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«Ich wurde gemobbt»: Der Weinfelder Chefbadmeister zieht nach Querelen im Team die Reissleine

Roberto Cantelli hielt es nur ein knappes Jahr lang aus in den Weinfelder Badis. Er hat gekündigt. Von Beginn an habe im Team ein schlechtes Verhältnis geherrscht.
Mario Testa
Noch Ende Juni präsentierte Roberto Cantelli stolz den neuen Wachturm in der Badi – wenige Tage später hat er gekündet. (Bild: Mario Testa)

Noch Ende Juni präsentierte Roberto Cantelli stolz den neuen Wachturm in der Badi – wenige Tage später hat er gekündet. (Bild: Mario Testa)

Es war nur ein kurzes Intermezzo des neuen Weinfelder Chefbadmeisters. Roberto Cantelli hatte erst im vergangenen August die Stelle angetreten, nun ist er bereits wieder weg. «Ja, ich habe gekündigt», sagt er auf Nachfrage. Grund sei das schlechte Verhältnis zu den anderen Mitarbeitern der Badi gewesen.

«Schon von Anfang an hat es mit den Mitarbeitern nicht geklappt. Zum Ende hin wurde ich regelrecht gemobbt.»

Dass es Unstimmigkeiten im Team gegeben hat, bestätigt auch der zuständige Stadtrat Valentin Hasler. «Es gab von Beginn an Differenzen zwischen Cantelli und dem Team», sagt Hasler. «Er wollte gewisse Veränderungen und hat diese schnell vorangetrieben. Manchmal vielleicht etwas zu schnell, auch die Kommunikation war nicht ideal. Für ihn als Externen, der neu ins Team dazu stösst, war es nicht einfach.»

Auch eine Supervision brachte keine Verbesserung

Wegen der Differenzen im Baditeam, die sich auch nach dem ersten Halbjahr nicht auflösten, hatte Valentin Hasler im Mai eine externe Supervisorin beauftragt. «Sie hat mit allen Beteiligten Gespräche geführt und sehr viele Punkte angesprochen», sagt Hasler.

«Nach ihrer Einschätzung wäre es sehr schwierig gewesen, das Team wieder zu kitten.»

Das Kündigungsschreiben von Roberto Cantelli habe er Ende Juni erhalten. «Da er noch viel Überzeit abbauen und Ferien beziehen konnte, ist er Ende Juni dann auch bereits gegangen.» Ad interim übernimmt nun Badmeister Tobias Blattmann die Leitung des Frei- und Hallenbads Weinfelden.

Der Weinfelder Stadtrat Valetin Hasler (Bild: Mario Testa)

Der Weinfelder Stadtrat Valetin Hasler (Bild: Mario Testa)

Die Wechsel der Chefbadmeister – vor Roberto Cantelli war es David Strupler auch nur drei Jahre, weil er sich beruflich neu ausrichtete – beschäftigen Valentin Hasler: «Wir haben schon deutlich mehr zu tun im Stadtrat mit der Badi in den vergangenen Jahren. Unter der jahrzehntelangen Leitung von Jürg Meier lief es zuvor praktisch wie von selbst.»

Neue Herausforderung nach grosser Enttäuschung

Roberto Cantelli – der 55-jährige gelernte Landmaschinenmechaniker und Rettungssanitäter – wird so bald nicht mehr als Badmeister arbeiten. «Ich glaube, ich hänge diesen Job an den Nagel – wollte ich schon nach meiner letzten Stelle. Aber die Herausforderung in Weinfelden hatte mich doch nochmals motiviert.» Diese Motivation ist nun weg.

«Vorne rum waren alle freundlich, hinten rum haben sie mir Steine in den Weg gelegt.»

sagt Cantelli. «Und wenn man dauernd zwischen Hallenbad und Freibad hin- und herpendeln muss, hat man da halt nie alles im Überblick.» Seitens Stadtrat habe er jedoch immer einen grossen Rückhalt gespürt, betont Cantelli. «Aber ohne Vertrauen ins eigene Team geht es einfach nicht.»

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