Die Biber in der Salmsacher Aach erhalten eine Schonfrist

Der Wintervorrat der Nager war ein Hindernis für die Bootsbesitzer. Das Problem hat sich von alleine gelöst.

Alessa Sprinz
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Zwei Biber sitzen auf einem treibenden Stamm.

Zwei Biber sitzen auf einem treibenden Stamm.

Fabio Baranzini

Der Asthaufen am Nordufer des Hafeneingangs von Salmsach wird nicht entfernt. Eine Biberpopulation, die im Naturschutzgebiet ihren Bau hat, legte an der Mündung der Aach im Sommer ihren Wintervorrat an. Dieser wurde vor zwei Monaten zum Problem: Boote konnten nicht mehr kreuzen. Die Biber waren damals mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Darum werde nicht eingegriffen, hiess es Anfang Juli im amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde. Das Grünzeug liegt ausserdem im Naturschutzgebiet. Die Biber wurden dort in den letzten Tagen nicht gesichtet.

Gemeinde greift nicht ein

Bei einer Verschärfung der Probleme, schrieb die Gemeinde, ziehe sie in Erwägung, zwischen Mitte August und Ende September Abhilfe zu schaffen. Davon sieht die Gemeinde jetzt ab. Gemeindepräsident Martin Haas sagt auf Anfrage:

«Wir machen nichts.»

Der Vorrat an der Aach sei jetzt unter Wasser, also kein Problem für den Schiffsverkehr mehr. Die Biber seien seit ein paar Tagen nicht mehr dort gesichtet worden. Grundlage für den Entscheid sei eine Besichtigung des zuständigen Werkhofmitarbeiters mit einem Vertreter des Kantons gewesen, sagt Haas.

«Die Biber haben jetzt einen Bau am Hepbach.» Das Gewässer liegt an der Grenze zu Egnach. Dort störe die Biberbehausung niemanden, sagt Haas. Man werde mit der Gemeinde Egnach schauen, wie es weitergeht.

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