Sommerreitlager in Erlen lässt Kinder die Coronapandemie vergessen

Im Lager des Erler Reitstalls HPR-Feldheim arbeiten Mädchen und Buben mit Ponys und Kleinpferden. Dabei lernen sie einen respektvollen Umgang mit Tieren.

Hannelore Bruderer
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Zwei Mädchen arbeiten mit einem Pferd.

Zwei Mädchen arbeiten mit einem Pferd.

Bild: Hannelore Bruderer (Erlen, Juli 2020)

In gerader Linie führen die Kinder ihre Ponys und Kleinpferde bis zum Haltepunkt, öffnen dort behutsam einen Regenschirm, ohne das Tier zu erschrecken, und schliessen ihn wieder. «Bodenarbeit nennt sich dieser Teil der Ausbildung», erklärt Angelica Nischelwitzer. Es ist bereits das 52. Reitlager für Kinder und Jugendliche, das sie zusammen mit ihrem Mann, Thomas Bosshard, ihren zwei Lernenden und weiteren Helfern durchführt.

Die Reitlager im Stall Feldheim dauern jeweils von Mittwoch bis Samstag. Es gibt eines an Pfingsten, das in diesem Jahr ausfallen musste, zwei weitere folgen im Sommer und Herbst.

Reitsportabzeichen als Ansporn

Im Lager kümmern sich die Kinder um die Ponys, sie reiten, helfen beim Ausmisten, spielen und essen. Die meisten Lagerteilnehmer schlafen auch dort. «Die Kinder sind im Alter zwischen sechs und elf Jahren. Es kommt vor, dass einzelne Kinder Heimweh haben. Da ist es dann besser, wenn sie zu Hause schlafen können», sagt Angelica Nischelwitzer.

Einige der jungen Reiterinnen und Reiter nutzen die Gelegenheit, um im Sommerlager ein Reitsportabzeichen von «Jugend+Sport» zu erlangen.

Vorführung für die Eltern

Mit diesem Ziel vor Augen packen sie die diversen Theorie- und Reitlektionen besonders fokussiert, jedoch keineswegs verbissen an. Es bleibt immer noch genügend Zeit, um die geliebten Ponys zu tätscheln und zu streicheln.

Ein Mädchen erklärt, dass es die Ferien jetzt, gäbe es die Coronapandemie nicht, mit seiner Familie in Spanien verbringen würde. «Aber das Reitlager ist viel besser!», sagt das Mädchen und strahlt. Am letzten Tag des Lagers dürfen alle Kinder ihren Eltern anlässlich einer Vorführung präsentieren, was sie in den zurückliegenden Tagen alles gelernt haben.

Schlafraum wird Kinosaal

Bevor Angelica Nischelwitzer mit dem Kochen des Mittagessens beginnt – auch das gehört zu ihren Aufgaben während des Sommerlagers – führt sie noch kurz durch den Schlafraum der Kinder. Um dorthin zu gelangen, muss man über die Heuballen des Futterlagers klettern.

Das ist kein Problem. «Die Kinder lieben das sogar», weiss die Reitlehrerin. Auf den Matratzen sind die bunten Schlafsäcke der Kinder ausgebreitet. An der Decke des Raumes ist ein Beamer angebracht, denn an einigen Abenden wird der Raum für die Lagerteilnehmer vorübergehend zum Kinosaal.

Abends übernimmt jeweils Thomas Bosshard die Lagerleitung. «Allzu viele Aktivitäten bereite ich aber nicht vor, denn meist bringen die Kinder sowieso eigene Ideen ein», sagt er.