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Die beliebten Lebkuchen bäckt er weiterhin

Während 36 Jahren hat Bruno Willi die Bäckerei an der Hauptstrasse 24 in Sulgen geführt. Nun geht er frühzeitig in Pension. Am Samstag schliesst er sein Geschäft mit einer «Uusbachete».
Hannelore Bruderer
Bruno Willi schliesst sein Geschäft nach 36 Jahren. (Bild: Hannelore Bruderer)

Bruno Willi schliesst sein Geschäft nach 36 Jahren. (Bild: Hannelore Bruderer)

Kurz vor Weihnachten sieht es in der Bäckerei Willi noch nicht nach Geschäftsaufgabe aus. Die Regale im Laden sind gut gefüllt, im Treppenhaus, das zur Backstube führt, stapeln sich Kartons mit Gebäck, bereit zur Auslieferung.

Mit 62 Jahren ist Bruno Willi noch nicht im Rentenalter, er hört frühzeitig auf. «Ich hatte im letzten Jahr gesundheitliche Probleme. Da nahm ich mir vor, mir künftig etwas mehr Zeit für mich selbst zu nehmen.» Dass eines seiner vier Kinder die Firma weiterführen würde, stand nicht im Raum. «Sie haben andere Berufe erlernt», sagt Willi. Dafür hat er Verständnis, war die Situation in seiner Jugend ganz ähnlich. «Ich war der vierte von vier Buben und wie meine Brüder wollte auch ich den elterlichen Hof in Graltshausen nicht übernehmen», blickt Willi zurück. «Ich wollte Bäcker werden und bekam beim Mohn in Berg eine Lehrstelle.»

40 Lernende ausgebildet

Durch seinen Beruf kam er in Kontakt mit dem damaligen Inhaber seines heutigen Geschäfts. «Herr Bischofberger wollte seinen Betrieb verkaufen und fand, das wäre etwas für mich. Meine Eltern unterstützten mich finanziell, ich war ja erst Mitte zwanzig. So kam ich 1982 nach Sulgen.» Seine Firma erweiterte Willi in den Folgejahren mit den Dorfläden Schönenberg und Buhwil. Letzteren führte er bis 2016. Mit seinem jahrzehntelangen Engagement im Berufsverband und der Gewerbeschule trug Bruno Willi zur Weiterentwicklung in seiner Branche bei. Selber bildete er während seines Berufslebens 40 Lernende aus.

Trotz wachsender Konkurrenz auf dem Platz Sulgen ist es dem Bäckermeister mit seinem zehnköpfigen Team gelungen, sich gut zu behaupten. «Als bekannt wurde, dass die Bäckerei Mohn AG in Sulgen neu baut, machte mir das anfangs schon etwas Sorgen», gesteht Bruno Willi ein. «Schnell stellte sich das als unbegründet heraus. Wir sind weiterhin gewachsen.» Die Bäckerei-Konditorei Willi hatte ihre Spezialprodukte, einen treuen Kundenstamm und sie war flexibel. «Wenn jemand noch schnell etwas braucht, machen wir es eben», sagt Bruno Willi.

Mehr Zeit für Hobbys

In seinem neuen Lebensabschnitt bleibt der Frührentner weiter aktiv. «Ein Nachteil in meinem Beruf ist, dass man das, was man produziert, kurz darauf nicht mehr sieht», sagt er. Deshalb freue er sich darauf, seine ältere Liegenschaft in Teufen in Eigenregie umzubauen und so etwas Bleibendes zu schaffen. Auch in seine Hobbys Modellflugzeuge und Gleitschirmfliegen will er mehr Zeit investieren.

In die Backstube, die er im Untergeschoss seiner Bäckerei belassen will, wird es ihn spätestens im Herbst wieder zurückziehen. «Meine Lebkuchenspezialitäten sind beliebte Geschenke zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Diese werde ich weiterhin produzieren», sagt er. Mit der «Uusbachete» am Samstag verabschieden sich Bruno Willi und sein Team. Das Geschäft in Sulgen schliesst danach, der Laden wird in eine Wohnung für Willis Sohn und dessen Familie umgebaut. Den Dorfladen Schönenberg übernimmt ab Neujahr Stefan Bachmann, Inhaber von «Dä Beck Strassmann». «Alle meine Mitarbeitenden haben eine Anschlusslösung, das ist mir besonders wichtig», sagt Willi.

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