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Der Widerstand in den Dörfern gegen Mobilfunkantennen wächst

In Wigoltingen, Leimbach und Märstetten wehren sich Einwohner gegen den Bau neuer Mobilfunkanlagen. Diverse Projekte konnten sie mit Einsprachen und Rekursen zurückbinden.
Mario Testa
Viele Anwohner stören sich an neue Mobilfunkantennen – wie sie in Weinfelden vergangene Woche montiert wurden. (Bild: Mario Testa)

Viele Anwohner stören sich an neue Mobilfunkantennen – wie sie in Weinfelden vergangene Woche montiert wurden. (Bild: Mario Testa)

Die Mobilfunkbetreiber bauen ihr Netz aus. An vielen Standorten wollen sie Antennen errichten für das 5G-Netz. Noch stehen jedoch längst nicht alle geplanten Antennen, da sich Anwohner gegen sie wehren. «Wir müssen uns wehren, wenn wir weiter hier leben wollen», sagt Luisa Belz.

Die Pensionärin lebt in Leimbach, wo die Swisscom auf dem Gelände der Landi eine neue Antenne errichten will.

«Solche Strahlen schaden der Gesundheit. Aber die offiziellen Stellen wollen das einfach nicht wahrhaben und winken alles durch.»

Deshalb sei ihr und ihren Nachbarn keine andere Möglichkeit geblieben, als Einsprache gegen das Baugesuch einzureichen, auch habe sie rund 100 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und dem Gemeinderat überreicht. «Unsere Einsprache gegen das Baugesuch hat die Gemeinde jedoch abgewiesen. Deshalb haben wir Rekurs beim Kantonalen Amt für Bau und Umwelt eingereicht.»

Den Kostenvorschuss für diesen Rekurs habe sie bezahlt, nun wartet Belz auf den Entscheid. «Der Empfang in Leimbach ist gut, wir brauchen die neue Antenne nicht. Zum Schutz all der Kinder und Tiere in nächster Umgebung müssen wir sie verhindern. Zudem würde man sie von überall im Dorf her sehen», sagt sie. Sie sei enttäuscht von der Politik, dass diese die neuen Antennen einfach als unbedenklich bezeichnen und sie genehmigen.

500 Unterschriften gegen den hohen Mast

Auch in Wigoltingen und in Märstetten regt sich Widerstand gegen Mobilfunkantennen. Als im vergangenen Sommer bekannt wurde, dass Salt in Märstetten eine neue, über 20 Meter hohe Antenne auf dem Gelände der Druckerei Hess errichten will, sammelten mehrere Anwohner Unterschriften. Über 500 kamen in kurzer Zeit zusammen.
Es folgte eine Sammeleinsprache.

«Die Antenne steht deshalb immer noch nicht», sagt Charlotte Hess, die als eine der Anwohnerinnen Unterschriften sammelte und Einsprache machte. «Der Gemeinderat hat unsere Einsprache sogar gut geheissen. Eigentlich wäre das ja erfreulich, aber in der Begründung heisst es nur, es sei nicht klar, welche Farbe die Antenne haben soll. Das war eine reine Alibiübung des Gemeinderats, so hat die Einsprache natürlich keine Chance.»

Westschweizer Behörden sind kritischer

Für Hess zeigt diese Argumentation, dass im Thurgau die Behörden kein Gehör für die Bedenken der Anwohner gegenüber den Mobilfunkantennen haben. «Man sieht ja, wie in der Westschweiz sogar Behörden versuchen, neue 5G-Antennen zu verhindern. Die sind viel kritischer eingestellt als bei uns, wo alles einfach durchgewunken wird», sagt sie.

Geld für einen Rekurs beim Kanton kam in Märstetten nicht zusammen. «Es ist schon schade. Es kamen so schnell so viele Unterschriften zusammen, aber danach auch weiterzuziehen und etwas Geld in die Hand zu nehmen für einen Rekurs, war für die meisten kein Thema mehr», sagt Hess. Nun versuchen sie und die anderen Antennen-Gegner den Bau auf andere Art zu verhindern. Sie suchen das Gespräch mit der Firma Hess, auf deren Grund die Antenne entstehen soll. «Wir hoffen, dass sie den Vertrag mit Salt irgendwie künden können.»

Schüler wehren sich gegen Swisscom-Antenne

In Wigoltingen formierten die Schüler Widerstand gegen die geplante Swisscom-Antenne in der Kirche, die direkt gegenüber der Schulanlage liegt. Sie sammelten Unterschriften gegen das Projekt, geschätzt über 100, sagt Sonja Wiesmann, Gemeindepräsidentin von Wigoltingen. Die Informationsveranstaltung vom 27. August zum Thema Mobilfunkantenne hat die Gemeinde deshalb bereits um 19 Uhr angesetzt. «Wir nehmen das Anliegen der Schüler ernst und hoffen, dass sie dadurch die Möglichkeit haben, die Veranstaltung zu besuchen.» (sba)

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