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Die Bischofszeller Altstadt gehört den Prinzessinnen

Am ersten Sonntag der Rosen- und Kulturwoche stehen kleine Mädchen im Zentrum. Sie ziehen mit Diadem geschmückt durch das Festgelände.
Rita Kohn
Colleen Schönholzer und Moana Grossweiler werden am Umzug mitlaufen. (Bild: Rita Kohn)

Colleen Schönholzer und Moana Grossweiler werden am Umzug mitlaufen. (Bild: Rita Kohn)

Kleine Prinzessinnen werden am ersten Sonntag der Rosen- und Kulturwoche in Bischofszell im Mittelpunkt stehen. Erstmals haben die Veranstalter einen «Prinzessinnen-Tag» lanciert. Die Ausschreibung findet bereits grosse Beachtung. Erste Anmeldungen gab es nicht nur aus der Region, sondern unter anderem auch aus Niederbipp oder Luzern. «Wir mussten die Teilnehmerzahl aus Sicherheitsgründen beschränken», sagt OK-Präsident Bernhard Bischof.

Deshalb müssten sich die interessierten Familien rechtzeitig anmelden. «Der Anmeldeschluss ist zwar auf den 31. Mai gelegt, aber wenn die Höchstzahl erreicht ist, müssen wir schon früher abbrechen.»
Die siebenjährige Colleen und die fünfjährige Moana sind zwei der Mädchen aus Bischofszell, die am Sonntag, 23. Juni, am Prinzessinnen-Umzug teilnehmen werden. Sie dürfen schon mal in Prinzessinnen-Kleidung schlüpfen und sich eines der Diademe aufsetzen, die für die kleinen Prinzessinnen eigens auf einer alten Stickmaschine gefertigt werden.

Mädchen bis zehn Jahre angesprochen

Der Prinzessinnen-Tag ist das Ergebnis der Überlegungen der Organisatoren, die Rosen- und Kulturwoche vermehrt auf das Erlebnis für die ganze Familie auszurichten. «Wir möchten das Angebot für diese Bevölkerungsgruppe noch verbessern», sagt Bernhard Bischof. Der Umzug der kleinen Prinzessinnen sei da der erste Schritt. Von den Reaktionen darauf zeigt sich der OK-Präsident freudig überrascht.

Um den Charakter des Prinzessinnen-Tages zu formen, sind Mädchen bis zehn Jahre angesprochen. Ab welchem Alter die Kinder im Umzug mitlaufen können, hat das OK bewusst offen gelassen. «Das müssen die Eltern entscheiden», sagt Bernhard Bischof. Die Bedingungen sind jedoch klar: Das Mädchen muss in der Lage sein, selbstständig beim Umzug mitzulaufen. Eltern dürfen den Umzug nur vom Strassenrand aus begleiten. «Es soll ein Umzug von den Kindern sein», begründet Bernhard Bischof die Bedingungen.

Rosenkönigin reist aus Hessen an

Den Eltern überlassen bleibt auch die Bekleidung ihrer kleinen Prinzessinnen. Jede soll das Kleidchen tragen, in dem sie sich am besten gefällt. Einzig die Krönchen werden bei allen die gleichen sein: diese werden den kleinen Umzugsteilnehmerinnen dann unmittelbar vor dem Anlass im Rathaussaal auf den Kopf gesetzt.

Mit dabei ist auch eine richtige Rosenkönigin. Aus Steinfurth, einem Stadtteil von Bad Nauheim in Hessen wird Yaren Dalli anreisen. Sie wurde im vergangenen Jahr zur 44. Rosenkönigin von Steinfurth gewählt und hat ihr Amt für zwei Jahre inne. Für Bernhard Bischof ist der Besuch der Rosenkönigin und ihrer Delegation ein Zeichen dafür, dass die Rosen- und Kulturwoche Bischofszell längst über die Grenzen hinaus ausstrahlt.

Stickmaschine aus dem Jahr 1911

Die Prinzessinnen-Diademe, die die kleinen Umzugsteilnehmerinnen tragen werden, wurde speziell für diesen Tag von Erwin Tobler entworfen. Der kleine Kopfschmuck ist eine spezielle Stickerei, die auf einer Adolph Saurer Handstickmaschine aus dem Jahr 1911. Diese Stickmaschine steht bei Erwin Tobler in Götighofen. Die Diademe werden nach altem St. Galler Stick-Verfahren hergestellt. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Bedarf von Stickereiprodukten massiv zu, sodass Stickereibetriebe wie Pilze aus dem Boden schossen.

Eine grosse Anzahl Bauern, Handwerker und Weber liessen sich gegen Bezahlung eine Stickereimaschine im Haus installieren. Die Heimsticker hatten auf diese Weise die Freiheit, ihre Arbeitszeit selber zu bestimmen und konnten ihre ganzen Familien in den Arbeitsprozess einbeziehen. Noch heute zeugen zahlreiche Räume in den alten Häusern von der Blütezeit der Stickerei. Erst nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Stickerei zunehmend an Bedeutung und wurde zum Nischenprodukt.


Nicht nur die Prinzessinnen-Diademe, auch die Rosen auf den Eintrittsplaketten werden nach dem alten Stickverfahren hergestellt. Erwin Tobler wird während der Rosen- und Kulturwoche im Rathaus arbeiten. (red)

Begleitet wird der Prinzessinnen-Tag aber auch durch eine ganz besondere musikalische Formation. Auf der Rathausbühne (bei schlechtem Wetter in der Stiftskirche) bieten die kleinen Virtuosen mit ihren Instrumenten ein Konzert unter dem Motto «Klassische Klänge». Bernhard Bischof hofft darauf, dass das Zusammenspiel von Musik und den schön herausgeputzten Prinzessinnen zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Familie wird.

Der Prinzessinnen-Tag wird dieses Jahr den traditionellen Rosenball ersetzen, der nicht mehr im Programm ist. Zwar war der Rosenball stets recht gut besucht, doch konnten die Einnahmen den grossen Aufwand für den Ball nicht decken. Deshalb habe das OK intensiv darüber diskutiert, wie es weiter gehen soll. Man sei dabei zum Schluss gekommen, dass die Ausrichtung der Rosen- und Kulturwoche auf ein noch breiteres Publikum sinnvoller sei, als den Rosenball in seiner bisherigen am Leben zu erhalten. Bernhard Bischof weiss, dass es einige geben wird, die diesen Entscheid bedauern.

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