Der Werkhof bewegt die Gemüter in Bürglen

Am Informationsanlass hat der Gemeinderat zwei Versionen für den Werkhofneubau gezeigt.

Monika Wick
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Der Werkhof in Bürglen soll durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Andrea Stalder)

Der Werkhof in Bürglen soll durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Andrea Stalder)

Dass der 1975 erbaute Werkhof einem Neubau weichen oder saniert werden muss, ist unter den Bürgler Bürgern unbestritten. Wie er in Zukunft aussehen soll, sorgt aber für angeregte Diskussionen. Das kam am Informationsanlass zum Ausdruck, zu dem die Gemeinde am Dienstag eingeladen hatte. «Ich bin überwältigt», sagte Gemeindepräsident Kilian Germann mit Blick auf die rund hundert Besucher die sich im Saal des Werkhofs eingefunden haben.

Das Traktandum «Werkhof» beschäftigt den Gemeinderat seit einigen Jahren. Bereits 2015 beantragte er an der Gemeindeversammlung einen Kredit über 2,6 Millionen Franken für die Sanierung des Gebäudes. «Nach heftigen Diskussionen stellte ein Bürger den Antrag, auch die Variante eines Neubaus zu prüfen. Er wurde mit 112 zu 30 Stimmen angenommen», erklärte Kilian Germann.

Variante eins mit Militär

Mittlerweile hat das Weinfelder Architekturbüro ebneterpartner AG neun Varianten ausgearbeitet. Die zwei Favoriten stellte Geschäftsführer Martin Beck vor. Variante eins sieht vor, dass das Gebäude wie bis anhin Platz für Werkhof, Vereine und Militär bietet. Die Konstruktion für Untergeschoss und Erdgeschoss sieht eine Massivbauweise vor. Das Obergeschoss würde in Holzbauelementen errichtet.

Die Gemeinde ist verpflichtet, im Minergie-Standard zu bauen. Die Kosten für den zweigeschossigen Neubau belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Franken. Rund 2,3 Millionen Franken entfallen auf das Gebäude. Der Rest wird für Vorbereitungsarbeiten (rund 200000 Franken), die Betriebseinrichtung (rund 200000 Franken), die Umgebung (rund 320000 Franken), die Baunebenkosten (rund 100000 Franken) sowie die Ausstattung (rund 180000 Franken) aufgewendet werden müssen. Während der Bauphase werden die Werkhof-Mitarbeiter in Container ausweichen.

Die zweite Variante ist eingeschossig

«Variante zwei weist im Baukörper den gleichen Grundriss auf, ist jedoch eingeschossig», erklärte Martin Beck. Hier bewegen sich die Kosten für Vorbereitungsarbeiten, die Betriebseinrichtung, die Umgebung, die Baunebenkosten und die Ausstattung in ähnlichem Rahmen wie bei Variante eins.

Lediglich beim Bau des Gebäudes können rund 600000 Franken eingespart werden, sodass sich die Gesamtkosten auf 2,7 Millionen Franken belaufen. Der eingeschossige Bau ist lediglich für den Werkhof und Vereine geplant. Das Militär ist nicht mehr berücksichtigt.

Die Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen wurde von einigen Votanten bezweifelt. «Ich bin überzeugt, dass sich der Gewinn pulverisiert», sagte ein Mann. Zudem warf er der Behörde Blauäugigkeit vor, weil mit dem Militär kein Nutzungsvertrag besteht. «Das ist ein unkalkulierbares Risiko, das in einer Bruchlandung endet», sagte er. Kilian Germann sieht die Vorteile im Neubau mit Militärnutzung darin, dass die Zivilschutzanlage belegt und der Unterhalt durch das Militär finanziert wird.

Zudem resultiere für die Gemeinde eine Rendite von 3,97 Prozent aus dem investierten Kapital. Als Vorteile für einen Neubau ohne Militärnutzung nannte Kilian Germann geringfügigere Emissionen, keine Einschränkungen für den Werkhofbetrieb und die Feuerwehr sowie weniger Einschränkung bei den Parkplätzen.

Variante eins bevorzugt

Der Bürgler Gemeinderat und die Baukommission sprechen sich für den Neubau des Werkhofs mit Militär- und Vereinsnutzung aus und beantragen an der Gemeindeversammlung einen Baukredit von 3,3 Millionen Franken zu Lasten der Investitionsrechnung. «Es besteht aber auch die Möglichkeit über die Variante ohne Militär- und Vereinsnutzung oder einer Sanierung abzustimmen. Unser Hauptanliegen ist ein neuer Werkhof», sagt Kilian Germann. (mwg)

Hinweis: Gemeindeversammlung 2. Dezember, 20 Uhr, Mehrzweckhalle