Streit um Salmsacher Gemeindepräsidenten geht in die nächste Runde: «Wieso sollen wir Martin Haas für eine Arbeit bezahlen, die er gar nicht mehr macht?»

Vier Salmsacher wollen dem Gemeindepräsidenten Martin Haas den Lohn um 20 Prozent kürzen. Das letzte Wort hat die Bevölkerung.

Eva Wenaweser
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Mit eine Rolle für den Antrag spielt die Unzufriedenheit der Bürger mit der Arbeit von Haas auf Gemeinde- und Schulebene.

Mit eine Rolle für den Antrag spielt die Unzufriedenheit der Bürger mit der Arbeit von Haas auf Gemeinde- und Schulebene.

Bild: PD (29. September 2019)

Bereits seit Monaten ist die Stimmung in der Gemeinde angespannt. Nun soll dem Gemeinde- und Schulpräsidenten Martin Haas der Lohn gekürzt werden. Den entsprechenden Antrag stellen vier Salmsacher, er ist an der Budgetversammlung vom 26. November traktandiert. Laut Conny David, eine der Antragstellerinnen ist der Hauptgrund für ihr Vorgehen die Tatsache, dass Haas im Sommer das Bauressort wegen diverser Beschwerden entzogen wurde. Diese Arbeiten müssen nun extern vergeben werden, bezahlt werde aber weiterhin auch Haas dafür. David sagt:

«Wieso sollen wir ihn für eine Arbeit bezahlen, die er gar nicht mehr macht?»

Daher soll der Lohn des Gemeindepräsidenten um 20 Prozent gekürzt werden. Im Vorfeld auf ihren Antrag haben sich die vier Antragsteller erkundigt, ob sie diese Möglichkeit überhaupt in Betracht ziehen können. «Uns wurde gesagt, dass dies durchaus rechtlich zulässig ist», sagt David.

Bürger der Gemeinde sind unzufrieden mit Haas

Mit eine Rolle für den Antrag spielt die Unzufriedenheit des Quartetts mit der Arbeit von Haas auf Gemeinde- und Schulebene. Gemäss David treten drei der vier Gemeinderäte zurück, und auch zwei Mitglieder der Schulkommission hätten ihr Amt abgegeben. «Dazu kommen zahlreiche andere Rücktritte, weil die betroffenen Personen ihre Ämter unter diesen Umständen nicht mehr weiterführen wollen», sagt David.

Martin Haas schreibt auf Anfrage: «Die Begründung des Antrages kenne ich nicht und kann deshalb dazu auch keine Aussage machen.»

Im Internet ist auf der Seite petitio.ch ausserdem eine Petition mit dem Titel «Martin Haas, treten Sie zurück. Salmsach zu liebe.» von Philip Bruggmann gestartet worden. Bruggmann ist der Mann von Gemeinderätin Marina Bruggmann, die jetzt zurücktritt.