Der Traum, mit dem eigenen Katamaran in der Südsee zu segeln: Ein Salensteiner und ein Steckborner sind ihrem Ziel nah

Silvan Pauli und Philipp Hasenfratz haben am Wochenende in Ermatingen ihr selbstgebautes Hochsee-Schiff eingewassert. Jetzt suchen sie für ihren Segeltörn über den Atlantik noch weitere Abenteurer.

Isabelle Merk
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Am Samstag wurde der Katamaran im Ermatinger Hafen eingewassert. Die Beschriftung steht für «New Castle of Salenstein».

Am Samstag wurde der Katamaran im Ermatinger Hafen eingewassert. Die Beschriftung steht für «New Castle of Salenstein».

Bild: Heinz Hieke

Auf dem selbst gebauten Katamaran in die Karibik segeln: Dieser Traum wird für Silvan Pauli aus Salenstein und Philipp Hasenfratz aus Steckborn schrittweise Wirklichkeit. Sobald die letzten Hürden überwunden sind, werden die beiden voraussichtlich von Basel über Rotterdam lossegeln.

Doch vor der Umsetzung des Traums vom grossen weiten Meer stand erstmal viel Arbeit. Insgesamt viereinhalb Jahre für den Bau und rund ein Jahr für die Planung wurde für den beachtlichen Hochseekatamaran benötigt. Nun liegt er unwirklich mit einer Länge von 14 Metern und einer Breite von 7,5 Metern im Hafen in Ermatingen und sorgt bei den Passanten für bewundernde Blicke.

«Ich bin sehr froh, sind uns die Gemeinde Ermatingen und die Dosenfabrik so entgegengekommen, dass wir den Katamaran hier einwassern konnten.»
Philipp Hasenfratz aus Steckborn und Silvan Pauli aus Salenstein vor ihrem Katamaran.

Philipp Hasenfratz aus Steckborn und Silvan Pauli aus Salenstein vor ihrem Katamaran.

Bild: Heinz Hieke

Das sagt Pauli, nachdem er gerade vom 19 Meter hohen Mast heruntergeklettert ist. Während seiner Ferien in der Karibik lernte Silvan Pauli eine Gruppe französischer Weltenbummler kennen. «Ich bewunderte ihren Stil zu leben, doch auf ihrem kleinen Schiff konnte ich mit meiner Körpergrösse noch nicht mal aufrecht stehen.»

So war für den Kite-Surfer und Segler klar, sein Schiff müsste grösser sein. Die Pläne für den Hochseekatamaran zeichnete Pauli mit einem befreundeten Maschinenbauingenieur. Pauli ist selbstständig im Strassenbausektor tätig. Bereits als Kind war er aktiv im Segelclub Ermatingen und mit 21 Jahren baute er ein Motorboot.

Wie schnell aus einem spontanen Hilfsangebot ein neues Hobby werden kann, merkte Philipp Hasenfratz aus Steckborn. Er sagt mit einem Schmunzeln: 

«Ich lernte Silvan Pauli in einer Kneipe kennen und wollte eigentlich nur einen Nachmittag lang beim Bau mithelfen. Da ich selber segle, interessierte mich das Projekt total. Aus einem Nachmittag wurden viereinhalb Jahre.»

Der gelernte Informatiker hat sich beim Bau mit der kompletten Elektronik des beeindruckenden Katamarans auseinandergesetzt und er wird mit Silvan Pauli gemeinsam die Reise in die Karibik antreten.

Neben weiteren Freunden packten auch die Familien fleissig mit an. «Meine Mutter nähte das Trampolin, Philipps Vater und weitere Helfer waren beim Laminieren voll involviert, jeder hat mitgeholfen, um den Traum zu verwirklichen», zeigt sich Silvan Pauli dankbar.

Das Ziel war Ende Jahr in Übersee

Geplant wäre, bereits Ende Jahr in der Karibik zu sein. Standesgemäss mit Drink in der Hand versteht sich. «Aber es läuft halt nicht immer alles nach Plan und so nehmen wir einen Schritt nach anderen», sagt Pauli. Zwei Wochen lang liegt der Katamaran im Hafen Ermatingen, den Rest der rund drei monatigen Testphase wird er am Bojenfeld in Mannenbach sein.

Es werden noch diverse Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden müssen und es ist fraglich, auch wegen der Coronasituation, ob die Karibik Ende Jahr bereits erreicht sein wird.

Mitreisende für Atlantiküberquerung gesucht

Für die Atlantiküberquerung werden zwei bis drei Mitreisende gebraucht. Erfahrene Segler mit Lust auf ein grosses Abenteuer können sich gerne melden.

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