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Die Touristen-Brücke bröckelt: Die 15-jährige Lagobrücke in Konstanz soll für über zwei Millionen Franken saniert werden.

Über zwei Millionen Franken umgerechnet kostet die Sanierung der Lagobrücke in Konstanz. Eine Instandsetzung ist längst überfällig.
Benjamin Brumm
Diese Brücke soll demnächst für über zwei Millionen Franken saniert werden. Der Übergang wurde 2004 errichtet. (Bild: Andrea Stalder)

Diese Brücke soll demnächst für über zwei Millionen Franken saniert werden. Der Übergang wurde 2004 errichtet. (Bild: Andrea Stalder)

Die guten Nachrichten zuerst. Drei Fussgängerbrücken werden in Konstanz saniert und dabei von einem Landesförderprogramm zur Sanierung von Brückenbauten unterstützt: am Bärengraben nahe dem Rheintorturm, am Susosteig zwischen Stadtgarten und Inselhotel und an der sogenannten Lagobrücke über die Bahngleise. Umgerechnet rund 440'000 Schweizer Franken der Gesamtkosten von etwa 2,8 Millionen Franken übernimmt das Land, wie aus einer Übersicht des Verkehrsministeriums hervorgeht.

Doch zumindest bei einer der Brücken wirft die gute Nachricht Fragen auf. Dass die Sanierungen am Bärengraben und am Susosteig knapp 330'000 Franken beziehungsweise um die 200'000 Franken kosten, ist angesichts des Alters der Brücken nachvollziehbar. Das Land übernimmt dort zusammengerechnet ein knappes Drittel der Summe.

Zwei Millionen für Sanierung von neuster Brücke

Am teuersten allerdings werden die Reparaturen an der jüngsten der genannten Brücken, jene über die Gleise vom Lago-Einkaufszentrum in Richtung Klein Venedig. Insgesamt zwei Millionen und 200'000 Franken kosten die notwendigen Massnahmen für das 2004 errichtete Bauwerk, 270'000 Franken Fördergelder spendiert das Land. So teuer die Sanierung einerseits erscheint, so drängend ist sie andererseits.

Denn an der Lagobrücke wurden laut städtischem Tiefbauamt Mängel festgestellt:

«Beeinträchtigungen des Bauwerks in den Bereichen Stand- und Verkehrssicherheit sowie in der Dauerhaftigkeit»

Dies nicht in jüngerer Vergangenheit, sondern bereits bei Bauwerksuntersuchungen in den Jahren 2010 und 2016, die gemäss Industrienorm durchgeführt wurden. «Insbesondere die Prüfung aus dem Jahr 2016 ergab eine Einstufung mit der Zustandsnote 3,4 für das Brückenbauwerk», erklärt Walter Rügert, Pressereferent der Stadtverwaltung, auf Anfrage. Damit liegt die Brücke gerade noch so im Notenbereich «nicht ausreichend», ein Zehntel schlechter und der Zustand der Lagobrücke würde als «ungenügend» eingestuft.

Not-Reparatur 2017

Rückblick: Anfang 2017 musste der Steg mit den roten, geschwungenen Bögen kurzzeitig gesperrt werden, da sich Teile der Konstruktion wegen eines raschen Temperaturwechsels gelöst hatten. Es folgte eine Not-Reparatur, wenngleich die Sicherheit der Brücke laut damaligen Angaben der Stadtverwaltung zu keiner Zeit gefährdet gewesen war.

Damals erklärte die Verwaltung auch: Die oben erwähnte Überprüfung der Brücke im Jahr 2016 habe keine Auffälligkeiten ergeben. Zweieinhalb Jahre später heisst es nun von selber Stelle: Im Prüfbericht 2016 sei empfohlen worden, «das Bauwerk umfassend instand zu setzen. Eine Schadensausbreitung auf andere Bauteile ist zu erwarten, wenn keine Sanierung erfolgt».

Lago-Kunden müssen ausweichen

Parallel zur Instandsetzung der Brücke – die Arbeiten umfassen unter anderem die Bereiche Entwässerung und Korrosionsschutz – will das Tiefbauamt auch die beiden Treppenanlagen am Aufzugsturm der Lagobrücke erneuern und den Berührungsschutz über die elektrifizierten Gleise auf den neuesten Stand der Technik bringen. Der Aufzugsturm selbst bleibe erhalten, teilt Rathaus-Sprecher Walter Rügert mit. Die Reparaturen sollen laut Tiefbauamt circa ein Jahr dauern.

Unklar ist derzeit noch, ab wann die kostspieligen und langwierigen Arbeiten beginnen werden und in welchem Zeitraum Fussgänger, insbesondere Lago-Kunden, auf die etwa 150 Meter entfernte Brücke in der Verlängerung der Bodanstrasse ausweichen müssen. «Hier sind zuvor noch Abstimmungsgespräche mit der Bahn zu führen», heisst es seitens der Stadt. Der genaue Bauablauf sei noch zu erstellen.

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