Die Affeltranger geben Kreuzchen für ihren Gemeinderat

Die Bevölkerung wird mittels eines Fragebogens zu ihrer Zufriedenheit befragt.
Zur Debatte stehen die momentane Situation sowie die Ziele der kommenden Legislaturperiode.

Janine Bollhalder
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Gemeindepräsidentin Ursula Klaus präsentiert den Fragebogen.Bild: Mario Testa

Gemeindepräsidentin Ursula Klaus präsentiert den Fragebogen.Bild: Mario Testa

Es ist ein sonderbares Extra, welches mit dem Mitteilungsblatt des Monats Mai in die Affeltranger Haushalte schwebte: ein Fragebogen.
Der erste Teil dessen lädt die Einwohner ein, dem Gemeinderat eine Rückmeldung zur momentanen Situation zu geben. Zu Aussagen wie beispielsweise «Ich fühle mich in der Gemeinde sicher», «Das Einkaufsangebot ist attraktiv» oder «Ich fühle mich über die Gemeindebelange gut informiert» gibt es vier Antwortmöglichkeiten von «sehr gut» bis «schlecht».

Im zweiten Teil des Fragebogens können die Affeltranger bestimmen, wo der Gemeinderat bei der Bestimmung der Legislaturziele Prioritäten setzen soll. Es finden sich Aussagen wie: «Verkehrssicherheit fördern» oder «Integration von Ausländern unterstützen». Gemeindepräsidentin Ursula Klaus sagt: «Wir haben ein möglichst breites Spektrum an Legislaturzielen aufgeführt, sind aber offen für Vorschläge seitens der Bevölkerung.»

Die Meinung der Einwohner ist von Bedeutung

«Wir möchten die Bevölkerung in unsere Arbeit einbeziehen», sagt Klaus. Das Verteilen der Fragebogen läge aber nicht an einer mangelnden Kommunikation mit den Anwohnern. Es gehe vielmehr um den Wunsch, deren Meinung zu kennen und auf Anregungen einzugehen.

«Wir machen dies zum ersten Mal. Ich weiss allerdings, dass andere Gemeinden auch schon Fragebogen verteilt haben»

sagt sie. Auch Kurt Baumann, Gemeindepräsident von Sirnach und Vorsitzender des Verbands Thurgauer Gemeinden (VTG) berichtet, dass die Bewohner seiner Gemeinde auf diese Art und Weise bei der Erarbeitung des Gemeindeleitbilds mitgewirkt haben. Er verrät, dass momentan Fragebogen zu Raumplanungsthemen in Vorbereitung seien. Baumann sagt: 

«Diese Möglichkeit mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, bringt in der Regel recht repräsentative Resultate.»

Auch die Gemeinde Wuppenau legt Wert auf die Meinung der Einwohner. Allerdings ohne die Verwendung von Fragebogen. Gemeindepräsident Martin Imboden sagt: «Um die Ansichten der Anwohner widerzuspiegeln, sind Mitglieder der Schulgemeinde, der Rechnungsprüfungskommission sowie der Kirche bei den Sitzungen des Gemeinderats anwesend.»

Aktives Mitwirken seitens der Bevölkerung

«Wir haben nach dieser kurzen Zeit schon einige Rückmeldungen auf die Fragebogen erhalten», sagt Ursula Klaus zufrieden. Diese seien bisher ausschliesslich positiv ausgefallen. Sie hat keine Angst vor negativen Rückmeldungen, obwohl die Fragebogen auch anonym abgegeben werden können. «Falls jemand nicht zufrieden ist, werden wir – sofern möglich – diese Person kontaktieren», sagt sie. Wer wolle, könne aber auch aus eigener Initiative ein persönliches Gespräch vereinbaren.