Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Arboner Altstadt: Ladeneröffnung zieht sich ewig hin wegen fehlender Bewilligung

Seit sechs Wochen will Yvonne Schoch in der ehemaligen Altstadt-Apotheke einen Shop eröffnen. Doch ihr Vorhaben verzögert sich. «Wegen pingeliger Bürokratie», findet sie.
Annina Flaig
Die Zeit läuft: Yvonne Schoch verliert jeden Tag Geld, solange sie ihren Shop an der Hauptstrasse 13 nicht eröffnen kann. (Bild: Andrea Stalder)

Die Zeit läuft: Yvonne Schoch verliert jeden Tag Geld, solange sie ihren Shop an der Hauptstrasse 13 nicht eröffnen kann. (Bild: Andrea Stalder)

Sie rollt die grosse Uhr durchs leere Ladenlokal. «Eigentlich will ich sie aufhängen», sagt Yvonne Schoch, Inhaberin der Mercato Shop AG. Seit Mitte Juni bezahlt sie die Miete für das Lokal in der ehemaligen Kreyenbühl-Apotheke an der Hauptstrasse 13. Per Anfang Juli wollte sie hier einen Mercato Shop mit Geschenkartikeln, französischen Raumdüften und lokalen Spezialitäten eröffnen (unsere Zeitung berichtete). Aktuell sehe es so aus, dass sie frühestens Ende August anfangen könne. «Dadurch gehen mir rund 30 000 Franken durch die Lappen», rechnet die 50-jährige Unternehmerin vor. Doch sie hat noch keine Bewilligung für ihren Laden. Denn die Stadt hat ein Baugesuchsverfahren eröffnet. «Die Verantwortlichen haben von mir in pingeliger Detailtreue etliche Unterlagen inklusive Grundbuchpläne und Brandschutzkonzept verlangt.» Für einen Verkaufsraum von 45 Quadratmetern Fläche erscheine ihr das unverhältnismässig, zumal sie an den bestehenden Verkaufsräumen baulich nichts verändern wolle. Schoch betreibt neun weitere Mercato Shops in Appenzell und St. Gallen und betont: «Noch nie sind mir solche Steine, wie hier in Arbon, in den Weg gelegt worden.»

Vor drei Wochen wollte sie den Bettel hinschmeissen

Unterdessen habe sie sich auch mit anderen Lokalbetreibern in der Altstadt ausgetauscht, die ihr erzählten, dass sie es anfangs ähnlich schwer gehabt hätten. Sie selbst habe vor drei Wochen fast den Bettel hingeschmissen. Jetzt hat sie jedoch neuen Mut gefasst. Arbon liege ihr am Herzen. «Ich geniesse die Lage am See, und ich kenne hier liebe Menschen.»

Sie wolle auch keine Streitereien mit den Verantwortlichen der Stadt anfangen. Ihre Kritik sei mehr als Denkanstoss gemeint. «Wie ich hier behandelt werde, passt doch irgendwie nicht zu dem von der Stadt geäusserten Ziel, die Altstadt beleben und neues Gewerbe ansiedeln zu wollen», findet sie. Die Arboner Bevölkerung stimmt im September über das Projekt «Lebensraum Altstadt» ab. Dieses verfolgt das Ziel, die Attraktivität des historischen Stadtkerns als Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum aufzuwerten.

Die Stadt will alle gleich behandeln

«Wir wollten Yvonne Schoch keine Steine in den Weg legen», sagt auf Anfrage Remo Tambini, Leiter der Abteilung Bau bei der Stadt. Das Haus aus dem frühen 20. Jahrhundert werde von der Denkmalpflege allerdings als wertvoll eingestuft. Der Kanton sehe ganz klar vor, dass bei unter Schutz gestellten Bauten auch geringfügige Änderungen bewilligungspflichtig seien. Um diese Bewilligung erteilen zu können, müsse die Stadt die entsprechenden Dokumente einfordern. «Wir legen Wert darauf, alle gleich zu behandeln und sind bemüht, den Ladenbetreibern wenn immer möglich entgegenzukommen», betont Tambini.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.