert und möchte den früher streng geheimen Bunker und seine Inneneinrichtung nun einmal sehen.» Diane und Hans Wüthrich aus Weinfelden steigen aus dem Bunker:

«Wir haben soeben zahlreiche Informationen über den Kalten Krieg erhalten und sind froh, dass wir die Anlagen hier nie für den Ernstfall brauchten.»

Sie sind überzeugt davon, dass, hätte der Festungsgürtel nicht bestanden, es während des Krieges anders hätte ausgesehen können für die Bevölkerung.

Steigendes Interesse an der Armee

«Wir sind masslos überrannt worden», sagt Robert Schneider, Hauptverantwortlicher der Veranstaltung. Man sei erfreut über das positive Echo. Schneider ist überzeugt, dass durch die momentane Wirtschafts- und Weltlage das Interesse an der Armee «wieder intakter geworden» ist.

Der Schützenpanzer M113 fasziniert auch kleine Besucher.

Der Schützenpanzer M113 fasziniert auch kleine Besucher.

Bild: Werner Lenzin

Dank einem grossen Helferstab gelingt es mit Maskenpflicht in den Objekten, das Schutzkonzept einzuhalten und die drei Bunker, eine Waffensammlung, den Schützenpanzer M113 und einen Film zu zeigen, der wichtige Wendepunkte im Zweiten Weltkrieg beschreibt. Diesen hat der pensionierte Lehrer Ernst Hofstetter nach Drehbuchskizzen von Urs Ehrbar, Vizepräsident des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen, realisiert.

Bekocht von ehemaligem Infanterie-Küchenchef

Während Hans Hengartner den Besuchern die Funktion des vor 15 Jahren ausgemusterten Schützenpanzer M113 erklärt und Armin Eugster die Entwicklung der Panzerabwehrwaffen aufzeigt, riecht es lecker aus dem Verpflegungszelt. Der einstige Küchenchef eines Gebirgsinfanterie-Bataillons, Andy Buschauer, sorgt mit acht Helfern dafür, dass 38 Kilogramm Ghacktes und 120 Kilogramm Hörnli von den hungrigen Besuchern hinter einer schützenden Plexiglas-Schutzwand abgeholt werden können.

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