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Der Wechsel in Gottlieben wurde schon vor vier Jahren aufgegleist

In der kleinsten Gemeinde des Kantons kommt es zu einem Wechsel im Präsidium: Paul Keller möchte das Amt von Lisa Raduner übernehmen. Der 61-Jährige ist bereits Gemeinderat.
Nicole D'Orazio
Paul Keller kandidiert als Gemeindepräsident von Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)

Paul Keller kandidiert als Gemeindepräsident von Gottlieben. (Bild: Andrea Stalder)

«Gottlieben ist einzigartig. Es ist ein super Ort und bietet eine tolle Wohnlage. Ausser die vielen Mücken, die sind nicht so toll.» Paul Keller lacht. Seit 30 Jahren wohnt er im herzigen Dorf am Seerhein, der kleinsten Gemeinde des Kantons Thurgau. Nun kandidiert er an der Gemeindeversammlung vom 7. Mai als Gemeindepräsident.

Das hat sich schon vor vier Jahren abgezeichnet. «Ich wurde für die noch laufende Legislatur in den Gemeinderat gewählt. Ich stellte damals in Aussicht, die Nachfolge von Lisa Raduner zu übernehmen, weil diese nur eine Amtszeit machen wollte», erklärt er. Als Gemeinderat und Vizegemeindepräsident kennen ihn die Gottlieber mittlerweile. Der 61-Jährige sagt:

«Vorher war ich halt beruflich viel unterwegs. Vor allem in Asien. Daher war ich eher wenig im Dorf unterwegs»

Seinen Job bei der Kreuzlinger Firma Avery Dennison hat der studierte Chemiker nun aufgegeben und liess sich frühpensionieren. «Deswegen habe ich nun Zeit für das Präsidium.» In Gottlieben beinhaltet dieses allerdings nur ein 20 Prozentpensum. So bleibt ihm genug Zeit für die Musik, sein grosses Hobby. Er spielt Trompete im Musikverein Berg, den er auch präsidiert. «Nun habe ich auch angefangen Saxofon zu spielen. Das aber in der Bläserklasse in Ermatingen. Das ist lässig»

Spannend, mit Fachleuten zusammen zu arbeiten

Die Arbeit im Gemeinderat macht Keller Spass. «Man hat mit vielen Fachleuten zu tun. Auch finde ich es spannend, mit den Nachbarn, auch denen ennet der Grenze, in engem Kontakt zu stehen. Es ist immer interessant zu schauen, wie sie eine Sache angehen.» Als Gemeindepräsident werde er halt einfach etwas mehr im Fokus stehen, ist er sich bewusst. «Man ist dann Ansprechperson.» Ein Problem damit, hat er nicht. Das gehört halt dazu.

Gottlieben steht gut da, findet Keller. Auch finanziell. «Wir mussten in den letzten Jahren zwar die Steuern erhöhen und negative Rechnungsabschlüsse verbuchen, doch ich denke, dass wir nun stabil sind. «Bei einem so kleinen Budget wirkt sich ein Sozialfall halt enorm aus.» Aber auch dieser sei irgendwann abgeschlossen. Die Gemeinde verfügt über eine hohe Steuerkraft und muss dementsprechend viel in den Finanzausgleich zahlen.

Selbständigkeit ist nicht mehr in Gefahr

Das grössere Thema sei die Selbständigkeit der Gemeinde. «An der Versammlung lassen wir darüber abstimmen», sagt Keller. In den letzten Jahren sei die Suche nach neuen Leuten für die Exekutive harzig verlaufen.

«Doch nun steht eine neue Generation bereit, die sich engagieren möchte. Das freut mich sehr und stimmt mich optimistisch.»

Zwei Männer stellen sich an der Versammlung zur Wahl. «Ich denke deswegen nicht, dass ein Zusammenschluss mit einer anderen Gemeinde noch Thema ist.» Für ihn ist es wichtig, nun vorwärts zu schauen, aber die Geschichte des Dorfes nicht zu vergessen.

Werkleitungen sind das nächste Thema

«Die Sanierung der Werkleitungen wird uns in den kommenden Jahren beschäftigen», sagt der künftige Gemeindepräsident. Diese sind zum Teil hundert Jahre alt und müssen ersetzt werden. «Wir haben ein Konzept ausgearbeitet. Dieses setzen wir in den nächsten sechs Jahren um.» Bei der Ortsplanungsrevision müsse man noch Anpassungen machen und könne sie dann auflegen.

Ein Projekt, das er ebenfalls angehen möchte, ist, die Verwaltung an die heutige Zeit anzupassen. «Ich denke dabei an die Dokumentation und das Archiv», erläutert Keller. «Die Verwaltung spielt bei uns eine tragende Rolle. Sie funktioniert sehr gut und das soll natürlich so bleiben.»

Zwei Neue für den Gemeinderat

An der Gemeindeversammlung von Gottlieben stehen am 7. Mai die Gesamterneuerungswahlen an. Gemeindepräsidentin Lisa Raduner tritt zurück. Paul Keller möchte ihr Amt übernehmen. Bei den Gemeinderäten stellen sich die Bisherigen Ursula Gerster und Roland Hugentobler nochmals zur Verfügung. Neu bewerben sich Sandro Kappler und Bruno Schärer.

Kappler ist 37 Jahre alt und wohnt seit 2011 im Dorf. Er ist Entwicklungsingenieur und Projektleiter und unterrichtet am gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen. Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

Bruno Schärer ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater. Er wohnt seit 2014 in Gottlieben und möchte als Gemeinderat die Eigenständigkeit des Dorfes mittragen. Er hat eine Mechanikerlehre gemacht, sich dann als Werklehrer weitergebildet und hat in der Sonderpädagogik gearbeitet. Seit 2008 ist er Projektleiter in einer Metallbaufirma. Zudem präsidiert er den Einwohnerverein.

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