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Der Solotänzer in Erlen

Am 25. November wählen die Stimmbürger einen neuen Gemeindepräsidenten. Auf der offiziellen Wahlliste steht nur ein Name: Thomas Bosshard. Wie es ist, alleiniger Kandidat zu sein, erzählt er im Interview.
Georg Stelzner und Hannelore Bruderer
Thomas Bosshard ist einziger offizieller Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium. (Bilder: Donato Caspari)

Thomas Bosshard ist einziger offizieller Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium. (Bilder: Donato Caspari)

Thomas Bosshard, was hat Sie motiviert, für das Gemeindepräsidium zu kandidieren?

Nachdem Roman Brülisauer anfangs Jahr seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde ich im Gemeinderat auf eine Kandidatur angesprochen. Ich habe gründlich darüber nachgedacht und mich im Mai dafür entschieden. Die Hauptaufgabe in meinem Beruf als Business Process Manager ist eine Firma zu verbessern. Dazu muss man Leute zusammenführen, Lösungen erarbeiten und auch Kompromisse schaffen, sich bei wertschöpfenden Prozessen, Finanzen, im Marketing und den restlichen Betriebsbereichen auskennen. Ich bin mir bewusst, eine Gemeinde funktioniert nicht wie eine Firma. Ich denke aber, ich bringe mit meiner Berufserfahrung und durch meine Tätigkeit im Gemeinderat eine gute Basis für das Amt eines Gemeindepräsidenten mit. Zudem schätze ich die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und die Weitsichtigkeit, mit der in Erlen geplant wird. Diese Kultur will ich ­gerne weiterführen und Positives für die Gemeinde bewegen.

Zur Person

Thomas Bosshard feierte in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Er lebt mit Frau Angelica in Riedt. In die Berufswelt eingestiegen ist er mit einer Lehre als Elektromechaniker. Er absolvierte Weiterbildungen in den Bereichen Elektro- und Wirtschaftstechnik sowie Qualitäts- und Projektmanagement und ist derzeit als Leiter Business Process Manager bei der Firma Griesser in Aadorf tätig.
Seit 2011 ist Bosshard Mitglied der Erler Gemeindebehörde, in der er für das Ressort Verkehr und Sicherheit zuständig ist. In seiner Freizeit hilft Bosshard im Reitbetrieb seiner Gattin mit, geht Biken oder spielt Volleyball. (hab)

Sie sind der einzige offizielle Kandidat für die Nachfolge von Roman Brülisauer. Wie sehen Sie diese Ausgangslage?

Ich habe festgestellt, dass sich generell nicht mehr sehr viele Leute für ein politisches Amt zur Verfügung stellen. So gesehen überrascht es mich nicht, dass ich der Einzige bin. Ich habe gehört, dass es zunächst zwei weitere Interessenten gab, die sich dann aber wieder zurückgezogen haben. Unter diesen Voraussetzungen wäre es schön, wenn ich mit meiner Kandidatur bei der Wahl einen hohen Stimmenanteil erreichen würde.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Sie sind in keiner politischen Partei. Wo sind Sie politisch einzuordnen? Und ist ein Parteibeitritt eine Option?

Ich betrachte es auf kommunaler Ebene, auf der sachbezogen politisiert wird, eher als Vorteil, parteilos zu sein und keinen parteipolitischen Zwängen zu unterliegen. Deshalb hat ein Parteibeitritt bei mir auch keine Priorität. Bei wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen vertrete ich vorwiegend eine freisinnig-liberale Position.

Setzen Sie ganz auf die Karte Präsidium oder würden Sie im Falle eines Scheiterns am 25. November auch wieder für den Gemeinderat kandidieren?

Nein, das schliesse ich kategorisch aus. Nicht, weil mir die Arbeit als Gemeinderat keinen Spass mehr machen würde, sondern wegen der damit verbundenen Mehrfachbelastung. Neben meiner beruflichen Tätigkeit unterstütze ich ja auch noch meine Frau in ihrer Reitschule. Alles zusammen ist auf Dauer zu viel.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Falls Sie gewählt werden, was sind Ihre Ziele, was wollen Sie in Erlen bewegen?

