Mit Westerntanz zur Weltspitze: Gold und Silber für eine zehnjährige Altnauerin

Die zehnjährige Yara Brauchli hat abgeräumt. Bei der Line-Dance-WM in Norddeutschland holt sie sich den zweiten Platz im Einzel und den Sieg mit dem Team.

Hana Mauder Wick
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Yara Brauchli präsentiert zu Hause in Altnau ihre beiden Medaillen.

Yara Brauchli präsentiert zu Hause in Altnau ihre beiden Medaillen.

(Bild: Hana Mauder WicK)

Adrenalin, Applaus und die intensiven Minuten, die dazwischen liegen: Jeder Tänzer kennt das Gefühl vor dem Wettkampf, wenn die Musik einsetzt und die ganze Welt auf die Grösse einer Bühne schrumpft. Für Yara Brauchli hat sich das Lampenfieber aber gelohnt: Vor ihr auf dem Tisch liegen zwei glänzende Medaillen. Sie stammen von der Weltmeisterschaft im Country Western Dance im norddeutschen Kalkar, die Ende Dezember stattgefunden hat.

Nur eine war besser in der Kategorie Youth Novice

Für die Gesamtwertung aus sechs technisch unterschiedlichen Tänzen in der Kategorie «Classic» gewann die Zehnjährige im «Overall» die Silbermedaille. Einzig eine sehr starke Gegnerin aus Lettland stand auf dem Podest ein Treppchen höher. Die Altnauerin sagt:

«Ich bin zufrieden. Aber es geht noch besser!»
Yara Brauchli an der WM.

Yara Brauchli an der WM.

(Bild: Janine Rohrer)

Sie will sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.

«Wer an die Spitze will, muss härter an sich arbeiten als alle anderen.»

Am liebsten tanze sie zu Funky: eine Abwechslung zu den klassischen Tanzkleidern und Stiefeln. Mit dem Tanzen angefangen hat Yara Brauchli als Vierjährige in einer Ballettklasse. Vor drei Jahren folgte der Einstieg ins Line Dance.

Ehrgeiz bringt sie nicht nur als Einzeltänzerin auf die Bühne, sondern auch für die Gruppe. Wie an der Weltmeisterschaft im Country Western Dance in Kalkar. «Ich bin besonders stolz auf unsere Leistung im Team.»

Auch das ist Western Dance.

Auch das ist Western Dance.

(Bild: pd)

Mit der sechsköpfigen Formation «Synergy» hat sie an der WM Gold geholt. Diese Auszeichnung gab es für die neunminütige Choreografie zum Thema «Alles steht Kopf».

Internationale Wettkämpfe zu Qualifikation

Das Team musste sich an mehreren internationalen Wettbewerben für diese WM-Teilnahme qualifizieren. «Darum waren wir in diesem Jahr viel im In- und Ausland unterwegs», erzählt das Jungtalent. «Mir haben vor allem die Städte Paris und Mailand sehr gefallen. Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre das alles nicht möglich.»

Für die Zehnjährige zeichnet das Miteinander den Sport aus:

«Wir sind wie ein Puzzle. Fehlt ein Stück, passt das Gesamtbild nicht mehr.»

Viele Laien haben von der Randsportart ein bestimmtes Bild im Kopf: Von ein paar Leuten, die mit den Händen in den Hosentaschen synchron vor- und zurückstapfen und dabei möglichst nicht aus der Reihe tanzen. Tatsächlich hat diese Vorstellung mit der Realität der Meisterschaften wenig am (Cowboy)-Hut. Anspruchsvolle Choreografien, detaillierte Technik und der emotionale Ausdruck geben hier den Takt vor. Tanz ist – egal ob in einer Reihe, als Paar oder einzeln auf dem Parkett – ein Sport, der die Ästhetik auf den Punkt bringt.

Das Einzelgold im Visier für die nächste WM

Für Yara Brauchli hat der Alltag nun wieder das Ruder übernommen. Die Füsse still zu halten, das ist ihre Sache aber nicht. «Ich habe viele Hobbys», sagt sie. Neben dem Line-Dance-Training in Kreuzlingen kommt der Ballettunterricht hinzu. «Das ist wichtig für die Körper-Balance», erklärt sie.

Da wären noch der Jazztanz, die Geige, Kung-Fu und das Reiten. «Alle diese Hobbys klappen nur, solange die Leistungen in der Schule stimmen.» Für die nächste Weltmeisterschaft hat die junge Sportlerin bereits ein klares Ziel vor Augen:

«Ich will an mir arbeiten und nächstes Mal im Einzel Gold holen und Weltmeisterin werden.»

Gruppe aus sechs Mädchen macht Showtime

Das Kinder-Team «Synergy» besteht aus sechs Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren aus dem Oberthurgau. Sie trainieren wöchentlich im Vereinslokal der Line Dance Hall an der Kreuzlinger Sonnenwiesenstrasse unter der Leitung von Trainerin Janine Rohrer. Jedes Jahr nehmen die Mädchen an der Schweizer Meisterschaft teil, wo sie jeweils Platzierungen im Einzelwettkampf und als Team erreichen. Sie bestritten bereits mehrfach und mit beachtlichem Erfolg internationale Wettkämpfe und setzten sich dabei auch schon gegen Erwachsenen-Teams durch. An der Weltmeisterschaft im norddeutschen Kalkar holten sie in der Kategorie «Showtime» die Goldmedaille und somit den Titel nach Hause. Die neunminütige Choreografie inszenierte die 19-jährige Trainerin Janine Rohrer. (mau)

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