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Der «ThurtalExpress» rollt weiter

53-jährig ist Paul Gubler, doch musikmüde ist der Kradolfer Multiinstrumentalist keineswegs. «Die Musik begleitet mich, seit ich zehn bin – und wird es auch den Rest meines Lebens tun», sagt er.
Christof Lampart
Paul Gubler bei sich zu Hause in Kradolf im Musikraum beim Austüfteln von neuen Melodien. (Bild: Christof Lampart)

Paul Gubler bei sich zu Hause in Kradolf im Musikraum beim Austüfteln von neuen Melodien. (Bild: Christof Lampart)

Wer ihn in seinem Zuhause in Kradolf besucht, dem fallen die Fotos auf, die ihn mit Prominenz aus dem Musikgeschäft zeigen: Paul mit Karel Gott, Paul mit Beny Rehmann, Paul mit dem Bayreuther Jahrhundert-Siegfried Peter Hofmann. Dass zwei von diesen dreien heute nicht mehr leben, zeigt eindrucksvoll, dass Paul Gubler durchaus als eine Konstante im schnelllebigen Business gelten kann.

Dass es ihn als gefragten Künstler heute immer noch gibt, ist, nach Gublers eigener Einschätzung, dem Fakt zu verdanken, dass «ich nie voll auf die Karte Musik gesetzt habe». Tatsächlich liess sich der Musiker nie ganz dazu verleiten liess, sein geliebtes Hobby zum Vollzeitjob zu machen. Ein traditioneller Brotberuf – einst Schreiner, heute Berufsschullehrer in Weinfelden – war Gubler immer wichtig. Einzig während seines Studiums in St. Gallen hatte er «auf einmal viel Zeit, um zu musizieren», so dass es dann schon einmal 60 Auftritte übers Jahr verteilt wurden, «denn als Student hat man ja viel Zeit, die man sich frei einteilen kann», sagt Gubler.

Bei allen grossen Zeltfesten dabei

Paul Gublers musikalische Wurzeln liegen beim Akkordeon, das er mit zehn Jahren erlernte. Mit 16 folgte das erste Schulorchester, später, mit fünf Kollegen, die Gründung des «Thurtal»-Sextetts.

«Wir spielten volkstümliche Partymusik und waren bei allen grossen Zeltfesten in der Region dabei»

blickt Gubler heute noch begeistert zurück. Dabei spielten sie fast nur Titel, die aus Gublers Feder stammten. «Das Komponieren macht mir viel Spass, wobei immer zuerst der Text, dann die Melodie entsteht».

Nach zehn Jahren und einer letzten CD war im Alter von 27 Jahren Schluss. «Wir waren alle in einem Alter, wo viele von uns privat und beruflich die Weichen neu stellten», erinnert sich der Kradolfer. Hinzu kam, dass der Aufwand immer grösser wurde und nach den goldenen 1980ern ziemlich harte Zeiten für den volkstümlichen Schlager angebrochen waren. «1991, zum 700-Jahr-Jubiläum der Schweiz, meinte fast jedes Dorf, dass es ein Fest machen müsste – zusätzlich zu den bereits bestehenden. Danach war jedoch irgendwie die Energie weg, der Stecker gezogen». Und auch die Dorfjugend frönte längst den Hits der Neuen Deutschen Welle. Schlager wirkten auf einmal altbacken.

Beim gleichen Label wie Andy Borg

Nichtsdestotrotz blieb die Musik Gublers ständige Begleiterin durchs Leben – und so tourt er seit 23 Jahren mit seinem kongenialen Partner Walter Jonach als «ThurtalExpress» durchs Land. Der Berufsmusiker aus Kärnten ist nicht nur der Leadsänger, sondern, wie Gubler, auch ein Multiinstrumentalist.

«Wir sind zu zweit und können doch, dank der modernen Technik, fast wie ein Orchester agieren».

Eine bewusst gepflegte stilistische Vielfältigkeit («Vom Schlager bis zum Hardrock bieten wir alles») und die Bereitschaft, sich immer wieder die angesagten Hits für die eigenen Bühnenauftritte anzueignen, halten Gublers Musikleidenschaft konstant am Lodern.

Kommt hinzu, dass der Schlager in den letzten Jahren wieder ein Revival feierte und der «ThurtalExpress» im Herbst 2018 beim renommierten österreichischen Label Steinbock Records, das unter anderem auch für die Paldauer, Francine Jordi oder Andy Borg produziert, eine CD mit dem Titel «Die schönsten Tanzmelodien» aufnehmen konnte. Doch am meisten begeistert Paul Gubler nach wie vor, wenn er merkt, dass das Publikum, für das sie gerade spielen, glücklich ist: «Das ist der schönste Lohn für mich als Musiker».

www.thurtalexpress.ch

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