Die Arbonerin Katja Smits ist die erste Eismeisterin im St. Galler Lerchenfeld

Die 30-Jährige spielt selber Hockey und ist seit vielen Jahren Stammgast beim Spenglercup in Davos. Ihr Grossvater nahm sie in jungen Jahren oft mit zum Eislaufen nach Romanshorn.

Christoph Renn
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Katja Smits auf der Eisaufbereitungsmaschine.

Katja Smits auf der Eisaufbereitungsmaschine.

Lisa Jenny

Jeden Tag ist sie eine der Ersten im Eissportzentrum Lerchenfeld. Zu Beginn jedes Arbeitstages dreht Katja Smits dann Runde um Runde mit der Eisaufbereitungsmaschine. Sie flickt Risse im Eis und passt die Temperatur auf die Wünsche der Nutzer an. «Für den Schulbetrieb sind minus sechs Grad Celsius optimal, für die Eishockeyspieler senke ich die Temperatur auf minus acht Grad», erklärt Smits. So leide das Eis bei den schnellen Bewegungen der Eishockeyspieler weniger.

Katja Smits ist die erste Frau, die sich um das Eis der Innen- und Aussenfelder im Lerchenfeld kümmert. «Schweizweit gibt es nur sehr wenige Frauen, die diesen Beruf ausüben», sagt sie. Für sie sei dies aber kein Problem. Im Gegenteil: «Ich habe meinen Traumberuf gefunden», sagt die gelernte Fachfrau in Betriebsunterhalt. Sowieso fühle sie sich unter Männern wohl. So hütet sie auch das Tor im Männerteam Ice Rocks St.Gallen, das in der Thurgauer Hobby-Eishockey-Liga mitmischt.

Der Freund ist Fan des HC Davos

Ihre Liebe zum Eishockey hat Katja Smits zur Eismeisterei gebracht. Vorher arbeitet sie im Athletik-Zentrum. «Die Arbeit wurde mir zu monoton.» Als sie erfahren habe, dass die Stelle im Lerchenfeld frei werde, habe sie sich sofort beworben und die Stelle prompt erhalten. Zum Eishockey hat die Arbonerin ebenfalls durch die Liebe gefunden. «Mein Freund ist leidenschaftlicher Fan des HC Davos», sagt sie. Mit ihm sei sie vor zehn Jahren das erste Mal an den Spengler Cup gereist, den sie seither jedes Jahr besucht hat. «Der Spengler Cup ist zu einem fixen Termin für mich geworden.»

Seither ist Katja Smits von der Sportart fasziniert. «Ich bin in Arbon aufgewachsen. Da zählt nur Fussball und so war ich lange Fan des FC St.Gallen.» Heute verfolge sie nur noch die Eishockeymeisterschaft. Erste Kontakte mit Eis hatte sie aber schon als Kind: «Ich ging oft mit meinem Grossvater zum Eislaufen nach Romanshorn.»

Ihr Hobby auf Kufen kommt Katja Smits als Eismeisterin zugute. «Ich weiss, welche Ansprüche die Spielerinnen und Spieler an das Eis haben.» So verfolge sie fast alle Spiele im Lerchenfeld. Immer dabei hat sie einen kleinen Kübel mit Eis. Denn es gebe während eines Spiels immer wieder Risse im Eis, zum Beispiel, wenn das Tor aus der Verankerung gerissen werde. «Dann bin ich sofort bereit, um das Eis zu reparieren.» Auch wenn sich ein Spieler verletzt, ist Smits sofort zur Stelle.

Noch fehlt ihr die passende Ausbildung

Die Ausbildung zur Eismeisterin hat Katja Smits zwar noch nicht absolviert. «Das werde ich aber schnellstmöglich nachholen.» Doch profitiere sie von ihrer beruflichen Erfahrung, denn die Präparation des Eises sei nur ein Teil ihrer Arbeit. «Ich schleife unter anderem die Kufen der Mietschuhe und putze sämtliche Räume der Eishalle.» Auch das Reinigen der sanitären Anlagen gehöre dazu, wie sie das schon im Athletik-Zentrum gemacht habe. Zudem sei sie für die Wartung der teuren Eisaufbereitungsmaschine zuständig.

Und was macht eine Eismeisterin im Sommer? Dann arbeitet Katja Smits ebenfalls im Lerchenfeld, wechselt die Winterjacke mit dem Schwimmanzug. «Im Sommer bin ich hier als Bademeisterin angestellt.» Doch bevorzugt die Eismeisterin klar die kalten Monate.

St.Galler Hockeyvereine sind ohne Nachwuchssorgen

Der Swiss Ice Hockey Day im Eissportzentrum Lerchenfeld am Sonntag soll Kinder für den Sport gewinnen. In der Stadt St.Gallen stehe es vergleichsweise gut um den Hockeynachwuchs, findet Trainer Remo Waser.
Marco Cappellari