Der Gemeinderat hat in seiner Strategie viele zukunftsweisende Projekte angedacht und aufgegleist. Ich denke spontan an die grossen Themen Verkehr und familienergänzende Strukturen. Diese und alle anderen Projekte gilt es weiterzuentwickeln und optimal umzusetzen. Neue Ideen werden im Gemeinderat laufend aufgenommen. Finanziell ist Erlen gut aufgestellt. Dieses Niveau gilt es zu halten.

Die Gemeinde Erlen arbeitet seit dieser Legislaturperiode mit dem Geschäftsleitungsmodell. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Positiv. Ich kann darin eine deutliche Verbesserung erkennen und halte den eingeschlagenen Weg für richtig. Dieses Modell kann aber nur Früchte tragen, wenn zwischen Gemeinderat und der Geschäftsleitung eine Vertrauensbasis besteht und der Informationsaustausch funktioniert. Beides ist in Erlen der Fall. Wie Roman Brülisauer würde auch ich als Gemeindepräsident in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen.

Sulgen und Kradolf-Schönenberg arbeiten seit geraumer Zeit eng zusammen. Können Sie sich eine solche Kooperation auch für Erlen vorstellen?

Ja, für eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden bin ich offen. Im Feuerwehrbereich geschieht das bereits. Bei Beschaffungen stimmen wir uns mit der Feuerwehr Birwinken ab und führen auch gemeinsame Übungen durch. Konkrete Vorstellungen, welche Kooperationen für Erlen noch in Frage kämen, habe ich im Moment nicht.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

In Erlen haben Gewerbe und Industrie eine grosse Bedeutung. Wie bewerten Sie das Verhältnis der Behörde zu diesem Wirtschaftszweig?

Ich begrüsse es, dass es einen regelmässigen Gewerbetreff gibt. Er ist eine geeignete Plattform, um sich kennenzulernen und Meinungen auszutauschen. Auch als Gemeindepräsident würde ich von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch machen. Für den Gemeinderat sind aber letztlich immer die gesetzlichen Grundlagen entscheidend. Die Behörde kann dem Gewerbe und der Industrie nur innerhalb dieses Rahmens entgegenkommen. Wir können jedoch in der Funktion als Scharnier unterstützen und Kontakte knüpfen.

In Erlen ist viel gebaut worden. Wie viele Einwohner verträgt die Gemeinde?

Eine so hohe Bautätigkeit, wie wir sie mit den zwei grossen Überbauungen innerhalb eines Jahres hatten, wird es so schnell nicht mehr geben. Das steuert das neue Raumplanungskonzept. In der Gemeinde Erlen leben derzeit rund 3700 Einwohner. Einen möglichst hohen Zuwachs zu erzielen, das ist definitiv nicht mein Ziel. Ein moderates Wachstum von rund einem Prozent pro Jahr ist aber weiterhin möglich und verträglich.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Thomas Bosshard, Kandidat für das Erler Gemeindepräsidium.

Die Politische Gemeinde Erlen besteht aus sechs Dörfern. Wie ist es Ihrer Meinung nach um den Zusammenhalt bestellt?

Ich halte es für gut und richtig, wenn die einzelnen Dörfer weiterhin ihre ortsspezifische Kultur pflegen. Solange sie nicht gegeneinander arbeiten, ist das unproblematisch. Ich kann auch nicht erkennen, dass das irgendwo der Fall wäre. Gegen aussen sollten wir auf jeden Fall geschlossen als Gemeinde Erlen auftreten, und wenn es um politische Entscheide geht, muss im Sinne der Gesamtheit entschieden werden. Ich glaube, wir haben bei folgenden Beispielen einen guten Kompromiss gefunden: Die Gemeindeversammlung findet immer in Erlen, dem grössten Dorf, statt, schon Infrastruktur bedingt, während wir die Bundesfeier alternierend jedes Jahr in einem anderen Ort durchführen.

Werden Sie gewählt, wie lange denken Sie, werden Sie im Amt bleiben?

Eine Legislatur ist keine, in zweien kann man etwas bewegen, ich kann mir aber auch vorstellen, drei Legislaturen zu bestreiten. Von Vorteil sind sicher meine acht Jahre im Gemeinderat, da brauche ich etwas weniger Zeit um aufzustarten. Schliesslich liegt dies jedoch in den Händen unserer Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.

Hinweis
Wer Thomas Bosshard treffen möchte, hat am Samstag, 17. November, Gelegenheit dazu. Er lädt von 10 bis 12 Uhr beim Volg Aachbrüggli zum Gespräch ein.

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