Thurgaus dritter Ausländer fürs Playoff

Die Karriere von Adam Rundqvist machte in der Vergangenheit mehrere Knicks. Doch in dieser Saison hat der HC Thurgau dank des 28-jährigen Stürmers quasi einen dritten Ausländer. Das könnte sich im Playoff-Viertelfinal ausbezahlen. Das erste Spiel beginnt heute um 20 Uhr in Pruntrut.

Matthias Hafen
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Adam Rundqvist (rechts) hat seinen Vertrag beim HCT bis 2021 verlängert. (Bild: Mario Gaccioli (26. Oktober 2018))

Adam Rundqvist (rechts) hat seinen Vertrag beim HCT bis 2021 verlängert. (Bild: Mario Gaccioli (26. Oktober 2018))

Für Adam Rundqvist erfüllt sich an diesem Freitag ein Traum. Die 28-jährige Offensivkraft des HC Thurgau bestreitet gegen Ajoie sein erstes Playoff «seit meiner Juniorenzeit», wie er sagt. 2008, vor elf Jahren, trug er mit der U18 von Färjestads BK acht Playoff-Spiele aus. Danach hielt er seine Eishockeykarriere primär in Schwedens zweit- und dritthöchster Liga am Leben. Dort wird die Meisterschaft nicht im Playoff-Format entschieden, sondern im Tabellenformat. Die Jahre in Schwedens Niemandsland waren für Adam Rundqvist nicht immer einfach. Denn als Sohn von Thomas Rundqvist, dem zweifachen Weltmeister und zweifachen Olympiamedaillengewinner, stand er unter besonderer Beobachtung.

Das Risiko zahlte sich für den HCT aus

Nun aber, bei Thurgau in der Swiss League, ist seine Zeit gekommen. In der Best-of-7-Serie gegen Ajoie entscheidet sich der Ausgang der ganzen Saison. Ein Spiel, eine Aktion kann alles beeinflussen. Und Adam Rundqvist ist mittendrin. Beim HCT bildet er üblicherweise die erste Sturmreihe mit den Amerikanern Cody Wydo und Kenny Ryan. Doch Rundqvist ist auch in den hinteren Linien als Führungsspieler gut eingesetzt.

Dabei war die Verpflichtung des 28-jährigen Stürmers im vergangenen Sommer ein Risiko für den HC Thurgau. Rundqvist hatte die Saison 2017/18 teilweise beim ­Ligakonkurrenten La Chaux-de-Fonds bestritten, kam aber primär bei Université Neuchâtel in der drittklassigen My Sports League zum Einsatz, wo er schliesslich auch die Relegationsrunde bestrittt. «Das war so, weil ich bei La Chaux-de-Fonds nach dem Trainerwechsel von Christian Weber zu Serge Pelletier nicht mehr so gefragt war», sagt Rundqvist. La Chaux-de-Fonds hat unter Pelletier sein ­Talent offensichtlich verkannt.

Eigentlich wollte Rundqvist die österreichische Lizenz

Den Weg in den Neuenburger Jura hatte der Skandinavier per Zufall eingeschlagen. Dies, weil seine Karriere in Schweden nicht wie gewünscht verlief. «Ich dachte, ich muss etwas ändern», sagt Rundqvist. Der Freund seines Vaters, ein Spieleragent in Österreich, vermittelte Adam Rundqvist die Stelle im Neuenburger Jura. «Es war der beste Entscheid meines Lebens, in die Schweiz zu kommen», sagt Rundqvist heute. Dabei ist es wiederum Zufall, dass der 28-jährige Schwede die Schweizer Lizenz besitzt und somit hierzulande nicht als Ausländer gilt. Denn nachdem sein Vater Thomas Ende der 90er-Jahre die Karriere bei Feldkirch in Österreichs Liga ausklingen lassen hatte, bemühte sich Adam um die österreichische Lizenz. Diese ­bekam er aber nicht, weil er mit Feldkirchs Junioren in der Schweizer Liga gespielt hatte. Adam Rundqvist musste mit der Schweizer Lizenz vorliebnehmen. Etwas, das er heute viel besser zu schätzen weiss als damals.

Mair schenkt ihm das nötige Vertrauen

Nur dank dieser Lizenz bekam der intelligente Spielmacher mit dem Auge für den richtigen Pass überhaupt die Chance bei Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds und vor allem jetzt bei Thurgau. Unter Förderer und Trainer Stephan Mair hat sich Rundqvist beim HCT zu einem der besten Stürmer der Swiss League entwickelt. Seine 28 Skorerpunkte sind der drittbeste Wert innerhalb des Teams. Sie wecken Erinnerungen an den jungen Adam Rundqvist, der bei Färjestads Junioren einst von einer NHL-Karriere geträumt hatte. «Dafür fehlte mir aber das Talent», sagt Rundqvist mit etwas Abstand. «Ich habe jedoch immer daran geglaubt, dass ich es auf einem ansehnlichen Level schaffen kann.» Als solchen betrachtet Rundqvist den Playoff-Auftritt Thurgaus gegen Ajoie.

Playoff-Viertelfinal (best of 7)

Freitag, 22. Februar, 20.00 Uhr: Ajoie - Thurgau
Sonntag, 24. Februar, 17.30 Uhr: Thurgau - Ajoie
Mittwoch, 27. Februar, 19.45 Uhr: Ajoie - Thurgau
Freitag, 1. März, 19.45 Uhr: Thurgau - Ajoie
Evtl. Sonntag, 3. März, 17.30 Uhr: Ajoie - Thurgau
Evtl. Mittwoch, 6. März, 19.45 Uhr: Thurgau - Ajoie
Evtl. Freitag, 8. März, 20.00 Uhr: Ajoie - Thurgau

HC Thurgau verzichtet auf Playoff-Zuzüge

Der HC Thurgau erwartet ab Freitag eine physische Playoff-Serie gegen den HC Ajoie. Das Kader des Qualifikationssiebten ist für die Best-of-7-Serie komplett. So, dass keine Verstärkung mehr verpflichtet wurde.
Matthias Hafen